Ein Besuch bei JP-Performance

Er ist Deutschlands erfolgreichster und beliebtester Auto-Youtuber und ich schaue seine Videos selbst sehr gern – Die Rede ist von Jean Pierre Krämer, genannt JP.

Mit knapp 2 Millionen Abonnenten und 1 Milliarde Aufrufe ist der Youtube-Kanal des 40-jährigen extrem erfolgreich. Er verkauft Merchandise Artikel, hat einen Burger-Laden und ist Unternehmer mit Spaß an der Sache. Seine „Sache“ sind Autos, besser gesagt das Tunen eben dieser. Von „Fahrwerk, Felgen, Folie“ bis zum Komplettumbau – das auf dem Kanal gezeigte Portfolio ist extrem breit.

Dabei ist sein Unternehmen keinesfalls steril – man kann ganz nah ran. Wie, wo, was? In Dortmund, in der Klönnestraße ist „JP Performance GmbH“. Hier sind neben der Werkstatt, dem Prüfstand und den Büros auch das Burger Restaurant „Big Boost Burger“. Dieses hat es in sich. Es ist, wie ein Großteil des Firmengeländes ein riesiger Showroom. Hier stehen die Projektautos, seine privaten Fahrzeuge und eine außergewöhnliche autoaffine Einrichtung nur Meter von Tresen und Tischen entfernt. Wer bei „Supra“, „M3“, „Skyline“ und ähnlichen Schlagwörtern ein Leuchten in den Augen bekommt, ist hier genau richtig.

Keiner, der hierherkommt, bleibt nur 5 Minuten – das Konzept mit Merchandise, vor allem aber mit dem Burger Imbiss geht auf. Staunen macht hungrig und zu staunen gibt es eine Menge.

Doch wie schmecken die Burger – Hype oder wirklich gut – wie sieht es wirklich aus und erkennt man die Orte und Menschen aus den Videos wieder?

Fragen über Fragen und um sie zu beantworten, muss man wohl selbst mal dahin. Und genau das haben wir im August gemacht. Für die Kinder war das nichts, zugegeben, aber mein Papa hat sie betreut. Katja und speziell ich sind auf Entdeckungstour gegangen.

Um 11 Uhr öffnet der Burger-Laden / Showroom, doch schon eine halbe Stunde zuvor ist fast jeder Parkplatz belegt – nicht nur, aber schon zum großen Teil mit sportlichen und Leistungsstarken Fahrzeugen. Mein Auris ist hier ganz unten in der Hackordnung. Auch JPs McLaren steht vor dem Gebäude – nicht hinter Glas, in einer Garage, sondern direkt vor dem Prüfstand, zum Anschauen und Anfassen. Der offene Umgang mit seinen Projektautos („das machen ich für euch. Und ein ganz kleines bisschen für mich“) scheint nicht nur gespielt zu sein.

Die Mitarbeiter scheinen von den Besuchern unbeeindruckt. Ob Folierer, Werkstattmeister, Prokurist oder seine Media Crew – alle gehen gelassen mit dem Trubel um. Als sich nach Öffnung der Tore der Innenraum füllt, teilen wir uns auf. Katja bestellt Essen – sie glaub ja an die Hype Theorie – und ich schaue mir die Autos an. Heute haben wir mal eine sehr klassische Rollenverteilung, fällt mir auf.

Das Restaurant ist wie der Showroom sauber, aber nicht steril. Hier wird gearbeitet, hier gehen täglich hunderte Leute durch. Es ist kein Museum und auch kein Sterne-Restaurant. Robuste Tische in der einen Ecke, etwa 10 Autos auf der anderen Seite. Die Toiletten sind sauber und toll gestylt, aber man sieht ihnen die täglichen Menschenmassen an.

Nach einer relativ langen Wartezeit kommt das Essen. Ein BBQ Burger für mich (8,90€), Currywurst für Katja (3,60€) und Süßkartoffelpommes für die Kinder (3,40€). Die Zutatenliste relativiert den Preis, denn Australisches Rindfleisch und Irischer Cheddar sprechen ebenso wie die Größe für den Preis. Geschmacklich ist mein Burger vielleicht nicht der allerbeste, den ich jemals gegessen habe, er spielt aber in der ersten Liga. Das Warten hat sich gelohnt und ich bin zufrieden mit meiner Mahlzeit. Geschmacklich sind das Fleisch, der Käse und die hervorragende Soße hervorzuheben. Die Skala zwischen Fastfood und Premium-Burger tendiert stark zu letzterem.

Nach dem Essen wechseln wir die Straßenseite und schauen uns das Gebäude an, in dem die Werkstatt ist. Als ich gerade um die dortigen Autos schleiche passiert es. „Hallo“ Ratlos drehen sich die Besucher um und sehen JP samt Kameramann einen Gast von der dortigen Couch abholen. Nichts gestellt, keine Vorbereitung, keine Hemmungen. Einfach so. Das ist authentisch.

Als ich mich nun vor einigen Wochen im Video für einige Sekunden entdecke, muss ich schmunzeln. Cool, irgendwie dabei gewesen zu sein. (JP Performance – Der spoolende Holländer https://www.youtube.com/watch?v=1a_RE-7ojVA 01:00)

Ich muss es zugeben. So ein bisschen war das ein Fan-Boy Moment. Und ja, ich finde was er macht toll und sehe die Videos schon sehr gern.

Von daher hat sich der Besuch dort gelohnt – die Autos, die Leute, das Ambiente und nicht zuletzt das Essen waren es wert. Wer daran Interesse hat, wird nicht enttäuscht und sollte, wenn er in der Nähe ist vorbeifahren. Wer skeptisch ist auch. Katja war ebenso beindruckt und musste ihre Vorbehalte ein wenig revidieren.

JP ist Anfang September 40 geworden und hat in diesem Atemzug eine Biographie herausgebracht. „Angstgetrieben“ wurde nur über die eigene Seite vertrieben und die erste Auflage war schnell vergriffen. Mittlerweile überfluten einmal gelesene Exemplare für teils horrende Preise Ebay und Konsorten. Katja hat ein Buch im Shop bestellen können – sobald es da ist (Dezember?) werde ich es wohl lesen und hier auf dem Blog rezensieren.

In diesem Sinne „Stay tuned“ 🙂

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