Harry Potter – The Exhibition

Als ich irgendwann im Herbst des vergangenen Jahres gelesen habe, dass es eine Ausstellung zu den Harry Potter-Filmen in Potsdam geben wird, wollte ich unbedingt hin. Dann habe ich es ein wenig aus den Augen verloren und war dann sehr spät dran.

So kam es, dass ich nicht wie gewünscht an einem Samstag durch die Ausstellung schlich, sondern an einem Freitag. Kaum zu glauben, aber es gab nur noch wenige Resttickets im Vorverkauf.

Ausgesucht hatte ich mir den 1. März um 11:15 Uhr und wie angesagt waren Markus und ich eine Viertelstunde eher da. Voller Vorfreunde, aber mit einem komischen Gefühl ich Bauch, wartete ich am Einlass, bis es los ging und warten war auch in den folgenden Minuten angesagt.

Was erwartete ich? Worauf freute ich mich? Natürlich darauf, die laut Website versprochenen „tausende von Requisiten, Kostümen und Kreaturen aus den Harry-Potter-Filmen“ aus nächster Nähe betrachten zu können. Darauf „Einblicke in die beliebtesten Orte der Filme einschließlich des Gryffindor™ Gemeinschaftsraums und -Schlafsaals, der Klassenräume für Zaubertränke und Kräuterkunde und des Verbotenen Waldes” zu erhalten. Und natürlich war ich auf die angekündigten „mehrere interaktive Elemente” gespannt.

Wir warteten also … auf den Einlass, darauf dass wir unsere Garderobe abgeben konnten – ein Muss für Jacken, Taschen größer als DIN A4 etc. (2 EUR je Jacke / Tasche). Man wurde durch Absperrungen durchgeschleust, passierte einen ersten Fotopoint wo man sich kostenpflichtig fotografieren lassen konnte und den Stand mit dem Audio-Guide (6,60 EUR). Dann wurde „gesammelt“ bis alle mit dem Time-Slot 11:15 Uhr im Vorraum waren. Die erste Tür ging auf und ein Guide versammelte wieder alle. Eine kleine Kulisse, der sprechende Hut und die Gelegenheit für 3 junge Gäste, sich in Häuser einteilen zu lassen. Dass alle 3 ins Haus Gryffindor™ kamen war vorhersehbar aber dennoch störend. Besser wäre es gewesen, es wären 4 Teilnehmer gewesen und jedes Haus hätte einen neuen Schüler bekommen.

Dann ging die nächste Türe auf und man wurde in den nächsten Raum gedrängt. Noch in Ruhe ein Foto vom sprechenden Hut machen? Sich vielleicht noch daneben stellen oder gar anfassen? Fehlanzeige, denn die nächste Gruppe drängte schon.

Hier wurde das erste Mal richtig klar, dass es auf Masse ging und dass es nicht leicht werden würde, alles in Ruhe anzuschauen und Fotos zu machen.

Auf der Website der Ausstellung steht, dass die Ausstellung sich über 1.600 m² erstreckt. Übersetzt sind es 5 Räume. 5 Räume in denen man die Schlafsaal-Betten von Ron und Harry bestaunen kann, ein paar Blicke in Klassenzimmer riskieren kann und die Kostüme  der anderen Darsteller bestaunen kann.

Hier war ich das erste Mal enttäuscht. Ich hatte das Gefühl, das die Ausstellungsstücke teilweise lieblos zusammengestellt waren. Man hätte aus der einen oder anderen Szene mehr machen können bzw. auch machen müssen.

Was mich aber auch sehr gestört hat, waren einige der anderen Gäste der Ausstellung. Schubsen und drängeln, um ein Foto zu machen, ins Bild laufen während andere fotografieren: Gegenseitige Rücksichtnahme war leider Mangelware.

Die ebenfalls angepriesenen interaktiven Szenen waren eine Enttäuschung. Alraunen ziehen … drei Stück gab es und dementsprechend ein Gedränge und Geschubse. Denn natürlich mussten Fotos gemacht werden, was auf Grund der mangelhaften Beleuchtung und des Verbotes der Blitzunterstützenden Fotographie gar nicht so einfach war.

Das angekündigte „Quidditch spielen” besteht darin, eine Hand voll Bälle durch einen der drei Quidditch-Ringe in 1,5 Metern Entfernung werfen zu dürfen. Und dann gab es noch die Hütte, die durchaus als Hagrids Hütte durchgehen konnte. Dort stand der große Sessel, in den man sich hineinsetzen konnte.

Schneller als gedacht ist man durch die Ausstellung durch – selbst mit viel Bummel und Verweilen vor den Ausstellungsstücken (zum Beispiel weil man in Ruhe fotografieren wollte) braucht man gerade mal 60 Minuten. Ein letztes Bild sind die Kostüme aus „Phantastische Tierwesen 1“ und dann steht man im Shop.

Hier kann man sich ein zweites Mal fotografieren lassen und dann kann man stöbern. Stöbern in vollkommen überteuerten und teilweise auch minderwertig aussehenden Souvenirs. Das ein oder andere hätte mir trotzdem gefallen können – ich hatte einen plüschigen Niffler in der Hand und einen Zauberstab – aber ich habe mich auf Grund der teilweise bis zu 80 % höheren Preise als beim großen A dann doch dagegen entschieden.

Auch ein 100g Schokofrosch für 12 Euro oder „Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung“ für 10 Euro blieben im Regal liegen.

So entschied ich mich dann doch, meine beiden Fotos die ich hatte machen lassen, mitzunehmen. Eine mit 15 Euro pro Bild sehr überteuerte Erinnerung an eine Ausstellung, die in meinen Augen Zeit- und Geldverschwendung war, aber meine Liebe zu Harry Potter keinen Abbruch tun konnte.

Alles in allem war die Ausstellung eine Enttäuschung – zu klein, schwach aufbereitet. Was aber den bittersten Nachgeschmack hinterlassen hat, war das Gefühl hier mit Macht das Geld aus der Tasche gezogen zu bekommen.

 

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