Die Schöne und das Biest

Ein Film – zwei Meinungen. Unter diesem Motto kann man diesen Bericht ohne weiteres stellen, denn hier und jetzt kann man zwei Meinungen zu einem Kinofilm lesen. Und, ohne zu viel vorweg zu nehmen: es sind sehr unterschiedliche Meinungen.

Die Schöne und das Biest ist ein französisches Volksmärchen, das schon sehr oft verfilmt wurde. Die bekannteste Adaption – und die einzige die ich kenne – ist der Disney Trickfilm aus dem Jahr 1991.

Die Neuverfilmung 2017 kommt als Live-Action-Musical und enthält Neukompositionen der bekannten Disneysongs wie zum Beispiel „Be our Guest“. Interessant zu wissen ist hierbei, dass diese Titel von den Darstellern selbst eingesungen wurden, Emma Watson zum Beispiel dafür extra Gesangsstunden genommen hat.

Als ich das Letzte Mal mit Susanna im Kino war habe ich den Trailer gesehen und war begeistert. Emma Watson, die mich in den Harry Potter-Verfilmungen begeistern konnte, in der Rolle der Belle? Das musste ich sehen.

Und nun war es soweit: ich saß mit Susanna im Kino und konnte mir dank Markus, der auf die Kinder zu Hause aufpasste, meinen Wunsch erfüllen.

Worum geht es?

Die hübsche Belle lebt mit ihrem Vater in einem kleinen französischen Dorf. Als dieser im unheimlichen Schloss im nahegelegenen Wald in Gefangenschaft gerät, macht sie sich auf, ihn zu retten. Dabei wird sie selbst zur Gefangenen des Hausherrn, den sie zunächst nicht zu Gesicht bekommt. Als sie ihn erblickt, ist der Schreck umso größer: Er ist ein großes haariges Biest. Doch hinter der abschreckenden Fassade der Kreatur verbirgt sich ein sensibles Herz. Mit Feingefühl und Geduld lockt er Belle aus der Reserve und versucht, ihr den unfreiwilligen Aufenthalt auf seinem Schloss erträglich, ja sogar genüsslich zu machen. Denn wie sich herausstellen wird, verfolgt das Biest keine bösen Absichten, die man ihm im Dorf nachsagt, sondern hat einen märchenhaften Plan. Um diesen umsetzen zu können, muss er Belle jedoch davon überzeugen, bei ihm zu bleiben. Indes macht sich die Dorfgemeinschaft unter Anleitung von Belles Verehrer Gaston daran, zum Sturm auf das verwunschene Schloss zu blasen, um Belle zu befreien. Doch sie verkennen die gutartige Seite des Biestes und wissen nicht, dass Belle sein Schloss vielleicht gar nicht mehr verlassen möchte. Auch das Schlosspersonal, das sich als sprechende Tasse Mrs. Potts und Kerzenhalter Lumière entpuppt, bewegt sie, zu bleiben – was verbirgt hinter der verwunschenen Fassade?

Meine Meinung …

Gerade am Anfang des Filmes hatte ich massive Fluchtgedanken. Mir ging der Gesang ehrlich gesagt ein wenig auf die Nerven. Es war zu viel, Texte die mir nicht gefielen und in meinen Augen auch sehr übertrieben waren.

Erst als sich die Handlung ins Schloss verlagerte war auch ich wirklich mittendrin, fand die Geschichte streckenweise wieder so hinreißend und mitreißend wie damals als Jugendliche. Ich hatte streckenweise wieder Spaß am Zuschauen.

Die Besetzung der Belle durch Emma Watson war meiner Meinung nach gut gelungen, es hat für mich gut gepasst und sie hat die Rolle wunderbar ausgefüllt. Auch das Biest, gespielt von Dan Stevens, konnte mich von Minute zu Minute mehr fesseln. Die Wandlung von einem Biest hin zu einem sympathischen „Ungeheuer“, das Herz und Gefühl entwickelt, war ein Traum.

