Comödie Dresden: Die Feuerzangenbowle

Ich stand im Oktober vor der Frage, was kann ich meinem Herzensmenschen Markus zum Geburtstag schenken? Meine Freundin Kathi hatte mich im September in die Comödie Dresden entführt. Und da sah ich sie: die Ankündigung zum Stück „Die Feuerzangenbowle“ mit Volker Zach. Mich traf es wie ein Blitz …

Wer kennt ihn nicht, den Filmklassiker „Die Feuerzangenbowle“ mit dem unvergessenen Heinz Rühmann in der Hauptrolle? Ich hab den Satz „Die alkoholische Gärung ist die Gärung des Alkohols ….“ immer im Ohr. Ich weiß nicht, wie oft ich den Film schon gesehen habe und ich schau ihn immer wieder gerne an. Genauso wie Markus, dem ich die Eintrittskarte inklusive Dinner im Restaurant „Lampenfieber“ zum Geburtstag geschenkt habe.

Am 07. Dezember war es dann soweit: wir machten uns schick und fuhren in die Innenstadt, zur Comödie Dresden. Im angrenzenden Restaurant „Lampenfieber“ war ein Tisch für uns zwei reserviert. Das Restaurant ist klein, gemütlich und war etwa zur Hälfte gefüllt. Eine junge Frau kümmerte sich im Service alleine um die Gäste, fragte nach Wünschen, brachte Getränke und das Essen. Immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht, immer mit einem netten Wort. Und das, obwohl sie alleine zuständig war. Respekt kann ich da nur sagen – wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Das Essen, was uns im 3-Gang-Menü serviert wurde, war superlecker und mir gefiel, wie man auf Extra-Wünsche einging. An der Tafel angeschlagen stand nämlich „Kürbis-Vanillesüppchen“ und das klang in meinen Augen viel leckerer als das „Karotten-Curry-Süppchen“ das auf unserer Menü-Karte stand. Als ich fragte ob man die Vorsuppen tauschen konnte, versprach sie in der Küche nachzufragen. Wenige Minuten standen unsere Suppen auf dem Tisch und mein Wunsch war erfüllt wurden. Auch die darauf folgenden Gänge – das Hauptgericht und das Dessert – waren beide sehr lecker und so konnten wir dann gestärkt ins Theater gehen.

Es war Ladies Night, das heißt ich wurde mit einem Glas Sekt begrüßt (und hatte für meine Karte 5 Euro weniger bezahlt). Wir plauderten noch ein wenig mit meiner Kollegin Antje, die sich das Stück auch anschauen wollte und dann gingen wir in den Saal hinein.

Unsere Plätze waren in der 6. Reihe, also hatten wir einen guten Blick auf die Hauptbühne. Und dann begann es: das wunderbare Stück um den jungen Schriftsteller Dr. Pfeiffer, der nie auf einer Penne war.

Für alle, die weder das Buch aus der Feder von Heinrich Spoerl kennen noch den Film mit Heinz Rühmann: darum geht es in dem Stück:

Das Schönste im Leben“, resümiert die Herrenrunde um den jungen Schriftsteller Dr. Pfeiffer, „war die Gymnasiastenzeit“. Doch Pfeiffer hatte Privatunterricht, war nie auf der Penne, kennt weder Pauker noch die Streiche, die man ihnen spielt, ist „überhaupt kein Mensch, sozusagen“. Eine Schnapsidee: Die gute alte Zeit soll auferstehen und er das Versäumte nachholen. Als „Pfeiffer mit drei f“ wird er in der Oberprima von Babenberg „Schöler“ von Professor Crey, lernt beim Bömmel, was es mit der „Dampfmaschin´“ auf sich hat und ersinnt mit seinen pubertierenden Schulkameraden Unfug aller Art, um den Lehrkörper zu foppen. Doch bald hegt er auch ernstere Absichten, denn für die reizende Tochter des gestrengen Herrn Direktors entflammen in ihm recht erwachsene Gefühle…

Es war eine wunderbare Inszenierung mit einer Besetzung, die den Figuren in meinen Augen mehr als nur gerecht wurde. Allen voran natürlich Volker Zack als Dr. Johannes Pfeiffer. Er verkörperte diese Figur meines Erachtens sehr gut und muss einen Vergleich mit Heinz Rühmann nicht scheuen. Er lebte diese Rolle, füllte sie ganz aus und begeisterte mich von der ersten Sekunde an, die er die Bühne betrat.

Aber auch die anderen Schauspieler waren gut gewählt. Ich kann nicht alle aufzählen, will es auch gar nicht. Aber zwei weitere, die mich begeistern konnten will ich nennen. Das war zum einen Andreas Köhler. Als „Professor Bömmel“ mit seiner „Dampfmaschin“ – ich hab mich kugeln können vor Lachen. Und dann Florian Rast als Rudi Knebel. Er hat mich so sehr an einen guten Freund erinnert, dass ich oft lachen müsste. Weil dieser gute Freund genau solche Gesten drauf hat.

Der Funken von den Schauspielern auf die Zuschauer sprang sofort über, das Publikum ging voll mit und verfolgte gespannt und lachend jede Szene. Die Pause, die natürlich sein muss, störte mich diesmal total. Ich wollte so gern sofort weiterschauen, weiter verfolgen was noch passiert.

Am Schluss, als der letzte Vorhang fiel, gab es tosenden Applaus für die Akteure, den sie sich wirklich redlich verdient hatten. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass es schon fast 23 Uhr war. Zu Hause warteten der Babysitter und unsere Mäuse und trotzdem … es musste sein.

Von der letzten Ladies Night wusste ich, dass die Schauspieler Autogramme nach der Vorstellung geben und ich wollte unbedingt mein Programmheft signiert haben. Ich stand günstig und war mit einer der ersten, die bei erschöpften aber glücklichen Akteuren, welche noch in ihren Kostümen steckten, ihr Heft signieren liesen.

Es war ein toller Abend in der Comödie Dresden und ich hoffe, das Markus und ich auch nächstes Jahr uns wieder die Zeit nehmen und wenigstens ein oder zwei Vorstellungen dort erleben werden.

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