Katja im Interview …. mit Frieda Lamberti

Die Nummer 3 meiner Interviews im Vorfeld der 4. LoveLetter-Convention in Berlin ist mein Interview mit der Autorin Frieda Lamberti. Eine Autorin im „reiferen“ Alter, deren Figuren nicht zum „Jugendwahn“ passen und deren Bücher eine gelungene Mischung aus mehreren Komponenten sind.

Katja: Liebe Frieda, vielen Dank das Du Dir die Zeit nimmst, ein paar neugierige Fragen von mir zu beantworten.

Frieda: Liebe Katja, ich danke Dir für Dein Interesse an mir und meinen Geschichten.

Katja: Erzähl doch meinen Lesern erst einmal etwas über Dich. Wie lebst Du, was machst Du? Was sind Deine Wünsche und Träume?

Frieda: Ich bin 54 Jahre jung und habe erst im Alter von 50 angefangen zu schreiben. Mit meinem Mann und meinem Hund Kurt lebe ich südlich von Hamburg in der Lüneburger Heide. Wenn ich mal nicht am PC sitze und schreibe, treffe ich mich mit meinen Enkeln oder unternehme einen Kurztrip nach München, um mir ein Fußballspiel meines Lieblingsvereins anzuschauen. Wenn es mir mal zu bunt wird, fahre ich auch schon mal nach Südfrankreich, nur um mal kurz Muscheln in meinem Stammlokal zu essen und dabei aufs Mittelmeer zu schauen. Ob ich Träume habe? Eigentlich nicht, denn ich warte nicht darauf, dass etwas Traumhaftes passiert, ich nehme es gleich selbst in die Hand… und meistens klappt es dann auch. Ich habe den tollsten Beruf der Welt für mich entdeckt und bin mit meinem Leben rundum zufrieden. Ich wünsche, dass es noch lange so bleibt.

Katja: Du hast mit Schreiben angefangen, da Dir die Protagonistinnen in den Liebesromanen zu jung waren und deren Probleme so gar nicht denen der reiferen Frauen entsprachen. Hat sich Deiner Meinung nach etwas daran geändert?

Frieda: Ja, das stimmt. Ich habe mich über das vorherrschende Frauenbild geärgert. Frauen in meinem Alter kamen entweder gar nicht mehr vor oder wurden mit falschen Klischees versehen. Auch mit 40 und 50 plus hat „frau“ noch ein Liebesleben. Darauf wollte ich hinweisen und habe meinen Debütroman Ausgeflittert verfasst. Mittlerweile gibt es sehr schöne Liebesromane, die auch die Lebensrealität einer reiferen Protagonistin darstellen.

Katja: Du liebst Wein, gutes Essen und Tiere – alles auch „Bestandteile“ Deiner Romane. Es fließt also ein Stück von Dir in jede Geschichte ein. Sind die anderen Figuren auch Menschen in Deiner näheren Umgebung nachempfunden?

Frieda: Nein, ich schwöre! Auch wenn der eine oder andere mir nahestehende Mensch glaubt, dass ich über ihn geschrieben habe. Der geizige Schwiegervater, die putzsüchtige Mutter, der fremdgehende Ehemann und das verzogene Einzelkind sind reine Erfindungen. Auch die tollen Männer in meinen Romanen entspringen leider nur meiner Fantasie.

Katja: Deine Romane sind eher kurze Romane für den „Lesehunger zwischendurch“. Kannst Du Dir vorstellen, auch mal einen richtig großen Roman, so mit mehr als 400 Seiten zum Beispiel zu schreiben?

Frieda: Nicht wirklich. Meine Geschichten sind nach 200 bis 250 Seiten eigentlich zu Ende erzählt. Sie künstlich aufzublähen, liegt mir nicht.

Katja: Die meisten Deiner Romane sind Teile verschiedener Serien und ich zähle nur wenige Einzelromane. Ist es leichter, Fortsetzungsreihen zu schreiben, weil da ein Buch auf das nächste aufbaut und man quasi dort schon „zu Hause“ ist? Oder ist es einfacher, Einzelbände zu schreiben?

Frieda: Alle Bände sind in sich abgeschlossene Geschichten. Dass es nach dem Erscheinen zu Fortsetzungen kommt, liegt daran, dass ich meine Protas so liebgewonnen habe, dass ich sie nicht wieder loslassen möchte. So sind die Serien entstanden.

Katja: Stell Dir vor, Du dürfest auf einmal keine Liebesromane mehr schreiben sondern müsstest ein ganz anderes Genre wählen. Welches wäre das? Worauf würdest Du Dich konzentrieren?

Frieda: Ich schreibe nicht nur Liebesromane. Meine Geschichten sind auch mit einer Prise Crime und Drama gewürzt. Überhaupt bin ich schwer einem Genre zuzuordnen. Mein letzter Roman „Fatales Schweigen“ ist das beste Beispiel dafür, dass ich neben meiner heiteren Seite auch über ernste und berührende Themen schreiben mag. Es ist mir wichtig, meine Leser stets zu überraschen. So kann es durchaus vorkommen, dass eine Geschichte völlig anders ausgeht als vermutet.

Katja: Wie schaut bei Dir der Schreiballtag aus? Kannst Du Dir immer die Zeit zum Schreiben nehmen oder ist das bei Dir auf den Feierabend und das Wochenende beschränkt?

Frieda: Ich habe mich vor zwei Jahren entschieden, nur noch zu schreiben. Anders wäre die große Anzahl an Geschichten, die ich bisher veröffentlich habe, gar nicht zu bewältigen gewesen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht mindestes zehn Stunden am PC sitze und arbeite. