Interview mit Hanni Münzer – der Autorin der Seelenfischer-Reihe

Sylvia hat in diesem Jahr einige Rezensionen zu Büchern von Hanni Münzer auf meinem Blog veröffentlicht und auf die erste Rezension hin hat sich Hanni an mich gewandt und sich bedankt. In dem Zuge entstand die Idee eines gemeinsamen Interviews. Es hat zeitbedingt ein wenig gedauert, aber ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen 🙂 Viel Spaß beim Lesen.

Sylvia: Ich habe die Seelenfischer-Reihe verschlungen, mit hat das Lesen der Bücher sehr viel Spaß gemacht. Nun habe ich mich gefragt, wie viel Zeit du für die Recherche benötigt hast? Wie intensiv war die Recherchearbeit speziell für diese Reihe?

Hanni: „Die Seelenfischer“ ist mein Debütroman von 2013. Begonnen habe ich damit 2000, fertig war er 2006. Ja, die Recherche, die ist für mich gefährlich – weil ich z.B. keiner Biographie widerstehen kann. Es läuft so ab: Ich will eigentlich nur den relevanten Zeitabschnitt nachlesen und schwupp, verschlinge ich das ganze Buch.

Sylvia: Wie sieht dein Schreiballtag aus und wie schaffst du es, eisern an einem Roman zu schreiben, ohne abgelenkt zu sein? Kannst du während des Schreibens ein Buch lesen, oder lenkt es vom eigenen, gerade im Entstehen befindlichen Werk ab?

Hanni: Siehe meine Antwort oben zur Ablenkung. Ansonsten schreibe ich bevorzugt nachts oder gleich sehr früh am Morgen. Bis mein Mann nach einer warmen Mahlzeit verlangt.

Katja: Was machst Du, wenn Dir mitten am Tag, wenn Du vielleicht mit dem Auto oder mit Freunden / Familie unterwegs bist, Ideen auf Dich einströmen? Hast Du immer ein Notizbuch griffbereit?

Hanni:Ich bin ein Notizenjunkie! Bei mir muss alles herhalten, notfalls meine Handfläche oder eine Serviette. Ich habe auch schon etwas auf dem Beipackzettel eines Medikamentes meines Opas notiert. Der hat sich gewundert…

Katja: Nervennahrung beim Schreiben – eher unwichtig oder doch besser immer in Reichweite? Was ist Deine ganz besondere Nervennahrung?

Hanni: Meine Nervennahrung ist flüssig: Morgens – mittags – abends: Cappuccino – an manchen Tagen ernähre ich mich nur davon. Bitte nicht nachmachen!

Katja: Wenn du als Kind gefragt wurdest, was du mal werden willst, was hast du geantwortet?

Hanni: Skirennläuferin. Ich war und bin Schneesüchtig und halte den inoffiziellen Weltrekord im Schneeengelmalen.

Sylvia: Du schreibst Thriller und historische Romane und bist aber bei deinem Namen geblieben, gegen den allgemeinen Trend. Kann man dies als Autorin selbst entscheiden oder muss man sich da dem Druck der Verlage beugen?

Hanni: Ich habe anfangs, treudoof wie ich bin, gar nicht an ein Pseudonym gedacht. Und für meinen Verlag war mein Name nie ein Thema. Der türkische Verlag, der mein Buch „Honigtot“ -Türkisch: „Baldan Ölüm“ veröffentlicht, findet das ‚ü‘ in meinem Namen ganz prima.

Sylvia: Wie kann man sich als Leser die Zusammenarbeit mit dem Lektor/der Lektorin vorstellen?

Hanni: Für mich ist die Zusammenarbeit mit meinen bisherigen Lektoren großartig und inspirierend. Mit meiner ersten Lektorin arbeite ich bald 20 Jahre zusammen, wir sind engste Freundinnen und Seelenverwandte. Auch mit meiner Piper-Lektorin, Julia, bin ich inzwischen eng befreundet. Tatsächlich war es zwischen uns Liebe auf den ersten Blick. Julia Eisele ist mittlerweile selbst Verlegerin und wir haben zusammen ein Buch verlegt.

Sylvia: Veranstaltest du gerne Lesungen? Was macht für dich den Reiz an Lesungen aus?

Hanni: Da ich mir die Veranlagung zur Rampensau abgeht, habe ich vor Lesungen regelmäßig Schnappatmung. Doch ich überwinde mich (mithilfe eines (1) Schnapserls) und mache sie sehr gerne – weil ich auf Lesungen meinen Lesern am nächsten sein kann. Vor allem liebe ich die Diskussionen am Ende. Und schnell zum Ritual geworden: Jeder Leser/Besucher bekommt zum Abschied eine Umarmung. Denn wir Menschen nehmen uns viel zu wenig in den Arm, finde ich.

Sylvia: Welche Genre liest du gern und hast du einen Lieblingsautor/in? Was kannst Du empfehlen?

Hanni: Ach wenn ich mich wiederhole, aber ich liebe Biographien. Besonders inspirierend ist die von Evelyn Lever: „Madame Pompadour“. Die Pompadour war eine großartige, talentierte, emphatische Frau. Mehr, als nur die Geliebte des französischen Königs, Ludwig XV. Und ein Buch, dass ich schon sehr oft gelesen habe: „Watership down“ von Richard Adams. Es ist magisch.

Katja: Ich entspanne mich nach einem hektischen und stressigen Tag gern mal in der Küche beim Kochen. Wie kannst Du am besten entspannen?

Hanni: Beim Sport. Und beim Putzen. Und mit meinen Mädels. Und im Garten und in der Natur. Beim Schreiben…

Das war der erste Teil eines, wie ich finde, sehr interessanten Interviews mit Hanni Münzer und ich bedanke mich von ganzem Herzen für die Antworten.

Den zweiten Teil der Fragen, dann zum Thema Weihnachten, könnt ihr im diesjährigen Adventskalender lesen 🙂

Bis dahin ganz liebe Grüße
von
Hanni, Sylvia und mir – Katja

 

® Copyright Foto: Fotostudio Dörr

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