Interview mit Roberta Gregorio

Heute habe ich mal wieder ein Interview mit einer Autorin für Euch, über die ich durch Zufall „gestolpert“ bin und die mich mit ihrem Buch „Zwei Kugeln Glück mit Sahne“ begeistern konnte.

Katja: Liebe Roberta, vielen Dank das ich dich an dieser Stelle interviewen darf. Für mich bist ja eine „neue“ Autorin, die ich erst vor kurzem für mich entdeckt habe.

Stell Dich am besten kurz einmal selbst vor. Wer bist du? Was liebst du? Was machst du am liebsten?

Roberta: Liebe Katja, vielen Dank. Ich liebe Interviews und freue mich darauf, deine Fragen zu beantworten.

Ich bin eine italienische, aber deutschsprachige Autorin, die in Bayern geboren wurde und mittlerweile seit fast 20 Jahren in Italien lebt. Es ist für mich schwer zu definieren, ob ich mehr deutsch oder italienisch bin, aber ich denke, das muss ich auch gar nicht.

Familie kommt für mich an erster Stelle, außerdem liebe ich das Meer, das auch oft in meinen Geschichten vorkommt.

Am liebsten sitze ich zuhause an meinem PC, wo ich in mich in meinen Geschichten verliere. Meist trinke ich dabei Kräutertee aus einer großen Tasse, der – zugegeben -, nicht sonderlich schmeckt, auf den ich aber wegen einer Nickelallergie zurückgreifen muss.

Hätte ich keine ernsten Verpflichtungen, würde ich wahrscheinlich 24h am Tag nur schreiben, aber meine Familie braucht mich ja auch, außerdem helfe ich im Büro meines Mannes ordentlich mit.

Bis Ende Juni habe ich zudem an einem italiensichen Gymnasium deutsche Konversation unterrichtet, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Mit den Schülern habe ich oft über Bücher gesprochen – eh klar, oder? 😉 Ich denke, wir sollten Jugendliche nicht unterschätzen. Sie sind unsere Zukunft. Wir sollten viel mehr für sie und mit ihnen tun.

Katja: Du hast mich über meinen Blog entdeckt, mich angeschrieben und mir dein neuestes Buch als Rezensionsexemplar angeboten. Wie und warum bist du auf die Idee gekommen?

Roberta: Stimmt, ich habe dich kontaktiert, um dir meinen neuen Luebbe-Roman „Sommer in Mareblu“ vorzustellen, der unter dem Pseudonym Raffaella Belli erschienen ist. Mir ist der Kontakt zu Bloggern sehr wichtig, da ich persönlich viel Wert auf die Meinung erfahrener Leser lege – man will ja dazulernen. Natürlich ist auch die Sichtbarkeit im Netz ausschlaggebend. Je mehr über ein Buch geredet und gepostet wird, umso besser. Speziell auf dich bin ich gekommen, weil ich deine Rezensionen sehr gerne lese und besonders schätze. Deine Facebook-Seite habe ich  ja schon länger abonniert. Ein großes Lob an dich! Du machst das wirklich toll!

Katja: Stöberst du im Internet regelmäßig nach Blogs und schaust nach, ob du dort präsent bist, deine Bücher gelesen werden?

Roberta: Ja, ich oute mich: Ich schaue regelmäßig, wie meine Bücher ankommen, wie sie bewertet werden. Da muss man sich zwar ein dickes Fell anlegen, aber inzwischen komme ich ganz gut mit Rezensionen usw. klar. Kritik ist wichtig, man muss lernen, an sich zu arbeiten. Ich denke, ich habe das ganz gut im Griff. Ich nehme mir alles zu Herzen, was gut begründet wird. Gemeine Schläge unter die Gürtellinie hatte ich zum Glück noch nie. Aber ich bin mir sicher, dass ich auch damit umgehen könnte. Man kann nicht jedem gefallen.

Katja: Worauf achtest du da besonders? Was ist dir an einem Blog, der Deine Bücher vorstellt, besonders wichtig? Die Anzahl der Follower und Besucher? Die Gestaltung oder die Präsentation der Rezensionen?

Roberta: Was ich sehr liebe, sind schöne Fotos von meinen Büchern. Da bekomme ich richtige Herzchen-Augen vor Freude und Entzückung. Doch am wichtigsten sind mir gut formulierte Rezensionen, die gerne auch Kritik enthalten können, wenn sie nur ausreichend begründet wird. Es reicht mir nicht, wenn mir gesagt wird: „Dein Buch hat mich gelangweilt.“ Ich möchte dann schon gerne wissen, warum. Die Gestaltung überlasse ich sehr gerne den Bloggern, die ja wirklicht tolle Artikel schreiben.

