Große Liebe Hackbällchen …

Ich gebe es zu, ich lese gerne mal so ganz typische Frauenzeitschriften. Eine davon ist die „Bild der Frau“, die ich vor vielen Jahren bei meiner damaligen „Schwiegermutter“ entdeckt habe und inner öfters auch gelesen habe. Das ist hängengeblieben und hin und wieder entdeckte ich interessante Berichte. So auch vor einigen Wochen über „Henriette Bulette“, eine junge Frau, die Hackbällchen über alles liebt, diese sehr gern kocht und vor nicht allzu langer Zeit ein Kochbuch herausgebracht hat. Sie bat ich zum Interview und — sie hat mir tatsächlich eines gegeben. Viel Spaß bei Lesen wünsche ich Euch.

Ein Interview mit Henriette Bulette

Katja: Liebe Henriette, vielen Dank das Du mir für ein kleines Interview rund um die Bulette zur Verfügung stehst 🙂 Wie geht es dir heute?

Henriette: Sehr gerne. Mir geht es super…

Katja: Ich bin ja nur durch Zufall auf dich aufmerksam geworden – kurz gesagt kann ich sagen: Es stand in der „Bild der Frau ….“. Wie kam es zu der Story und wie war das Kochen mit der Reporterin?

Henriette: Anlass für die Story war mein Hackbällchen-Kochbuch, das Anfang März diesen Jahres erschienen ist. Die Bild der Frau wollte gerne darüber berichten und das Ganze mit einem gemeinsamen Kochnachmittag verbinden. Die Redakteurin und ein Fotograf haben mich dann Zuhause in Berlin besucht. Zusammen haben wir dann Berliner Buletten mit schwäbischem Kartoffelsalat nach dem Rezept von meiner Oma gekocht. Es hat wirklich viel Spaß gemacht und wir waren ein super Team am Herd.

Katja: In dem Artikel steht drin, dass du mit 3 Jahren zum ersten Mal Buletten gemacht hast. Wie bist du in dem jungen Alter ans Kochen geführt wurden? Wer hat dich an die Hand genommen?

Henriette: Ich habe schon recht früh mit dem Kochen begonnen, da war ich noch im Kindergarten. Meine Mama und ich haben gerne für uns selbst gekocht und wir hatten oft viele Gäste. Da gab es dann große Buffets mit allerlei Köstlichkeiten. Wir haben immer viel ausprobiert und Tage vorher alles geplant. Ich habe mit Begeisterung mitgeholfen und dabei viel von meiner Mama gelernt – sie ist eine tolle Köchin. Ich kann mich auch noch erinnern, dass ich so einen ganz kleinen Miniatur-Herd mit Backofen und allem Drum und Dran hatte. Der hat wirklich richtig funktioniert. Darauf habe ich Eierkuchen in einer Mini-Pfanne gemacht.

Meine Mama und ich kochen heute noch gerne zusammen, tauschen unsere Rezepte aus oder geben uns Tipps. Kochen und Essen war und ist immer noch ein sehr wichtiges Thema bei uns.

Katja: Ist es wichtig, Kinder bereits im jungen Alter zu zeigen, wie Essen gekocht wird, um so die Liebe zu frisch gekochten Sachen zu wecken?

Henriette: Das ist auf jeden Fall wichtig. Vielen Kindern fehlt heute völlig der Bezug dazu, wo Lebensmittel herkommen und wie Speisen zubereitet werden. Um Kindern Spaß an gesunder Ernährung und am Kochen zu vermitteln, ist es am besten, wenn sie von Anfang an mitmachen. Das müssen ja keine komplizierten Aufgaben sein. Es reicht, wenn die Kinder das Gemüse waschen oder in einem Teig rummantschen  dürfen. Kochen kann man ja auch als gemeinsames Familien-Erlebnis verstehen und nicht als lästige Alltagsarbeit.

