Ein Ausflug nach Bad Sachsa

Heute bin ich besonders aufgeregt, denn heute habe ich einen ganz besonderen Blog-Post für Euch. Meine erste kleine Geschichte. Angelegt als „Fanfiction“ zu den von mir so geliebten Kinder-Reiseführern aus dem Kinderbuchverlag Biber und Butzemann. Hauptfiguren sind natürlich Lilly und Nicolas mit ihren Eltern. Sie erzählen uns das, was Markus und ich auf einem Ausflug nach Bad Sachsa erlebt habe.

Voller Tatendrang saßen Nicolas und Lilly mit ihren Eltern in der kleinen Ferienwohnung in Nordhausen am Frühstückstisch und ließen sich die frischen Bäckerbrötchen mit Nutella schmecken, die Mama so liebevoll geschmiert hat. „Was machen wir heute?“ fragte Nicolas mit vollem Mund, was ihm einen strafenden Blick von Papa einbrachte. Schnell würgte er den großen Bissen herunter, den er gerade abgebissen hatte und fragte noch einmal „Was machen wir denn heute?“ Auch Lilly sah ihre Eltern ganz gespannt an.

„Na ja, mal sehen …. zuerst Essen wir auf. Dann werden die Zähne geputzt ….“ gab Papa zur Antwort, was ihm von beiden Seiten ein genervtes „Mensch Papa …“ einbrachte. Er grinste in sich rein und meinte dann „Das verrate ich erst, wenn wir im Auto sitzen.“

Nach dem Frühstück beeilten sich Nicolas und Lilly ganz besonders, um nur schnell im Auto zu sitzen und auch die Diskussion, ob man heute eine neue Geschichte von Conni oder von den drei Fragezeichen anhört, wurde überraschend schnell beendet.

Paa startete das Auto, nachdem auch Mama endlich eingestiegen war, lenkte es auf die Hauptstraße und lüftete dann das große Geheimnis. „Wir fahren heute nach Bad Sachsa. Dort schauen wir uns erst den Harzfalkenhof an und dann gehen wir wandern.“ Während der Harzfalkenhof noch ein Jauchzen bei Lilly und Nicolas hervorrufen konnte, verursachte das Wandern lange Gesichter. Doch Mama und Papa schauten darüber hinweg, wussten sie doch dass das Ziel der Wanderung die Kinder dann wieder begeistern würde.

Mit einem lustigen Hörbuch verging die Fahrt zum Ziel ganz schnell. Bei der Fahrt durch Bad Sachsa hinauf zum Katzenstein schaute Lilly aus dem Fenster und …. „Eine Hexe, eine Hexe. Papa Stopp!“ Erschrocken stieg Papa auf die Bremsen – direkt neben einer Bank aus Holz, auf der eine hölzerne Hexe saß. Lilly liebte Hexen über alles, seit sie bei einem vorherigen Urlaub einer Hexe begegnet war und viel über Hexen gelernt hatte. „Willst Du aussteigen und ich mach schnell ein Foto von dir mit der Hexe?“ fragte Mama und schnell wie der Wind war Lilly abgeschnallt und aus dem Auto gestiegen. Sie setzte sich direkt neben die Hexe und blickte ganz stolz in die Kamera. Schnell machte Mama ein paar Bilder und Schwupps saßen beide wieder im Auto und weiter ging die Fahrt.

Endlich war das Ziel erreicht – der Harzfalkenhof Bad Sachsa. Die Kinder konnten es kaum erwarten, aus dem Auto zu steigen und auf den Hof zu gelangen. Gerade Nicolas war fasziniert von Greifvögeln aller Art und freute sich darauf, ihnen gleich wieder ganz nahe gegenüber zu stehen.

Mama kaufte schnell die Eintrittskarten und dann war die Enttäuschung groß: heute würde keine Flugshow stattfinden. Traurig lies Nicolas den Kopf hängen, aber der Kummer war gleich wieder vergessen, als der Blick auf den majestätischen Weißkopfseeadler fiel, welcher die Gäste des Harzfalkenhofes als erstes begrüßte. Er saß auf dem Dach seines kleinen Häuschens und schaute – natürlich – in die andere Richtung. Während Papa die Kamera aus der Tasche angelte, ging Nicolas langsam auf das Tier zu. Langsam, das hatte Mama ihm beigebracht. Man darf Tiere nicht erschrecken, in dem man auf sie zu rennt, das sagt Mama immer und er versuchte sich daran zu halten. Das war nicht immer leicht, gerade Lilly vergaß es auch gerne mal. Aber er, er war ja schon groß und gab sich viel Mühe. „Hey du, ich bin‘s. Der Nicolas. Schaust du mich mal an?“ Mama schmunzelte in sich rein, aber der Weißkopfseeadler reagiert. Langsam drehte er seinen Kopf. „Mama, Mama schau‘ mal, er schaut mich direkt an.“ Tatsächlich hatte es den Anschein, als ob der große Vogel dem kleinen Mann direkt in die Augen schauen würde. Papa schoss schnell das ein oder andere Erinnerungsfoto, ehe sie zum nächsten Käfig gingen. Dort warteten zwei Schwarzmilane auf die Besucher und flogen aufgeregt hin und her.

