Das Joshua-Profil (Film)

Vor einigen Wochen lief „Das Joshua-Profil“ nach einem Thriller von Sebastian Fitzek im Fernsehen und nachdem Markus bereits das Buch gelesen und rezensiert hat, war der Film natürlich Pflicht. Seine Gedanken zu dem Film und wie er diesen bewertet, das könnt ihr hier lesen:

Als die Verfilmung des Joshua Profils von Sebastian Fitzek angekündigt wurde, war ich gespannt. Schließlich hatte mir die Vielschichtigkeit und Spannung des Buches sehr gefallen. Wie würde der Stoff umgesetzt sein? Würden die Schauspieler den Protagonisten des Buches entsprechen?

Autor Max Rohde hat gerade sein Erstlingswerk veröffentlicht „Die Blutschule“. Für den bisher erfolglosen Schriftsteller scheint es endlich aufwärts zu gehen.

Als er einen mysteriösen Anruf erhält, in dem ihn jemand davor warnt, was er tun wird, nimmt er dies zunächst nicht ernst. Kurze Zeit später wird jedoch bei Ihm eingebrochen und seine Pflegetochter kommt dabei zu Schaden.

Zu seinem ohnmächtigen Erstaunen wird gerade er verdächtigt, sie missbraucht zu haben, oder es zu wollen. Nur durch das beherzte Eingreifen seines Anwaltes kommt Max frei.

Dann aber überschlagen sich die Ereignisse und Max wird erneut von der Polizei gesucht – eine Jagd beginnt in der die Guten und die Bösen schwer auseinander zu halten sind.

Ein deutscher Film, der auf einem Bestseller Buch basiert – da kann so einiges schief gehen. Doch würde ein Sebastian Fitzek (mit Cameo Auftritt als Buchhändler) einen Verriss zulassen?

Die Aufmachung des Filmes passt zur Buchvorlage, Cosmo – Max‘ Bruder – wird so porträtiert wie im Buch beschrieben, auch Frida und vor allem Anwalt Toffi, gespielt von Armin Rohde, sind sehr gut getroffen.

Torben Liebrecht als Hauptdarsteller überzeugt jedoch nicht – weder optisch noch von der schauspielerischen Leistung. Zu glatt, zu profillos, ein durchtrainiertes Modepüppchen aus der Retorte – naja vielleicht ist das zu hart gesagt. Aber ein prägnanterer und zugleich durchschnittlicherer Typus wäre hier angemessener gewesen.

Zur Story. Was soll ich sagen. Ich habe lange über eine passende Beschreibung nachdenken müssen. Am besten trifft wohl, dass dieser Film „von der Romanvorlage inspiriert“ war. Sowohl von der Geschichte, als auch von vielen, teils signifikanten Einzelheiten ist der Film sehr eigenständig – und das ist die positive Formulierung. Denn an das Buch mit seiner dichten und spannenden Story kommt er nicht heran. Es wurde einfach zu viel weggelassen und vieles in ein anderes Licht gestellt.

Da wird die Kritik an der totalen Überwachung und der Verbrechensvorhersage durch ein „allwissendes“ Computerprogramm und das dahinter stehende geldgierige, wie skrupellose Unternehmen eher als schmückendes Beiwerk abgehandelt. Die brutale, hilflos machende Situation, die im Buch beschrieben wird kam jedenfalls nicht ins Fernsehen.

Wie ist diese Verfilmung nun zu bewerten?

Als – wie oben erwähnt – vom Buch inspirierter Film kann man durchaus gut unterhalten werden. Es gibt glanzvolle Passagen, die für einen Deutschen Thriller aller Ehren wert sind. Für mehr als 3,5 von 5 Sternen reicht es schon wegen dem unglaubwürdigen Hauptdarsteller nicht.

Als Verfilmung des Romans fällt das Urteil hingegen wesentlich schlechter aus. Zu viel verzerrt, weggelassen und verfremdet – da sind 2,5 von 5 Sternen ein faires Urteil.

Es kommt also darauf an, was man erwartet. Je unvoreingenommener man heran geht, desto besser ist das Ergebnis.

Ich freue mich mehr darauf, nun das nächste Fitzek Buch zu lesen – Verfilmungen sind eine heikle Sache.

Daten:
Laufzeit: 109 min.
FSK: ab 12
Regie: Jochen Alexander Freydank
Genre: Thriller, Actionfilm
Drehbuchautor: Jan Braren
Romanvolage: Sebastian Fitzek
Hauptdarsteller: Torben Liebrecht (Max Rhode), Cosmo Liebrecht (Max Hopp), Franziksa Weisz (Kim Rhode), Inez Bjørg David (Frida Blum), Armin Rohde  (Christoph „Toffi“ Marx), Lina Hüesker (Jola Arnim), Arnd Klawitter (Kommissar Philipp Stoya)

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