Katja: Deine „große Liebe“, wenn man das so nennen kann, sind ja Buletten aller Art. Wie kommt man darauf, Rezepte aller Art aus allen Herren Ländern zu sammeln?

Henriette: Mal abgesehen davon, dass ich Buletten einfach sehr, sehr gerne esse, ist mir aufgefallen, dass die Buletten bei unseren Buffets fast immer als erstes verputzt wurden. Die kamen einfach immer sehr gut an und die Leute wollten meine Rezepte haben. Ich habe auch gerne neue Varianten ausprobiert und dabei entdeckt das Buletten wahnsinnig vielseitig sind. Hackbällchen gibt es einfach überall auf der Welt – das habe ich auch auf meinen Reisen bemerkt. So hat sich dann langsam in meinem Kopf die Idee zu „Henriette Bulette“ geformt. Zusammen mit meinem Mann, der Filmproduzent und Regisseur ist, habe ich dann vor etwa 2 Jahren meine Youtube-Kochshow „Henriette Bulette“ entwickelt, in der ich meine Buletten-Rezepte zeige.

Katja: Deine Rezepte sind in einem Kochbuch vereint, welches im BLV-Verlag erschienen ist. Es heißt „Hackbällchen-Kochbuch“. Wie bist du auf die Idee gekommen ein Kochbuch zu veröffentlichen und wie hat sich der Weg dahin gestaltet? War es schwer einen Verlag zu finden? Oder hattest du erst den Verlag und dann entstand das Kochbuch?

Henriette: Es war immer ein großer Traum von mir, ein eigenes Kochbuch zu schreiben. Etwas über Buletten zu machen, war für mich natürlich naheliegend, weil das ja genau mein Thema ist und ich massenhaft Ideen hatte. Ein Kochbuch zu schreiben, ist eine Menge Arbeit, aber auch ein großer Spaß. Unter anderem müssen die Rezepte gekocht und aufgeschrieben, die Fotos geschossen und das Layout gestaltet werden – ein spannender Prozess. Wenn man dann das Buch am Ende in den Händen hält, ist das ein tolles Gefühl.

Katja: Was macht die perfekte Bulette aus? Und was ist die perfekte Beilage für Buletten?

Henriette: Ich würde nicht sagen, dass die DIE perfekte Bulette oder Beilage gibt. Das ist ja das tolle an Buletten, das sie so vielseitig sind und jeder sie so zubereiten kann, wie es ihm am besten schmeckt.

Katja: Ich denke mal, du wirst dich nicht nur von Buletten ernähren. Was kommt bei Dir sonst noch auf den Tisch?

Henriette: Bei uns geht es ziemlich abwechslungsreich zu, weil wir viel Neues ausprobieren und ich viele Rezepte selbst entwickele. Besonders mag ich die asiatische Küche, vor allem vietnamesich und thailändisch. Ich backe auch mal gerne, am liebsten Käsekuchen in allen möglichen Varianten.

Katja: Jetzt steht ja Ostern direkt vor der Türe. Was wirst du da auf den Tisch bringen? Oder lässt Du dich da auch gern mal bekochen?

Henriette: Ich lasse mich sogar sehr gerne bekochen. Vorallem mag ich es, wenn mein Mann mir seine riesigen Hamburger macht. Oberlecker! Die gibt es aber nicht an Ostern. Da kommt bei uns die Familie vorbei und es gibt ein großes, ausgiebiges Frühstück. Dafür bringt jeder etwas mit, z.B. selbstgebackenen Hefezopf.

Katja: Jetzt habe ich noch ein paar kleine Entscheidungsfragen für dich  Was magst du eher? …Traditionell oder ausgefallen?

Henriette: Ausgefallen.

Katja: Nach Rezept oder „frei Schnauze“?

Henriette: Frei Schnauze.

Katja: Ungewöhnliche Zutaten oder Bodenständig?

Henriette: Eine Mischung aus beidem.

Katja: Fisch oder Fleisch?

