Bericht LBM 2016 – Freitag: Aus Worten werden Welten

„Hab mein Wagen vollgeladen …“ unter das Motto konnte Markus die Fahrt von Dresden nach Leipzig ohne weiteres stellen. Unser Auto war voll, hatten wir doch über BlaBlaCar Mitfahrer gesucht und gefunden. Doch „BlaBla“ ist nicht das Motto gewesen – im Wagen war es sehr ruhig. Jeder hing seinen Gedanken nach und Gespräche kamen überhaupt nicht zustande.

Kurz nach 9 Uhr waren wir – nach einer guten und staufreien Fahrt schon an der Messe. Zeit genug, um den ruhig angehen zu lassen. Während ich meinen Presseausweis freischalten lasse und die Parkberechtigung für den Presseparkplatz abhole, geht Markus schon vor und betritt so vor mir die heiligen Hallen.

In der Glashalle trafen wir dann wieder aufeinander und beobachten beim 1. Kaffee des Tages, wie Messebesucher in die Halle strömten, schon zielstrebig zu den (noch geschlossenen) favorisierten Hallen gingen oder sich einfach erst mal mit einem Kaffee oder anderem Getränk hinsetzten. Hier konnte man Studien betreiben und ich glaube, jeder Autor könnte sich hier Impressionen für zukünftige Bücher holen.

Kurz vor 10 war sie dann endlich da – die Person, auf die ich die ganze Zeit gewartet hatte, nach der ich Ausschau hielt: Unsere Freundin Susanna aus Berlin. Für sie ist es die erste Buchmesse, die sie besucht und sie war hibbelig und aufgeregt.

Eine herzliche Begrüßung und ein paar Minuten später machten wir uns auf den Weg zum ersten „Termin“ des Tages. Halle 2, der Stand des Wölfchen-Verlages, war unser Ziel. Ich habe ich Vorfeld der anstehenden LoveLetter-Convention in Berlin die Autorin Cassandra Day interviewt und hier sollte nun das gemeinsame Foto für das Interview entstehen. Vom Sehen her kannten wir beide uns schon und so war es eine herzliche Begrüßung und ein nettes Gespräch, ehe mein persönlicher Fotograf Markus zur Tat schreiten konnte und das gemeinsame Foto machte.

Danach bummelten wir noch eine Weile durch die Halle 2, die wie auch in den vergangenen Jahren die Kinderbücher beherbergte und auch die Schulbücher waren wir immer hier zu finden. Heute war Schultag – viele Schulklassen hatten den Weg in die Messe gefunden – und entsprechend laut ging es hier zu. Nicht alle Kinder (und Erwachsene) nehmen Rücksicht auf andere – schon gar nicht auf Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und schwangere Frauen, die vielleicht auch mal an den einen oder anderen Stand ran möchten. Diese „Erst ist … dann ne Weile nix und dann andere …“-Mentalität ist mir schon im letzten Jahr verstärkt aufgefallen und macht mich eigentlich immer wieder aufs Neue traurig.

Ich habe auf meinem Weg durch die Halle mehrere Bücher entdeckt, die nicht in meiner Tasche aber auf meiner Wunschliste gelandet sind.

Collage_Freitag_1

Dann hieß es auf zu Halle 5. Dort würden wir fast den gesamten restlichen Tag verbringen, hier konzentrierte sich alles von meinen Terminen her.

Das Bücherforum „Literaturschock.de“ hatte in diesem Jahr das erste Mal einen eigenen Stand auf der Messe und dort traf ich ganz kurz die „Foren-Chefin“ Nimue zu einem kurzen Plausch, ehe es dann weiter ging zu Kerstin Rachfahl. Eine Selfpublisher-Autorin, die im April ebenfalls auf der LLC in Berlin dabei sein würde, die ich ebenfalls interviewt habe und wo ein gemeinsames Foto entstehen sollte. Aber vorher wurde auch hier nett geplaudert – über Gott, die Welt und Pferde, und wir wurden mit leckeren Keksen verwöhnt.

Das Bücherforum „Lovelybooks“ hatte auch einen eigenen, sehr großen Stand an der Autorenlounge und dort trafen wir Bianca Iosivoni zu einem Kaffeeklatsch ganz ohne Kaffee. Mit ihr kann man wunderbar plaudern und so verging bei vielseitigen Gesprächsthemen die Zeit für Markus, Susanna und mich wie im Fluge. Zumal sich dann auch noch Brina We, eine befreundete Bloggerin, zu uns gesellte und uns mit lieben Geschenken überraschte. Markus bekam einen gehäkelten Football geschenkt und ich eine Leseratte, die in Zukunft meine Bücher bewachen wird.

Worüber wir mit Bianca gesprochen haben? Über Autoren, deren Bücher man sofort ungesehen kauft und darüber, das genau diese Bücher dann auch nicht ewig auf dem SUB versauern, sondern fast sofort gelesen werden. Und darüber, dass wenn man ein richtig gutes Buch gelesen hat, es jedes andere erst einmal schwer hat zu begeistern

Bevor Bianca uns vor Hunger umkippte beendeten wir die schöne Zeit mit ihr, aber nicht ohne das obligatorische gemeinsame Foto. Dann trennten sich unsere Wege, auch wir hatten Hunger. Und so „gönnten“ Susanna, Markus und ich uns ein Mittagessen. Darüber viele Worte zu verlieren wäre zu viel des Guten: das einzig Schöne daran war, das wir Zeit hatten mal nur miteinander zu quatschen.

