Hansetochter von Sabine Weiß

Mit diesem Buch gelingt es Sylvia einmal mehr, mich auf das was sie liest neugierig zu machen. In Lübeck war ich Anfang des Jahres erst und war von dem Kurztrip total begeistert. Und das lag nicht nur an der Begleitung. Aber das historische Lübeck? Das kenne ich  nicht und genau das wird hier in dem Buch lebendig. Inhalt:

1375 – Lübeck steht mitten in der Blütezeit der Hanse. Henrike und Simon wachsen unbeschwert im Haushalt des Kaufmanns Konrad Vresdrop auf. Sie haben eine gute Kindheit und genießen die Liebe und Anerkennung ihres Vaters. Doch das Schicksal meint es mit dem frühen Tod des Vaters nicht gut, denn sie kommen unter die Vormundschaft ihres Onkels Hartmut und nichts ist mehr gut. Doch dies soll zum Inhalt reichen.

Fazit:

Mit diesem Werk gelingt es Sabine Weiß eindrucksvoll, die Zeit der Hanse wiederaufleben zu lassen. Man ist als Leser direkt bei den Kaufleuten dabei, wie die Verhandlungen beginnen, das Feilschen um den Warenpreis erfolgen und wie die Käufe abgeschlossen werden.

Das ganze Konstrukt der deutschen Hanse und ihre wahrlich erstaunliche Ausdehnung der Handelsrouten werden eindrucksvoll in die Geschichte rund um Henrike eingebunden. Dadurch wird auch deutlich, dass es sich um einen sehr gut recherchierten Roman handelt, der die Feinheiten erzählt ohne zu lehrhaft zu werden.

Besonders gut hat mir an den Figuren gefallen, dass sie die typischen Charakterzüge der Menschen wiedergeben. Auf der einen Seite die Herzlichkeit von Konrad Vresdrop, der für seine beiden Kinder alles tun würde und der auch Henrike am Unterricht teilhaben lässt, da er ihren schlauen Kopf entdeckt hat. Anderseits wird auch deutlich, dass wenn man viel Erfolg hat, dass einem dann die anderen Menschen dies neiden, sogar die eigene Verwandtschaft.

An Henrike hat mich sehr ihre Willensstärke, aber auch Menschlichkeit beeindruckt. Ihr sind Stände egal, für sie sind alle Menschen wichtig, sie setzt sich für Arme ein und versucht ihnen Nahrung zurückzulegen. Auch in Katrine, einer einfachen Magd, findet sie eine Freundin und behandelt sie respektvoll, ja liebevoll.

Sie handelt sehr bedacht, da sie ja das Ziel von Tante und Onkel erahnt, hält sie sich zurück und fügt sich scheinbar ihrem Schicksal, um Tante und Onkel in Sicherheit zu wiegen.

Tante und Onkel stehen jedoch genau für die schlechten Seiten der Menschheit, Neid und Mißgunst bestimmen ihr Leben und um Erfolg zu haben, versuchen sie andere Menschen zu erpressen, in denen sie Leid androhen.

Ein wirklich tolles Buch, ich habe es genossen, mich in die Zeit der deutschen Hanse entführen zu lassen und nebenbei habe ich noch einiges über die deutsche Hanse erfahren, wirklich sehr gelungen. Eine eindeutige Leseempfehlung – Daumen hoch.

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