Henriette: Das kommt immer auf die Stimmung an – ich esse gerne beides.

Katja: Eher süß oder eher herzhaft?

Henriette: Herzhaft.

Katja: Welche Gewürze dürfen deiner Meinung nach in keiner Küche fehlen und was sollte immer im Vorratsschrank zu finden sein?

Henriette: Ich persönlich besitze ein riesiges Gewürzarsenal und könnte mich da schwer entscheiden, was das Wichtigste ist. Vielleicht Chili, hochwertiger Pfeffer, Muskatnuss und eine gute Currymischung. Ich benutze auch gerne Kreuzkümmel und Zimt. In den Kühlschrank oder auf die Terrasse gehören immer frische Kräuter – die müssen bei mir an fast jedes Essen dran. Man sollte immer Pasta und Dosentomaten im Vorratschrank haben, daraus kann immer irgendetwas zaubern.

Katja: Auf welches Küchengerät möchtest du auf gar keinen Fall verzichten?

Henriette: Ganz wichtig ist ein gutes und scharfes Messer.

Katja: Hast du ein Lieblingskochbuch?

Henriette: Da gibt es kein bestimmtes Buch.

Katja: Und zu guter Letzt eine Frage, die jeder Autor in meinen Interviews gestellt bekommt: Auf meinem Blog geht es ja nicht nur um Bücher sondern auch um mein zweites Hobby, das Kochen und Backen. Hast Du ein Lieblingsrezept, welches Du mit mir und meinen Lesern teilen möchtest?

Henriette: Ich habe nicht das eine Lieblingsrezept. Aber sehr gerne mag ich z.B. Banh Mi – das sind vietnamesische Sandwiches. Die habe ich immer auf meiner Reise durch Vietnam gegessen.

Banh Mi – Vietnamesische Sandwiches mit Lemongrass-Hackbällchen (für 4 Personen)

Zutaten für  Lemongrass-Hackbällchen (12 Stück):

600 g Hackfleisch aus Bio-Hähnchenbrust, 2 EL gehackte Korianderblätter, 1 freilaufendes oder Bio-Ei, 1-2 Knoblauchzehen, 1 TL geriebener Ingwer, 2 EL gehackte Frühlingszwiebeln (Schluppen),1 Stange Lemongrass, 1/4 TL Zitronenpfeffer, 1/4 TL Salz, 1 TL Fischsauce, 1 TL Honig ,1/2 gehackte milde Chilischote (entkernt), 6 EL Paniermehl, Saft und Schalenabrieb von einer Limette, Neutrales Pflanzenöl zum Anbraten (z.B. Rapsöl, Sonnenblumenöl)

Baguette:

Eine Baguettestange oder 4 Baguettebrötchen, 100 g Leberpaté (keine Gänsestopfleber bzw Foie Gras!), 8 TL Majonäse oder Salatcreme, 8 TL süß-scharfe Chilisauce, 1/2 Bund Koriander und asiatisches Basilikum, 12 mittelgroße Minzeblätter ,1/8 Salatgurke, rinige Salatblätter (z.B. Römersalat, Frisée, Endivien)

eingelegte Möhren:

2 mittelgroße Möhren, 3 EL Zucker, 4 EL Reisessig, Eine Tasse Wasser

Das Rezept für die süß-scharfe Chili-Sauce findet ihr hier. Ihr könnt die Sauce aber auch einfach fertig kaufen.

Hinweis:

Das Hackfleisch macht ihr am besten selbst. Dazu einfach die Hähnchenbrust in der Küchenmaschine oder mit dem Blitzhacker sehr fein zerkleinern, so dass keine groben Stücke mehr übrig sind.

Wie das Rezept zubereitet wird, zeigt euch Henriette direkt einmal selbst – einfach hier entlang 🙂

Weitere tolle Rezepte von Henriette Bulette findest du im Kochbuch oder auf ihrer Homepage.

Guten Appetit!

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