Aufgeregt flitzten die Kinder hin und her, entdeckten Turmfalken und Steppenadler, suchten die verschiedenen Käuze in ihren Gehegen und bestaunte die sibirischen Uhus und die imposanten Schneegeier. Mal waren sie schneller als Mama und Papa, mal ließen sie sich zurückfallen.

Als sie bei dem Gehege der Sakerfalken angelangt waren, staunten die beiden nicht schlecht. Ganz nah am Zaun saß einer der Sakerfalken und davor hockte Mama und sprach mit ihm. Ganz leise, ganz ruhig und es schien, als ob der Falke ihr zuhörte. Ganz leise, fast auf Zehenspitzen, ging Lilly zu ihrer Mama, drängte sich an sie ran und fragte leise „Mama, was machst du da?“ Mama legte den Arm um Lilly „Ich erzähle dem Falken ein Geschichte.“ Fasziniert schaute und hörte Lilly zu, während Mama weitersprach. Papa zückte wieder seine Kamera und machte Fotos, er weiß wie sehr seine Frau Falken liebt und davon träumt, einmal einen Falken auf dem Arm zu haben. Er lächelte, wusste er doch um seine Überraschung, die er noch für seine Frau hatte.

Währenddessen war Nicolas schon wieder in Richtung Ausgang gegangen, zurück zum großen Weißkopfseeadler. Fasziniert schaute er ihn an, dann wandte er sich zurück und rannte auf seine Eltern zu, die mit Lilly zwischen sich auf ihn zukamen. „Papa, Papa … hier gibt es bestimmt eine Karte. Darf ich eine von dem großen Adler bekommen? Die hänge ich mir über mein Bett.“ Papa strubbelte durch seine Haare. „Aber klar. Wir schauen mal. Und was willst du haben, Lilly.“ Er schaute seine kleine Tochter an, die gewissenhaft einen Finger an die Lippen führte, den Kopf leicht schief legte und erst einmal einen Moment über diese Frage nachdenken musste. Mama nahm ihre Hand und meinte „Komm, wir schauen mal …“ und gemeinsam gingen sie zum Kassenhäuschen zurück. Dort angekommen studierte Lilly lange und ausgiebig die Kartenauswahl, ehe sie sich für eine Karte von einem sibirischen Uhu entschied.

„Und jetzt?“ fragte Lilly als sie wieder im Auto saßen und den Berg hinunter fuhren. „Also, ich habe Hunger und könnte eine kleine Stärkung vertragen.“ meinte Papa und musste sich ein „Da musst du ordentlich frühstücken.“ von seinen Kindern anhören, die lieber noch etwas unternehmen wollten. „Hm. Schade. Ich kenne hier eine gute Waffelbäckerei und dachte …“ weiter kam Papa gar nicht, denn mehrstimmig klang es „Wir haben auch Hunger“ von den hinteren Plätzen und auch Mama meinte „Ich könnte einen Kaffee vertragen.“ Papa schmunzelte, kannte er doch seine Pappenheimer.

Sie hielten unweit der „Harzer Waffelbäckerei“, wo im Gästegarten einladende Tischgruppen aufgebaut waren. Sie machten es sich in einer Ecke gemütlich und schnell kam auch die Kellnerin herbei. Sie brachte die Speisekarte, aber Papa wollte Waffeln. „Die gibt es erst ab 14.30 Uhr.“ antwortete die Bedienung, aber als sie die enttäuschten Gesichter sah, versprach sie, in der Küche nachzufragen. Und schon wenig später kam sie zurück, mit den Waffel-Karten in der Hand. Ein Jubelschrei der Kinder war die gelungene Belohnung dafür. Die Auswahl aus über 100 verschiedenen Waffeln fiel sehr schwer, aber irgendwann war die Wahl gefallen.

Dann mussten sich die Kinder ein bisschen gedulden. Dumm nur, das es hier kein Spielplatz gab. Aber zum Glück hatte Mama Malpapier und Buntstifte mit und so fing Lilly an, eine Eule zu zeichnen. Sie liebte es zu malen und wollte so die Tiere des Tages festhalten. Auch Nicolas griff nach einem Blatt Papier und einem Stift und eiferte seiner Schwester nach. So verging die Zeit schnell und dann kamen auch endlich die Waffeln. Lilly und Nicolas teilten sich eine Geschwisterwaffel – mit ganz viel Zuckerstreuseln, Smarties, Zucker und Zimt, die die Kellnerin vor ihnen abstellte. Der Koch stand mit zwei weiteren Tellern dahinter und platzierte diese vor Mama und Papa. Die Kinder lachten, als die Eltern ihre Teller vor den verblüfften Augen des Kochs wieder tauschten – denn dieser hatte die Kartoffelwaffeln mit Matjes und roten Zwiebeln vor Papa und die griechische Waffel mit Joghurt, Honig und Nüssen vor Mama hingestellt. Und natürlich war es genau andersherum. Mama mag es nämlich eher herzhaft und Papa eher süß.

