Die im Dunkeln sieht man nicht von Andreas Götz

Andreas Götz kann sehr gut mit Worten umgehen und so Situationen beschreiben. Das hat für mich das Lesen sehr angenehm gemacht und immer mal ein schmunzeln auf meine Lippen gezeichnet.

Hier sind die beiden Beispiele, die mehr sehr gefallen haben.

Zitate Seite 38: Er war verschlossen, wie ein zugeklapptes Buch.

Seite 50: Du kannst deine Wurzeln abhacken, dachte er, aber sie bleiben an der Stelle in der Erde stecken, wo sie gewachsen sind.

Die Menschen versuchen ihren Weg im neuen Deutschland und somit ihren Platz zu finden. Was wird da alles in den Köpfen vorgegangen sein, auf einmal zum Verlierer zu gehören? Wie kam man damit klar und mit den ganzen Schreckensbilder aus den Lagern? Diese Fragen, der „Verfall“ der guten Sitten und Moral und persönliche Empfindungen sind meiner Meinung nach sehr gut und authentisch dargestellt.

Der Aufbau des Buches als Klappbroschüre mit Straßenkarte von München und dem Interview ist sehr gelungen.

Das Buch ist als historische Krimi beschrieben. Historischen stimme ich gern zu, aber ein reiner Krimi ist für mich nicht. Da fehlen mir die typischen Elemente. Ich ordne es mehr in eine historische Erzählung mit kriminellen Elementen ein. Das Buch ist an sich spannend geschrieben, ich habe die ersten 2/3 gern gelesen und war auf den Fortgang gespannt, doch dann zum Ende hin, fand ich, dass alles irgendwie auf Krampf geklärt werden musste, und für mich belanglose Dinge ins positive gerückt wurden, obwohl dies gar nicht mehr genützt bzw. nicht mehr gepasst hat. Damit meine ich die Handlungsweisen der Protagonisten.

Das Buch ist nicht schlecht, aber es könnte nicht meine Erwartungen erfüllen, ich vergebe aus oben genannten Gründen 3 von 5 Sterne.

Mein Dank geht an den Scherz Verlag und das Team von lovelybooks für das bereitgestellte Reziexemplar.

Daten:
Autor: Andreas Götz
Titel: Die im Dunkeln sieht man nicht
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz (August 2019)
ISBN-13: 978-3651025875

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