5 Fragen zur Corona-Krise an …Sandra Henke und Jeanine Krock

An eine Begegnung mit Sandra Henke erinnere ich mich noch gut: Ich hab sie bereits einmal zum Interview gebeten. Auf der LoveLetter-Convention haben wir uns bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen mittens im größten Trubel zusammengefunden und das Interview durchgeführt. Herrlich. Jeanine Krock habe ich vor vielen Jahren ebenfalls auf der LLC kennengelernt und durfte sie vor 2 Jahren auf der Buch Berlin wiedersehen.

Katja: Die Zeit, in der wir derzeit uns alle befinden, verlangt von uns Kontaktsperre zu lieben Menschen und bringt uns eine Ausgehbeschränkung. Wie gehst du mit der Situation um? Was ist für dich die einschneidendste Veränderung, die das Ganze mit sich bringt?

Sandra: Mein Alltag ist glücklicherweise gar nicht so viel anders als vor der sogenannten Corona Krise. Als Autorin schreibe ich ohnehin zu Hause und mein Mann arbeitet schon länger im Home Office, wenn auch neuerdings in Kurzarbeit. Dank unserer Hunde dürfen wir auch regelmäßig raus, zudem haben wir einen großen Garten. Für dies alles bin ich sehr dankbar, hilft es mir doch, die Einschränkungen zu überstehen.

Am schlimmsten finde ich, Familie und Freunde nicht besuchen zu dürfen. Meine Schwiegermutter wurde Ende März 80 Jahre alt und feierte alleine. Das tat mit unglaublich leid. Aber sie hat den ganzen Tag telefoniert und ihn dadurch besser überstanden als vorher gedacht. Ostern trifft sich normalerweise die ganze Familie, Eierkicken hat bei uns Tradition. Auch das fällt aus, was schade ist. Ich werde das fröhliche Treffen vermissen.

Aber ich bin hoffnungsvoll. Die Corona Krise wird auch irgendwann wieder vorbei sein und das Kontaktverbot aufgehoben werden. Einmal Ostern ausfallen zu lassen, werde ich überleben. Umso mehr freut man sich auf die Feiern und Treffen, die nach der Krise stattfinden werden. Außerdem wird man genügsamer, indem man sich z.B. damit abfindet, dass im Supermarkt nicht immer alles zu kaufen ist. Etwas so einfaches wie Spazierengehen wird zum Luxus. Man besinnt sich auf das, was wirklich wertvoll ist: Liebe und Freundschaft. Ich genieße jeden Sonnenstrahl intensiver, und bin froh, dass meine Lieben noch alle leben. Ich drücke uns allen die Daumen!

Jeanine: Autor:innen und Schriftsteller:innen sind bestens darauf vorbereitet, für eine gewisse Zeit allein im Home-Office zu arbeiten. Das praktizieren wir mehrmals im Jahr – sehr zum Schrecken von Briefzustellern anderen Überraschungsbesucher:innen. Ich sage nur »Bad Hair Day im Pyjama«!

Beruflich ist diese Zeit für uns – wie für viele andere auch – eine Katastrophe. Lesungen, Messen und Conventions finden nicht statt, obendrein sind – außer in Berlin – die Buchläden landesweit geschlossen und der größte Buchhändler Amazon scheint auf Toilettenpapier und Pasta umgesattelt zu haben.

Katja: Wie beschäftigst du dich? Welches Hobby begleitet dich durch die Zeit und hast du vielleicht auch ein neues Hobby für dich entdeckt?

Jeanine: Ich schreibe, lese und erledige die Arbeiten, die in jedem Frühjahr in Haus und Garten anfallen. Vorerkrankungen machen es erforderlich, für Einkäufe und andere Besorgungen auf Hilfe von Freund*innen zu vertrauen. Nebenher versuche ich (und das ist deutlich spaßiger), meinen Hund zu erziehen. Anton ist ein neun Monate junger Cockerspaniel mit den unmöglichsten Flausen in seinem hübschen Kopf. Wenn man so will, ist er derzeit mein Hobby.

Sandra:Ich kann meinen Alltag weitestgehend beibehalten. Ich verkneife es mir, irgendwohin zu fahren, wir gehen nur einmal wöchentlich einkaufen und treffen keine Freunde oder unsere Familie. Freizeit findet zu Hause statt oder mit den Hunden im Wald. Aber ansonsten hat sich nichts verändert. Der Wochentag besteht aus Vollzeitschreiben, Hunderunden, Kochen, Haushalt, Gartenarbeit und abends Chillen. Ich habe nicht mehr Zeit als vor Corona. Im Gegenteil, zurzeit zieht die Arbeit an. Aber ich bin froh, überhaupt arbeiten zu dürfen und Arbeit zu haben.

Katja: Welche Bücher hast du in den letzten Wochen gelesen? Welche liegen noch auf deinem Stapel?

Sandra: Ich lese zurzeit den dritten Band der Promise Falls-Krimireihe von Linwood Barclay. In den vergangenen Wochen habe ich einige Bücher mir unbekannter Autoren runtergeladen, z.B. „Sieben Jahre Nacht“ von Jeong Yu-jeong und „Portugiesisches Erbe“ von Luis Sellano. Ich habe meiner Schwiegermutter, die sehr viel liest, „Libellenschwestern“ von Lisa Wingate geschenkt. Es war ein spontaner Kauf in einer Buchhandlung. Aber je mehr ich mich danach mit dem Roman beschäftigt habe, desto neugieriger werde ich auf die Geschichte, die auf wahren Geschehnissen beruht. So treu, wie ich meinen Lieblingsautoren bleibe, so gerne probiere ich auch mal neue Autoren aus.