Eigentlich wollte ich mich 14 Uhr mit Petra Hülsmann auf einen Kaffee treffen, da wir aber zu der Zeit noch beim Mittag saßen kam sie zu uns und wir quasselten in der Imbissecke miteinander. Hatten wir doch da einen der Tische erobern können und wenn man einen Sitzplatz hat, gibt man den nicht so schnell auf.

Petra erzählte uns, nach dem sie uns erst mal ausgefragt hatte wie es uns geht und was der kleine Bauchzwerg so macht, das ihr drittes Buch als Druckfahne vorliegt und sie es grad noch einmal durchgeht, ehe es dann am 10. Juni erscheinen wird. Ideen für ein 4. Buch hat sie auch schon und es wird auch, sobald die Arbeiten am 3. Buch abgeschlossen sind, angefangen werden.

Es entspann sich eine Diskussion darüber, ob Qualität oder Quantität für einen Autoren besser ist. Ist es besser, nur ein Buch aller 1 ½ Jahre zum Beispiel rauszubringen und sich dafür richtig Zeit zu nehmen – auch was Recherche und Überarbeitung angeht? Oder ist es besser, ständig ein neues Buch „rauszuhauen“, um bei den Lesern im Gespräch zu bleiben? Ein Thema, bei dem die Meinungen sicherlich sehr auseinander gehen – bei Lesern und bei Autoren. Wir waren uns jedoch einig: lieber warte ich ein wenig auf das neue Buch „meiner“ Autoren, als „Fließbandarbeit“ zu bekommen.

Collage_Freitag_2

Mein nächster Termin wäre eigentlich das Meet & Greet von Carin Müller und Andrea Bielfeld gewesen – wenn ich nicht den Termin total verschusselt hätte. Dieser war anstatt meinen Messeplan nicht um 15 Uhr sondern schon um 14 Uhr gewesen. So hatte ich dann doch Andrea verpasst, hatte aber noch das Glück, das Carin noch am Stand war und das sie sich trotz eines Anschlußtermines mit ihrem Agenten noch schnell die Zeit nahm und mir ihr Buch „Hundstage“ signierte. Ein gemeinsames Foto entstand auch noch – sie dachte in dem doch stressigen Moment daran. Ich hätte es mit Sicherheit vergessen.

Am Stand der Lieblingsautoren tummelten sich kurz vor 16 Uhr viele Blogger. Die Lieblingsautoren hatten zum „Bloggerglücksrad“ geladen, eine Veranstaltung zu der man sich anmelden konnte. Ich nutzte die Chance, noch ein wenig mit Brina We zu plaudern und Kathleen Giesecke zu treffen. Beide Mädels hatte ich im letzten Jahr auf der LBM kennengelernt und freute mich entsprechend sehr über das Wiedersehen. Aber auch neue Gesichter lernte ich kennen und würde mich freuen, wenn da der Kontakt bestehen bleiben würde.

Dann war es soweit und wir durften am Glücksrad drehen. Zu gewinnen gab es Büchertaschen – die je nach „Ergebnis“ mit 1 bis 4 Büchern der Lieblingsautoren gefüllt waren. Bunt gemischt versteht sich. So war es nicht nur eine Überraschung wie viele Bücher man bekommt sondern auch, was für welche. Und ich hatte überraschenderweise Glück … ich erdrehte die 3 und bekam eine Tasche mit drei Büchern ausgehändigt. Dazu eine weitere Tasche mit vielen Goodies der Lieblingsautoren. Die Freude war groß, zumal ich von den gewonnenen Büchern weder die Titel noch die Autoren kannte.

Collage_Freitag_3

Dennoch war für mich eine Sache sofort beschlossen: ich würde mir nur 1 Buch behalten und die anderen beiden wandern in Goodiepakete. Was es damit auf sich hat? Das könnt ihr morgen lesen.

Langsam aber sicher ging meine Kraft zur Neige. Ich war aber selbst überrascht, wie gut ich – auch dank der tollen Unterstützung von Markus – den Tag durchgehalten habe. Wir verließen die Halle 5 und gingen in die Glashalle, wo wir uns kurz mit Marco und Claudia trafen – zwei Leipziger Freunde. Diese machten heute auch die Messe unsicher und es hatte tatsächlich den ganzen Tag gebraucht, bis wir uns über den Weg liefen.

Der letzte Punkt des Tages – quasi auf dem Weg zum Parkplatz – war die Halle 1: die Manga-Halle. Und das war ein großer Fehler. Denn wir waren mittlerweile vollkommen fertig und so war es für uns nicht mehr entspannend und inspirierend, sondern Stress pur. Wir hatten keinen Blick mehr für die Zeichner und die Umgebung, so dass wir ganz schnell abbrachen und zum Pressezentrum „flüchteten“. Dort noch ein kurzer Schwatz mit Brina und um 17.45 Uhr traten wir die Heimfahrt an.

 Tag 1_Freitag

Am Samstag sollte es weitergehen und wie es da war, könnt ihr morgen lesen.

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