Eternal von C.C. Hunter

Da ich unbedingt wissen wollte wie es Della nach ihrer Wiedergeburt so geht und ich nicht bis Oktober warten wollte (da erscheint die deutsche Übersetzung), griff ich nach kurzem Zögern zu dem zweiten Band der „Shadow Falls- After Dark“-Reihe.

Obwohl ich keine Verständnisprobleme an sich hatte, hatte ich mit dem englischen Original doch manchmal mehr Schwierigkeiten als erwartet, vor allem da ich mit anderen englischen Romanen in den letzten Wochen überhaupt keine Probleme hatte. Der Stil von C.C. Hunter wirkt im Original auf mich wesentlich abgehackter und umgangssprachlicher. Leider tauchen viele umgangssprachliche Ausdrücke in keinem Wörterbuch auf und manchmal war es auch problematisch den Sinn rein aus dem Kontext zu erschließen. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase liest man sich jedoch schnell ein.

Auch der zweite Band dieser Reihe um die Vampirin Della hat mir gut gefallen. Relativ nahtlos schließt er sich an die Geschehnisse im ersten Band an.

Chase rückt leider immer noch nicht so recht mit der Sprache heraus. Über weite Teile des zweiten Bands ist man (und Della) also genauso schlau wie am Ende des ersten Bands. So gut er charakterlich zu Della passt, so klar ist doch von Anfang an, dass diese Verschwiegenheit zu einem großen Problem werden wird.

Weder erzählt er viel über die Art der Bindung, die nun zwischen den beiden besteht, noch über den Vampirrat und völlig ausweichend wird er bei der Frage, wieso er überhaupt geschickt wurde Della und Chan bei der Wiedergeburt zu helfen.

Das alles bleibt natürlich auch Burnett nicht verborgen, der zunehmend misstrauisch wird. Und nicht nur er, sondern besonders auch die FRU. Dennoch dürfen Della und Chase in einem neuen Fall gemeinsam ermitteln. In „Im Sternlicht“ konnten Della, Kylie und Miranda einen Verbrecher dingfest machen, der junge Vampire in die Sklaverei verkauft.

Nun wird verzweifelt nach den frisch Verwandelten gesucht, besonders nach zwei von ihnen. Sowohl Della, als auch Chase haben Geistervisionen von zwei jungen Vampiren, die eingesperrt langsam verhungern.

Nun kenne wir das schon von Kylie. Solche Visionen sind immer schwierig, weil Geister ein „ziemliches Kommunikationsproblem“ haben. Wer ist der Geist überhaupt, der die Visionen schickt? Einer der beiden Vampire? Heißt das, dass sie bereits tot sind?

Della und Chase glauben das nicht und suchen hartnäckig nach ihnen.

Die Suche kam mir oft jedoch etwas ziellos vor. Klar ist es durchaus wichtig zu erfahren, wer die beiden eigentlich genau sind. Was das allerdings unbedingt mit ihrem jetzigen Aufenthaltsort zu tun hat, war mir nicht so ganz klar. Denn dass zumindest einer von beiden, wenn nicht beide, ihren Tod vorgetäuscht haben, wie so viele frisch verwandelte Vampire, ist eigentlich von Beginn an klar. Was nützt es also unbedingt ihre ehemaligen Familien zu finden, die schon länger glauben, dass ihre Kinder tot sind?

Ich selber wäre ganz anders an die Sache herangegangen, denn die für mich von vornherein offensichtlichste Spur wird nicht verfolgt und dann erst nach vielen, vielen Umwegen endlich gefunden. Dieses künstliche Langziehen des Falls hat mich schon etwas genervt.

Aber eigentlich geht es ja gar nicht so sehr um das Finden der beiden Vampire, sondern um Della selbst. Natürlich hat der Geist zu ihr eine weit persönlichere Bindung als zunächst angenommen und so muss Della mal wieder etwas Neues über ihre Familie erfahren.

Da wir Leser inzwischen die typischen Handlungsmuster von C.C Hunter sehr gut kennen, war die Auflösung für mich leider nicht mehr sehr überraschend. Es war schon sehr schnell klar, wer der Geist ist und wer die junge, gefangene Vampirin.

Egal. Ich fand die Geschichte trotz ihrer Schwächen dennoch recht unterhaltsam.

Die größte Schwäche ist und bleibt jedoch die Dreiecksgeschichte rund um Steve, Chase und Della. Langsam, aber sicher nerven mich Dreiecksgeschichten nicht nur, sondern ich beginne sie regelrecht zu hassen. Zum Glück verlässt Steve das Feld hier freiwillig. Ich fand sein Verhalten zwar absolut unmöglich, aber ich war vor allem froh dass er endlich verschwunden war. Verschwunden kann er auch gerne bleiben, selbst wenn ein eigentlich netter Junge ist!

Ich brauche ihn im dritten Band wahrlich nicht! (Leider wird sich mein Wunsch sicher nicht erfüllen.)

Reicht schon, dass die Beziehung von Chase und Della aus anderen Gründen schwierig genug ist. Allerdings gibt es in diesem Band auch einige wirklich süße, romantische Momente, die das Herz aller Leser höher schlagen werden.

Etwas traurig war ich, dass in diesem Band Kylie und Miranda zu reinen Randfiguren werden. Della verbringt ihre Zeit hauptsächlich mit Chase, so dass die typischen Shadow Falls-Momente selten werden. Zu selten für meinen Geschmack.

Der zweite Band endet leider mit einem kleinen, aber gemeinen Cliffhanger, so dass man unbedingt wissen will, wie es weiter geht. Der dritte Band ist jedoch noch nicht erschienen, so dass ich nun doch bis Oktober warten muss, denn da erscheint erst der abschließende dritte Band im Original. Was für eine Ironie!

Fazit: Unterhaltsamer und spannender zweiter Band der Teenie-Reihe, der jedoch leider zu vorhersehbar ist und durch eine etwas zu künstlich verschachtelte Handlung nicht ganz an die Qualität des Vorbandes anknüpfen kann.

Daten:
Autor: C.C. Hunter
Titel: Eternal
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: St. Martin’s Griffin (November 2014)
Sprache: Englisch
ISBN: 978-1250044617

Eine Rezension meiner Gastrezensentin Karin

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