Sie ließen sich die leckeren Waffeln schmecken, ehe Papa dann bezahlte und sich erhob. „Und jetzt, jetzt wird gewandert.“ frohlockte er, was ihm ein Stöhnen einbrachte. Nicolas muffelte vor sich hin, er hatte so überhaupt keine Lust jetzt zu laufen. Lieber würde er auf den Spielplatz gehen. Auch Lilly war nicht wirklich begeistert, lies sich aber schnell überreden. Sie nahm die Mama an die Hand und los ging es. Nicolas trödelte, aber als er merkte dass die anderen zügig losliefen, rannte er hinterher.

Nach 25 Minuten hatten sie ihr Ziel erreicht: den Märchengrund. Mama bezahlte den Eintritt an der Kasse und der freundliche Mann erzählte Nicolas und Lilly, was hier auf sie zukommt. Vor über 100 Jahren wurde der Märchengrund von Gustav Schaub errichtet und fasziniert seit dem Jung und Alt. Lilly und Nicolas bekamen einen Zettel in die Hand gedrückt. „Wollt ihr meine Rätsel lösen?“ fragte der Besitzer der Anlage und beide nickten. „Und wenn ihr möchtet: ihr könnt euch gerne verkleiden. Ich habe hier viele tolle Kostüme.“ Nicolas und Lilly schauten erst sich und dann ihre Eltern an „Das ist im Preis mit drin.“ Zwei Augenpaare blickten nun noch einmal Mama und Papa an, die sich wiederum anschauten und dann „Aber nur, wenn wir mitmachen dürfen.“ sagten. Die beiden Kinder jubelten und wenige Minuten später hörte man aus dem Hexenhaus viel Gelächter. Dann ging die Türe auf und hinaus kamen eine kleine Prinzessin, eine Hexe, ein kleiner Ritter und ein Wolf im Nachthemd. Hand in Hand schlenderten sie durch den kleinen Park, erlebten die Märchen von Schneewittchen, Rotkäppchen sowie Hänsel und Gretel in bewegten, hölzernen Bilder; lösten die 12 Fragen rund um die Märchen und suchten für Schneewittchen ihre 7 Zwergen. Am Ende, auf dem kleinen Spielplatz, wurde noch ein bisschen getobt. Aber nicht zu sehr, damit die schönen Kostüme nicht kaputt gehen. Natürlich machte Papa viele tolle Erinnerungsbilder, ab und zu griff auch die Mama zur Kamera, damit Papa mal mit drauf ist auf den Bildern. Schließlich bummelten die vier zurück zum Eingang, wo sie ihre Kostüme wieder auszogen und zurück auf den Kleiderständer hängten. Dann überreichten sie ihre Rätselblätter dem Mitarbeiter des Parks, der die Hexe befragte, ob sie mit den Lösungen einverstanden ist. Mit einem blechernen Lachen antwortete sie und so durften sich Lilly und Nicolas einen Glücksstein aus der Truhe der Zwerge aussuchen.

Diesen hielten sie ganz fest in der Hand, als sie wieder im Auto saßen und nach Nordhausen zurückfuhren. „Ob der Glücksstein auch ein Wunschstein ist?“ flüsterte Nicolas seiner kleinen Schwester zu. „Warum? Was wünschst du dir denn? flüsterte sie zurück. „Das es heute Abend Pizza gibt.“

Und der Glücksstein musste ganz einfach ein Wunschstein sein. Denn ganz so, als ob Mama und Papa zugehört hätten, gab es zum Abendessen beim Italiener gleich gegenüber der Ferienwohnung doch tatsächlich für jeden eine Pizza.

Und spät am Abend, als die Kinder längst im Bett lagen und selig schliefen, nahm Papa seine Frau in den Arm. „Schatz, zu unserem Hochzeitstag schenke ich dir einen Tag auf Schloss Lauenstein. Dort wirst du Falkner für einen Tag sein und darfst den ganzen Tag mit deinen Lieblingstieren arbeiten.“ Ganz groß wurden die Augen seiner Frau, staunend sah sie ihn an, ehe sie mit Tränen in den Augen die Arme um ihn schlang und leise „Danke“ sagte.

Besuchte Sehenswürdigkeiten:

Harzfalkenhof Bad Sachsa
Katzenstein 1, 37441 Bad Sachsa
Öffnungszeiten: 01.April bis 31. Oktober: 10 Uhr bis 17 Uhr
Preise: Erwachsene: 7,00 €; Kinder bis 14 Jahre: 3,00 €

Märchengrund Bad Sachsa
Katzenstein 3, 37441 Bad Sachsa
geöffnet: Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr; Samstag / Sonntag von 10 bis 16 Uhr; Mittwoch Ruhetag
Preise:  Kinder von 3 bis 11 Jahren: 1,00 Euro / Erwachsene und Jugendliche: 4,00 Euro

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