Katja: Ich habe natürlich, bevor und während ich Dein Buch gelesen habe, ein wenig gestöbert und dabei zwei Sachen festgestellt: du schreibst generell Liebesromane und viele davon spielen in Italien. Warum ist das so? Warum Italien und warum Liebesromane?

Roberta: Italien wird von mir inzwischen erwartet. Ich glaube, ich bräuchte meiner Agentin gar nicht erst etwas vorschlagen, was nichts mit dem Land zu tun hat, in dem ich lebe. Ob mich das stört? Keineswegs. Es ist meine Welt, hier kenne ich mich aus, hier kann mir niemand etwas vormachen. Liebesromane mit italienischem Flair, vorzugsweise mit Meer und viel Sonne, sind meine Wohlfühloase. Marlon Brando hat mal gesagt: „Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.“ Nun, Italien und Amore sind mein Weg.

Katja: Könntest Du die vorstellen, einmal ein anderen Genre zu „bedienen“, also zum Beispiel ein Fantasyroman oder einen Thriller zu schreiben? Oder anders gefragt, gibt es ein Genre das du gerne einmal ausprobieren würdest?

Roberta: Ich würde unglaublich gerne einen Krimi schreiben – nun, eigentlich habe ich das schon getan. Meine Sprache ist aber zu … blumig, poetisch, nachdenklich … Das passt leider nicht zusammen.

Katja: Du hast, zusammen mit Manuela Inusa, bereits zwei weihnachtliche Romane herausgebracht. Wie muss ich mir die Zusammenarbeit von Euch beiden vorstellen?

Roberta: Von meiner Seite kann ich sagen, dass das mit der Manuela immer total entspannt ablief. Wir haben sogar mal unter Pseudonym einen Sommerroman geschrieben. „When Love meets Amore: Ein italienischer Sommer“, so der Titel.

Wir haben gemeinsam geplottet, bis das Grundgerüst der Geschichte stand. Manuela hatte immer die weibliche Erzählstimme, ich die männliche, sodass wir beide uns frei entfalten konnten. Jede hat immer ein Kapitel geschrieben und dann zurückgeschickt. Unsere Gedankengänge waren stets so affin, dass die Geschichte  überganslos weiterging. Schön war das. Vor allem war da zwischen uns sehr großes Vertrauen.

Katja: Ist wieder ein gemeinsamer Roman von euch geplant?

Roberta: Wir haben für dieses Jahr keinen gemeinsamen Roman geplant, nein. Die Zeit reicht nicht. 🙁

Katja: Warum sollte der Leser des Interviews zu einem deiner Romane greifen? Was macht deine Bücher in der Masse der monatlichen Neuerscheinungen zu etwas besonderem?

Roberta: Meine Romane sind authentisch. Ich erzähle, was ich jeden Tag sehe. In jeder Figur steckt etwas, was ich wirklich kenne, oder zumindest mal gesehen und beobachtet habe. Landschaftliche Bilder, die ich beschreibe, habe ich im wirklichen Leben ständig vor Augen. Ich denke, der Leser spürt das.

Katja: Verrätst du mir für mich, meinen Blog und meine Leser Dein Lieblingsrezept?

Roberta: Sehr gerne! Ich bin ein Fan von schnellen Nudelgerichten, deshalb erzähle ich dir heute, wie ich meine Spaghetti alla Carbonara am liebsten zubereite:

Zunächst setze ich für die Spaghetti Wasser auf, dann brate ich in einer Pfanne die kleingeschnittene Schweinebacke mit etwas Olivenöl an. Sobald das Wasser kocht, werfe ich die Spaghetti hinein. Dann salze ich das Wasser. Während die Spaghetti kochen, schlage ich, je nachdem, wieviel Pasta ich koche, genügend Eier auf (ca. 1 Ei pro 100g Nudeln) und vermische sie schön mit etwas geriebenem Parmesan und fein zerhackter Petersilie. Manche geben Pfeffer dazu. Manche geben mehr Eidotter als Eiweiß in die Menge. Das kann jeder individuell so gestalten, wie er mag. Sobald die Spaghetti al dente sind, nehme ich sie aus dem Wasser und gebe sie in die Pfanne zur Schweinebacke. Etwas Spaghettiwasser kann noch dazugegeben werden. Jetzt werfe ich die aufgeschlagenen Eier dazu und vermenge alles kurz bei ganz leichter Hitze.

Fertig. Buon appetito

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