Jugend ohne Gott

Es war mal wieder so weit, mein Papa und ich (Susanna) wollten ins Kino. Zur Auswahl standen „The Circle“ und „Jugend ohne Gott“. Entschieden haben wir uns dann für „Jugend ohne Gott“.

„Jugend ohne Gott“ ist ein deutsches Filmdrama von Alain Gsponer und kam am 31. August 2017 in die deutschen Kinos. Auffallend war hier mal wieder für mich, dass der Film nicht in jedem Kino zu finden war.

Bei einem jährlich stattfindenden Assessment-Camp versuchen die Besten einer Abschlussklasse, einen der begehrten Plätze an den fünf weltweit existierenden Rowald-Universitäten zu ergattern, einer Elitehochschule. Die jugendliche Elite, Kinder reicher Eltern, wurden in das Camp geschickt, um dort Leistungspunkte zu sammeln und sich gegen Konkurrenten durchzusetzen. Allen Teilnehmern an dem Auswahlwettbewerb wird ein Sender unter die Haut implantiert, damit sie bei Geländespielen auf dem weiträumigen Areal des Camps jederzeit lokalisiert werden können. Die Schüler werden vor „Illegalen“ gewarnt, welche die ihnen zugewiesene Zonen verlassen haben und von den Schülern gemeldet werden sollen. Der einzelgängerische Zach hat kein wirkliches Interesse an dem Wettbewerb. Sein Vater hat sich kürzlich das Leben genommen, worunter Zach sehr leidet. In einem Tagebuch hält er all seine Gedanken fest, den Mitstreitern gegenüber ist er verschlossen. Auch deswegen fühlt sich die ambitionierte Nadesh von ihm fasziniert und angezogen. Zach trifft im Wald auf die geheimnisvolle Ewa, die dort mit anderen Illegalen lebt und sich mit Diebstählen über Wasser hält. Ihre Bekanntschaft widerspricht allen Regeln und ist für beide mit der Gefahr der Entdeckung verbunden; dennoch verlieben sie sich ineinander und beginnen ein Verhältnis, soviel erst mal zur Handlung.

Der Film entstand auf Grundlage des Romans „Jugend ohne Gott“ des österreichisch-ungarischen Schriftstellers Ödön von Horvath. Dieser wurde 1937 veröffentlicht, und der Stoff diente bereits mehrfach als Vorlage für Filme. Um den Stoff für Jugendliche interessant zu machen, wird er für den Film in die nahe Zukunft versetzt. Im Film geht es, anders als im Buch, nicht primär um das Gottlose, sondern um die Kritik an den fehlenden humanistischen Werten.

Fahri Yardim spielt die Hauptrolle des Lehrers. Anna Maria Mühe ist in dem Film als Psychologin Loreen zu sehen, die die Schüler im Camp betreut. Jannis Niewöhner übernahm mit Zach im Film eine zentrale Rolle. Alicia von Rittberg spielt Nadesh, Emilia Schüle ihre Rivalin Ewa, die alleine in den Wäldern lebt.

Die Handlung an sich ist in 45 Minuten erzählt, jetzt könnte man meinen das der Rest des Filmes Langweilig in die Länge gezogen wird. Ein klares Nein, denn  es wird sich für die Filmszene relativ neues Element bedient, in dem die Handlung aus der Sichtweise von 3 verschiedenen Personen geschildert wird, sodass die Geschehnisse mehrfach, jeweils mit neuen, tieferen Bedeutungsebenen durchgespielt werden. Diese ungewöhnliche Erzählform sorgte zuerst für Irritationen, doch spätestens nach der Hälfte des Films entwickelt die Dramaturgie dann doch eine beachtliche Sogwirkung, und der Film entwickele sich zu einem spannenden Thriller.

In Deutschland ist der Film FSK 12. In der Freigabebegründung heißt es: „Der Film ist jugendaffin erzählt und bietet in den wenigen moralisch aufrechten Protagonisten starke Identifikationsfiguren. Zwar können Intensität und Dramatik des Geschehens Kinder unter 12 Jahren emotional überfordern, doch bereits 12-Jährige sind in der Lage, die düstere Atmosphäre und die Spannungssequenzen in den Kontext einzuordnen, zumal die zentralen Fragen und Konflikte letztlich gelöst werden. Die genannte Altersgruppe kann sich ausreichend distanzieren, um sich eigenständig mit den ethischen Fragen des Films auseinanderzusetzen und das Gesehene zu verarbeiten. So fordert der Film sie zwar, überfordert sie aber nicht.“ (Quelle: Freigabebegründung für Jugend ohne Gott In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. ) Ich finde das Freigabealter entsprechend.

Meine Meinung: Ich fand diesen Film richtig gut, spannend und tiefgründig. Es wird sich mit bestehenden Problemen unserer Zeit tiefgründig auseinander gesetzt und es ist mal etwas anderes als Action geladene Filme aus Amerika. Von mir gibt es auf jeden Fall 5 von 5 Sternen und ich werde mir definitiv auch später die DVD kaufen.

Daten:
Laufzeit: 114 min.
FSK: 12
Regie: Alain Gsponer
Genre: Drama
Drehbuchautor: Alex Buresch
Hauptdarsteller: Alicia von Rittberg (Nadesh). Emilia Schüle (Ewa). Anna Maria Mühe (Loreen), Jannis Niewöhner (Zach), Fahri Yardim (Lehrer)

 

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