Eine Weinberg-Tour mit dem Motorrad

So mancher schwingt sich nur aufs Motorrad um schnell zu fahren, sportlich voran zu kommen, den Wind um die Nase zu spüren.

Doch nicht wenige sind Genießer, fahren gern Touren in größerer Gruppe, mit Sozia und eher in gemütlichem Tempo. Wenn dann noch das Ziel passt, steht einem perfekten Motorrad-Nachmittag nichts im Wege.

Am 09.August war so ein Tag. Katja wünschte sich, dass wir eine solche Tour unternahmen und die diesjährige Winzertour fiel auf den Tag vor ihrem Geburtstag – der perfekte Anlass. Also schwangen wir uns an diesem Freitag nach Feierabend auf unsere Erna, fuhren nach Dohna und trafen dort auf eine bunte Truppe aus Motorradfahrern und –Fahrerinnen.

Neben der Anmeldung zur Tour kamen wir mit einigen Bekannten ins Gespräch, denn inzwischen haben wir einige der Teilnehmer, sowie die Mitarbeiter von Gärtners schon ein paar Mal getroffen.

Leider verhagelte der Zustand von Erna mit ein wenig die Laune – nach längerer Fehlersuche lief der Motor wieder einwandfrei, aber die erst vor kurzem neu abgedichtete Federgabel war feucht. Öl kam aus den neuen Dichtringen. Nach kurzer Rücksprache mit Herrn Bauer aus der Werkstatt stand fest – das kann so nicht bleiben. Kommt das Öl auf die Bremsscheibe ist nicht nur die Bremswirkung dahin, auch die Bremsbeläge sauen sich voll und sind Schrott. Da keine Zeit für eine aufwendige Reparatur blieb, wurde in einer 5-Minuten Aktion das überschüssige Öl entfernt und Zellstoff zum Aufsaugen von weitem Öl untergelegt. So konnte pünktlich mit der zweiten Gruppe die Tour gestartet werden – richtig dickes Danke an den Mechaniker mit Herz und das Team!

Nachdem die erste Gruppe bereits seit einigen Minuten unterwegs war, folgten wir als vorletztes Fahrzeug der zweiten Gruppe. Von Dohna aus ging es zunächst recht flott über die S177, in Pirna über die Elbe bis zum Ende der Ausbaustrecke bei Wünschendorf Richtung Rossendorf und von da an weiter bis Radeberg. In Nordwestlicher Richtung ging es dann weiter, die A4 kreuzend bis nach Ottendorf-Okrilla. Bei Marsdorf kreuzten wir dann die A13 und fuhren bis Berbisdorf. Links ab ging es nach Moritzburg, wo sich bei strahlendem Sonnenschein das Jagdschloss in voller Schönheit zeigte. Das Tempo war gemütlich, jedoch etwas flotter als bei anderen Touren. Überraschenderweise hatten an diesem Tag anscheinend echt viele Autofahrer einen tollen Tag – bestimmt ein dutzend Mal wurden wird vorbei gelassen, durften unbehelligt links abbiegen, überholen und als geschlossene Gruppe Kreuzungen passieren – das war vorbildlich!

In Moritzburg bogen wir dann am Bahnhof ab und fuhren zu den Waldteichen. Über Boxdorf und Reichenberg ging es dann hinab in den Lößnitzgrund bis zum Weingut Hoflößnitz.

Aufgereiht standen sie dort da – 24 Motorräder für 37 Personen – ein tolles Bild. Vom schweren Cruiser bis zum Sportler war alles vertreten.

Bei der kleinen Pause konnten sich die Teilnehmer die Beine vertreten, etwas trinken oder bei Bedarf auch essen. Eine kurze Präsentation im Weingut und „Zentrum der sächsischen Weinkulturlandschaft“ folgte, bevor es schon wieder Richtung der Zweiräder ging. Dass wir mit Radebeul meine Heimatstadt besucht haben, fand ich natürlich toll, aber wenn der Abstecher recht kurz war.

Es ging den Lößnitzgrund wieder hinauf, über Reichenberg diesmal in Richtung der S81. Dieser folgend fuhren wir bis zur Autobahnauffahrt am Flughafen, von da nordwärts die A13. Auch dabei war das Tempo eher gemächlich, selbst auf der Autobahn waren nicht mehr als 120km/h nötig. Bei der Abfahrt Radeburg verließen wieder die Schnellstraße wieder und kehrten auf die S177 zurück, um in Ottendorf wieder auf die gleiche Strecke zu treffen, die uns schon für den Hinweg diente. Hier hätte man etwas mehr Abwechslung reinbringen können, aber man kann nicht alles haben. Aus einem mir nicht schlüssigen Grund fuhren wir dann in  Rossendorf erst rechts ab, um dann in Weißig zu wenden und wieder nach Rossendorf zurück zu fahren. Dass das mit einem guten Dutzend Motorräder ohne Probleme möglich war, zeigte die Erfahrung und Disziplin der Teilnehmer.

In Eschdorf ging es dann nach rechts ins Schönfelder Hochland auf mir bisher unbekannten Strecken. Über Borsberg schlängelten wir uns dann hinab um im Ortskern von Pillnitz unser Ziel zu erreichen: Den Weinberg und die Weinbergkirche!

Nach der Ankunft gab es dann gleich den ersten Wein von Winzer Wolfgang Winn und dazu eine Fettbemme. Genau die richtige Stärkung, wie wir fanden.

Winn, der sich neben dem Weinanbau auch für den Erhalt der Kirche einsetzt, schloss die Türen des von Baumeister Pöppelmann gestalteten Gebäudes auf und erzählte uns drinnen so einige Anekdoten und Geschichten rund um August dem Starken, Pöppelmann und die Kirche selbst.

Nach dieser Verschnaufpause ging es dann aber wieder aufwärts und zwar zu Fuß die schmale Treppen in den Weinberg. Auf halber Höhe gab es dann ein Gläschen von dem feinen Rebensaft. Der Weißburgunder stieß auf breite Zustimmung. Weiter hinauf, einige weitere Stufen, ging es dann bis zum oberen Ende des Weinberges. Dort waren zu meiner Überraschung in einer Nische Tische und Bänke aufgebaut, auf dem Grill brutzelten Würste und Steaks. Die Tische waren einladend dekoriert und reich gedeckt mit Brot, Gemüse, Brotaufstrichen und Getränken.

Nach dem Gruppenfoto servierte Wolfgang Winn noch einen großartigen Dornfelder Rosé, die Gruppe unterhielt sich rege und ließ einen tollen Nachmittag ausklingen.

Als sich die Sonne anschickte unterzugehen, verließen wir den Weinberg wieder und schwangen uns satt, wie zufrieden ein letztes Mal auf unsere Maschinen.

Katja und ich waren halb 10, nach über fünf Stunden und fast 150km wieder zuhause. Erna hat ohne zu murren mitgemacht und wird nun demnächst noch einmal in die Werkstatt gebracht werden.

Für diese tolle Tour möchten wir uns beim gesamten Team von Gärtners, besonders natürlich bei unserem Guide Matthias, bei allen Mitwirkenden für das Abendessen und bei Wolfgang Winn bedanken.

 

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