Boží Dar – Teil 2

Von unserem Urlaubsort Boží Dar ausgehend und auf dem Weg dahin haben wir einige Ausflüge gemacht. Und so haben wir natürlich einiges erlebt, von dem ich Euch heute, im zweiten Teil meines Berichtes, erzählen möchte.

Auf dem Weg von Dresden nach Boží Dar sind wir durch die kleine Gemeinde Crottendorf gekommen. Crottendorf liegt am Fluss Zschopau, hat sich im 12. Jahrhundert entwickelt und … es beherbergt ein Schnapsmuseum.

Grenzwald Schnaps-Museum

Im Stammhaus untergebracht, kann man sich in dem kleinen Schnapsmuseum einen Einblick in den historischen Produktionsablauf der Firma verschaffen und alte Geräte und Apparaturen bestaunen. Die Räume sind wirklich sehr klein, um nicht zu sagen winzig. Mehr als 6 Personen gleichzeitig, die sich das anschauen wollen und das Museum muss wegen Überfüllung geschlossen werden. 🙂

Wir haben uns die wenigen Räume dennoch angeschaut. Am Eingang bekommt man einen Flyer in die Hand gedrückt, der einige Bilder enthält und ein paar (sehr kurze) Texte enthalten bzw. Aufzählungen über die im Raum enthaltenen Ausstellungsstücke. Es war interessant, aber eine Führung mit einem Insider, der mehr dazu erzählen kann oder ein direkter Einblick in die Produktion hätten mich mehr interessiert und auch mit Sicherheit mehr begeistern können.

Nach der Besichtigung des Museums hat man die Gelegenheit, Liköre und Schnäpse zu probieren und natürlich auch zu kaufen.

Gerade wenn man mal ein Geschenk braucht, ist dies eine gute Gelegenheit. Bei den vielseitigen Getränken ist so manch absurde Mischung dabei – da hilft nur probieren.

Ob man sich das Museum unbedingt anschauen muss? Das muss glaube ich jeder selber entscheiden, in wie weit ihn die Schnapsherstellung interessiert, die Zutaten und die alte Einrichtung einer solchen Produktion. Interessant ist es allemal und der Eintritt in das Museum ist kostenlos.

Monsterroller-Tour

Wir wollten einen für uns besonderen Tag besonders gestalten und haben uns nach einigem Überlegen für eine Monsterroller-Tour entschieden. Auf der Website kann man aus 5 verschiedenen Touren wählen – wir haben uns für die Neudorf-Tour entschieden und bereits Wochen im Voraus reserviert.

Pünktlich zur verabredeten Zeit waren wir da, bekamen eine sehr kurze Einweisung nach dem Motto „Das ist der Roller. Hier sind die Bremsen für vorne und hinten — viel Spaß.“ Das war’s dann eigentlich auch schon – das Bezahlen und Unterschreiben der Belehrungen hat wesentlich länger gedauert.

Vom Testcenter aus schoben wir unsere Monsterroller zum Sessellift, von wo aus es hinauf auf den Fichtelberg ging. Die Fahrt nach oben genossen wir in vollen Zügen und in mir kreisten schon die Gedanken „Wie wird es sein?“.

Oben auf dem Plateau angekommen suchten wir uns die Abfahrtstelle, machten noch ein paar Bilder und dann ging es auch schon los. Während Markus wagemutig sofort „Gummi“ gab, fuhr ich mit angezogener Handbremse und zitternden Knien. War es doch ein sehr ungewohntes Gefühl. Wir hatten einen Plan mitbekommen, den wir aber auf Grund der vorhandenen (jedoch sehr provisorisch wirkenden) Ausschilderung nicht brauchten.

Das Fahrgefühl auf diesen Roller mit den dicken Ballonreifen war gewöhnungsbedürftig. Man musste die ganze Zeit stehen und wie ich dann später feststellen durfte, wurde der ganze Körper stark beansprucht.

Je weiter die Fahrt voranschritt, desto mehr Spaß machte es mir, über leichte Waldwege, Schotterpisten und verschieden steile Abfahrten zu sausen. Was mich zwischenzeitlich immer wieder störte waren die 3 längeren Abschnitte, in denen man den Roller schieben musste. Denn er rollt nur bergab und, wenn man genug Schwung mitbringt, auch noch ein Stückchen gerade aus. Aber irgendwann muss man absteigen und schieben. Es waren gerade Stücke, aber es frisst unheimlich viel Zeit.

Es muss dazu gesagt werden: wie wir am Ende erfahren haben, sind wir eine Ersatzstrecke gefahren. Aufgrund von Forstarbeiten war die originale „Neudorf-Strecke“ teils nicht passierbar. Daher sind einige der obigen Ausführungen sicher nicht 1:1 auf die Originalstrecke zu übertragen.

