Hot Wheels – Iron und Enya von Susan B. Hunt

Eigentlich habe ich das Buch von der Autorin signiert gekauft und hatte es in meinen SUB packen wollen. Wie gesagt, ich wollte. Aber Markus, selbst begeisterter Motorradfahrer und Fan der Serie „Sons of Anarchy“ schnappte sich das Buch und fing an es zu Lesen. Hier kommt seine Meinung dazu:

Enya O’Conell arbeitet als Gehilfin in einer Anwaltskanzlei und wartet darauf, dass sie in einem halben Jahr selbst praktizieren kann. Seit sie vor ihrem gewalttätigen Freund aus Irland geflohen ist, traut sie keinem Menschen mehr, vor allem keinem Mann.

Jeremy Iron arbeitet tagsüber als erfolgreicher Immobilienmakler. Doch nach Feierabend tauscht er seinen Maßanzug gegen Jeans, T-Shirt und eine Lederkutte – das Mercedes Cabrio gegen die Harley. Er ist der Präsident des lokalen Fire Devils MC, einem Motorradclub, dessen Grundsatz es ist, keinen illegalen Aktivitäten nachzugehen.

Trotzdem sind die Männer keine Kinder von Traurigkeit und lassen es ordentlich krachen – auch bei einer Party des befreundeten Ghost MCs – Alkohol, Sex und natürlich ihre Bikes gehören einfach dazu. Doch sie ahnen nicht, dass mit ihnen ein falsches Spiel gespielt wird. Sie werden von einem ihrer Männer verraten und der Chef der örtlichen Polizei hat mit Iron noch eine Rechnung offen.

Zu allem Übel haben es die Ghosts noch auf Enya abgesehen. Da sie aber im Revier der Fire Devils lebt, können diese das nicht zulassen und stellen sie unter ihren Schutz.

Susan B. Hunt führt den Leser vorsichtig an die Thematik der Motorrad Clubs heran, neben einem Glossar am Anfang, erklärt sie – vor allem aus der Sicht von Enya – viele Begriffe und Regeln der MCs. Somit gelingt der Einstieg in die neue Serie auch für thematisch unbewanderte Leser sehr gut.

Die Hauptstory zieht sich über zwei Drittel des Buches im klassischen Spannungsbogen, dann folgt ein Drittel mit ein wenig „Nachgeplänkel“. Dies hat aber den Vorteil, dass viele Teiler der Geschichte bis zum Ende gebracht werden und auch die Charaktere und Themen für die zukünftigen Bände Raum bekommen. Allzu viel spannendes passiert dabei nicht, es ist als eine Art Epilog des einen und als Prolog weitere Bücher zu sehen.

Wer denkt, dass hier viel Bezug auf Sons of Anarchy genommen wird, der irrt. Zwar gibt es Parallelen, doch sind die von eher allgemeiner Natur. Von der Story her ist Hot Wheels ein eigenständiges Werk.

Die Charaktere, vor allem Enya und Iron, bekommen eine gewisse Tiefe, man erfährt einiges aus ihrem Leben. Trotzdem verschwimmen sie ein wenig, ihre Entscheidungen und Handlungsweise leuchten nicht immer ein.

Während die Geschichte zum großen Teil nachvollziehbar und logisch ist, sind es viele Rahmenbedingungen nicht. Von den 5 Morden im Buch wird seitens Staatsanwaltschaft und Polizei kaum einer wirklich verfolgt – es zeigt sich ein vom Sheriff bis zum Richter korruptes System. Die Szenen expliziter Gewalt sind für meine Begriffe OK, aber hier ist noch Luft nach oben.

Die Schnellheilungskräfte von Hauptprotagonisten sind genretypisch völlig übertrieben. Eben noch im Koma, einen Tag später trotz gebrochener Rippenwieder in Schlägereien verwickelt – muss das so offensichtlich unrealistisch sein?

Nun noch ein Wort zu den Sexszenen. Meiner (!) Meinung nach sind sie sehr plump an das Erotikgenre angelehnt. Wortwahl und Beschreibungen passen wohl eher in einen „Nackenbeißer“ als in dieses sonst deutlich hochwertigere Buch.

Mir als männlichem Leser entlockten sie eine Mischung aus Schmunzeln und Kopfschütteln – anderen Rezensionen entnehme ich, dass Frauen das offensichtlich anders sehen.

Fazit: Dieses Buch ist eindeutig von Frau und für Frauen geschrieben – da hätte auch ein Männername auf dem Cover stehen können, man liest es aus jeder Szene heraus. Gedankengänge und Auffassungen von Männern werden verfehlt und das macht es für Männer teils ungewollt amüsant zu lesen.

Trotzdem: Die Geschichte, das Setting und das Heranführen an die Thematik Biker Club überzeugen. Der Autorin ist ein guter Start in die neue Serie gelungen. Kleinere Rechtschreib- und Satzfehler schmälern das Vergnügen nicht weiter. Die teils unrealistischen Handlungsweisen, die Liebesszenen und die Schnellheilung der Protagonisten jedoch schon.

Ich habe lange zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt. Im Verlauf wurde meine Bewertung immer schlechter und eigentlich müsste ich nur 3 Sterne geben, da das Buch noch unausgereift wirkt. Da ich die Thematik jedoch mag, Spannung und Akteure an sich gut sind, rutscht die Bewertung auf 3,5 Sterne – gerundet damit auf 4. Bitte beim zweiten Teil nochmal von einem Mann gegenlesen lassen und Fehlerchen ausmerzen – Potential ist vorhanden!

Daten:
Autor: Susan B. Hunt
Titel: Hot Wheels – Iron und Enya
Taschenbuch: 322 Seiten
Verlag: Susan B. Hunt (Januar 2016)
ISBN: 978-3000519918

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