Genauso wie die große Bibliothek, in der er Belle zeigt, wie menschlich er tief im inneren noch ist.

Und dennoch gab es Szenen, die ich vermisst habe. Die so ganz anders waren als im Zeichentrick-Film und die auch der Grund sind, weshalb mich die Figuren Großteils doch kalt gelassen haben. Sie haben es nicht geschafft, mich zu berühren und mich an den Film zu binden.

Tassilo zum Beispiel: im Trickfilm kommt er realer rüber als hier in diesem Film. Er berührt mich mehr, weckt mehr Gefühle in mir als hier auf der Kinoleinwand.

Ich weiß, dass sich bei diesem Film wieder einmal die Lager spalten. Ich habe es schon an Susanna und mir gemerkt. Sie ging mit glänzenden Augen aus dem Kinosaal heraus, sie hatte viel Spaß beim Anschauen des Filmes. Als sie mich dann sah, wusste sie auch, dass ich nicht so begeistert war.

Zum Glück sind Geschmäcker verschieden. Von mir bekommt der Film nur schwache 2 ½ von 5 möglichen Punkten.

Susannas Meinung:

Die Handlung wurde 1:1 aus der Trickfilmverfilmung übernommen wurde und man kann daher keine wirklichen Überraschungen erwarten.

Überraschend gut fand ich die Besetzung der Schauspieler. Ok, Emma Watson als Belle konnte ja nur gut sein ;). Aber auch die Anderen Charaktere fand ich gut besetzt, wobei Emma Watson eindeutig im Vordergrund spielte.

Wie  in der ersten Disney Version wird auch hier viel gesungen, was an einigen Stellen, sagen wir es mal vorsichtig, etwas nervig war, aber es ist halt eine Disneyverfilmung. Was im Film eine Neuheit war, war die Entwicklung von 2 Charakteren. So hat Disney, vor Start des Filmes, durch offizielle Quellen verlauten lassen, dass zwei männliche Charaktere sich in einander verlieben werden. Dies ist ein Debüt für Disney, da noch nie offen homosexuelle Figuren in Disneyfilmen gezeigt wurden. Genau dieses sollte aber in einigen Ländern für Diskussionsstoff sorgen, sodass in Kuweit und in den USA der Film teilweise zensiert gezeigt wurde, in Russland bekam er deshalb erst die Altersfreigabe ab 16.

Bei uns hat der Film übrigens die Altersfreigabe ab 6.

Ich fand den Film, überwiegend, sehr gut  und war nach dem Film von der Umsetzung Begeistert! Der Einzige, der mir so richtig auf die Nerven ging war der Charakter von Gaston, was aber einfach an der Figur selbst lag, der Schauspieler hat seine Rolle sehr überzeugend gespielt.

Ansonsten bietet der Film keine wirklichen Überraschungen, einfach deshalb weil die Story ja schon bekannt ist. Insgesamt kann ich einen Kinobesuch empfehlen, wenn man viel Musik im Film mag ;).

Daten:
Laufzeit: 2 Stunden und 9 Minuten
FSK:  ab 6
Regie: Bill Condon
Genre: Fantasy, Romanze, Musik
Musik: Alan Menken
Drehbuchautor: Evan Spiliotopoulos, Stephen Chbosky
basierend auf: Jeanne-Marie Leprince de Beaumont
Hauptdarsteller: Emma Watson (Rolle : Belle), Dan Stevens (Rolle : Biest), Luke Evans (Rolle : Gaston), Kevin Kline (Rolle : Maurice ), Josh Gad (Rolle : LeFou), Ewan McGregor (Rolle : Lumière), Emma Thompson (Rolle : Madame Pottine ), Nathan Mack (Rolle: Tassilo), ian McKellen (Rolle: von Unruh)

 

 

 

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One Response to Die Schöne und das Biest

  1. Susa sagt:

    Ich glaub wir hatten selten so unterschiedliche Meinungen

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