An der Vierenstraße angekommen gaben wir unsere Roller an einen wartenden Mitarbeiter ab, der diesen auf einen Transporter lud und dann wieder zurück nach Oberwiesenthal brachte. Wir beide warteten jedoch auf die Fichtelbergbahn. Denn wie schon die Fahrt mit dem Sessellift war auch die Rückfahrt mit der Dampfeisenbahn im Preis inbegriffen.

Hier waren wir dann auch überrascht: für die Tour werden 2 ½ Stunden angegeben, wirklich auf den Rollern unterwegs waren wir knapp eine Stunde. Eigentlich ein sehr kurzes Erlebnis.

Vom Spaß- und Erlebnisfaktor her war es ein wunderbares Erlebnis und ich würde es, gemeinsam mit Markus, auf jeden Fall noch einmal wagen. Wir würden dann wahrscheinlich eine andere, eine längere Tour, nehmen.

Noch ein Wort zum Service … der wird hier leider sehr klein geschrieben und hat ein klein wenig einen unguten Nachgeschmack hinterlassen. Fragen, die man im Nachgang zur Buchung per Mail äußert, werden einfach ignoriert und nicht beantwortet. Per Telefon ist niemand im Testcenter erreichbar.

Und was mich am meisten gestört hat waren die starren, vorgegebenen Zeiten für die Rückfahrt von Neudorf mit der Fichtelbergbahn. Wir mussten – nach einem Start um 10.30 Uhr in Oberwiesenthal – den Zug um 12:00 Uhr nehmen. Wenn ich für den Rücktransport der Roller zum Ausgangsort verantwortlich bin, sehe ich das auch durchaus ein. Da diese aber von einem Mitarbeiter abgeholt wurden, hielt sich mein Verständnis für diese Regelung in Grenzen, zumal man davon nicht abweichen durfte.

Dazu kamen die dreckigen Polster in den Helmen – ich glaube nicht dass diese vom Schweiß der vorherigen Fahrer gereinigt wurden. Hygiene und Sauberkeit ist was anderes.

Für den Spaßfaktor gebe ich 4 von 5 Sternen – der Service bekommt magere 2 Sterne.

Suppenmuseum Neudorf

Nachdem wir nach der Monsterroller-Tour von Neudorf mit der Dampflok nach Oberwiesenthal gefahren waren, fuhren wir mit dem Auto wieder zurück nach Neudorf. Denn eigentlich wollten wir uns im Anschluss an die Tour das Suppenmuseum anschauen.

Im ehemaligen Rathaus von Neudorf ist das einzige Suppenmuseum Deutschlands untergebracht. Nachdem wir pro Person 3 Euro Eintritt gezahlt hatten, stiegen wir in die erste Etage hinauf. Dort oben sind liebevoll eingerichtet Räume untergebracht. Diese zeigen vier Küchen, wie sie in den Jahren 1910, 1930, 1960 und 1970 typisch waren. Man sieht, wie hier zu den unterschiedlichen Zeiten gelebt, gewohnt, gekocht und gearbeitet wurde.

Gerade bei den Küchen von 1960 und 1970 entdeckte ich einige Gegenstände, die ich von meinen Eltern und Großeltern her noch kannte. Ein schöner Ausflug in die Vergangenheit, der in mir einige Erinnerungen – auch an meine leider längst verstorbenen Großeltern – weckte.

Dazu gab es noch ein „Terrinenzimmer“ und ein „Löffelzimmer“. Im letzteren findet man eine Regalwand, die man sich näher anschauen sollte, wenn man sehr gerne (Suppen) kocht. Denn dort findet man, alphabetisch geordnet, unzählige Suppenrezepte. Wenn einem ein Suppenrezept gefällt, nimmt man dieses mit nach unten in den Shop, wo man es für 25 Cent pro Seite kopiert bekommt. Eine feine Sache.

Ich habe nur einige Minuten eine überschaubare Anzahl von Rezepten durchgestöbert und habe mir 6 verschiedene ausgesucht. Bei längerem Suchen wären es sicher noch einige mehr geworden.

Im Erdgeschoss wartet dann, wenn man den Rundgang beendet hat, noch ein gut sortierter Shop auf den Besucher. Hier gibt es Gewürze aller Art, drei verschiedene Kochbücher und andere Artikel darauf, entdeckt und vielleicht gekauft zu werden. Vor allem lokale Produkte und Bücher stehen hier im Vordergrund, das hat uns gefallen.

Mit mir fuhr ein Suppenkochbuch nach Hause, außerdem ein Glas Honig und wie gesagt, die Kopien.

Es gibt auch einen kleinen Imbissbereich. Hier kann man zu humanen Preisen etwas Trinken und Essen. Natürlich gibt es hier Suppen – zwei standen zur Auswahl und beide haben wir natürlich gekostet und genossen.

Alles in allem ein schönes, kleines Museum, das zu entdecken uns sehr viel Spaß machte.

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