Jeanine: In letzter Zeit gelesen habe ich u.a. die Lost-Krimis von Gil Ribeiro. Außerdem »George Sand und die Sprache der Liebe« von Beate Rygiert und »Was man von hier aus sehen kann« von Mariana Leky. Letzteres übrigens eine Empfehlung der wunderbaren Autorin Kerstin Gier.

Mein SUB ist immer schwindelerregend hoch. Meist lese ich erstmal ein bisschen rein und nehme mir dabei vor, dem Buch mehr Zeit zu widmen, was nicht immer gelingt. Außerdem versuche ich in der Regel die aktuellen Romane der Autorinnen zu lesen, die wir bei den Wortfinderinnen www.die-wortfinderinnen.de mit einem 3-Fragen-Interview vorstellen. Und dann gibt es ja noch das berufliche Lesen. Fachbücher gehören dazu, internationale Zeitungen, eine überregionale Wochenzeitung und Romane von Autor:innen, die im gleichen Genre schreiben.

Katja: Wie ist dein Eindruck? Rücken die Autoren mehr zusammen? Wie findest du die ganzen Aktionen, die es jetzt gibt?

Jeanine: Ich finde schon, dass es einen neuen »Spirit« in Teilen der Autorenschaft gibt. Allerdings haben wir uns bei DELIA* beispielsweise schon immer gegenseitig unterstützt und tun das auch jetzt. Schön sind all die kleinen und großen Initiativen, in denen erfolgreiche Autor:innen ihren weniger bekannten Kolleg:innen durch gemeinsame Aktionen oder Empfehlungen mehr Sichtbarkeit schenken. Das alles ändert aber nichts daran, dass Bücher, die dieser Tage erscheinen, es noch schwerer als sonst haben, wahrgenommen zu werden. Viele Künstlerinnen und Künstler profitieren weder von den staatlichen Sofortprogrammen, noch werden sie auf absehbare Zeit weiterhin von ihrer Arbeit leben können. Eine bedrückende Situation für unsere Kunst- und Kulturszene.

Sandra: Die Aktionen, die zurzeit gemacht werden, finde ich klasse! Es liegt mir schwer im Magen, dass ich bisher in dieser Hinsicht nicht tätig geworden bin. Erst im Februar erschien mein Erotikroman „Du bist die Sünde“ im Heyne Verlag, Anfang April folgte „London Lovers: Die Kunst der Unterwerfung“. Beide Bücher habe ich meinen LeserInnen auf Facebook und Instagram näher vorgestellt. Daneben schreibe ich an einem umfangreichen Projekt, das eigentlich meine ganze Aufmerksamkeit bräuchte. Nebenher noch Corona-Aktionen zu machen übersteigt meine Zeit und Energie, was ich sehr bedauere. Aber ich plane, kurze Lesungen zu machen, sobald sich ein Zeitfenster dafür auftut.

Katja: Und hier noch ein wenig Werbung für Dich … zu welchen Deiner Bücher sollten meine Leser jetzt unbedingt greifen?

Sandra: Anfang April ist mein neuer erotischer Liebesroman „London Lovers: Die Kunst der Unterwerfung“ im sympathischen Dotbooks Verlag erschienen. Die liebenswerte und fantasievolle Buchhändlerin Maddy kann ihre Sehnsucht nach Dominanz und Unterwerfung nicht länger ignorieren und muss ihr endlich nachgehen. Da dominante Liebhaber jedoch nicht an jeder Straßenecke zu finden sind und sie eher zurückhaltend ist, bucht sie nach anfänglichem Hadern den Callboy ACE. Er erfüllt ihre geheimsten Sehnsüchte. Sie verliebt sich in ihn, denn ein Herz kann man nicht unterwerfen. Doch obwohl er sich ebenfalls stark zu ihr hingezogen fühlt, kann er seiner Liebe zu Maddy nicht nachgeben, denn er hütet ein dunkles Geheimnis.

Jeanine: Ich hätte da eine Zeitreise nach Schottland im Angebot. »Wind der Zeiten« ist unter dem Namen Jeanine Krock zuerst im Heyne Verlag erschienen und könnte genau die richtige Lektüre für Schottland-Fans sein, um sich mitten eine historische Highlander-Liebesgeschichte zu träumen. Der Roman ist endlich wieder als E-Book erhältlich und ich bin ganz verliebt in das schöne neue Cover. In die Geschichte natürlich auch.

Oder wie wäre es mit einem Sommer in Island?

»Islandsommer« entführt ins faszinierende Island mit seinen großartigen Landschaften. Eine junge Künstlerin landet eher zufällig in Reykjavík, wo sie findet, wonach sie lange gesucht hat – und noch viel mehr …

Im Juni erscheint mit »Das Haus am Ende Fjords« der zweite Kiri Johansson-Roman. Isving hat sich in den malerischen Westfjorden mit einem Bed & Breakfast endlich ihren Traum erfüllt, als sich das Schicksal meldet – und es hat ganz andere Pläne für die junge Frau …

Beide Romane sind im Heyne Verlag erschienen, am besten kauft man sie in einer Buchhandlung seines Vertrauens. Entweder online oder – hoffentlich bald wieder – direkt im Laden.

Herzlichen Dank für die interessanten Fragen.

 

 

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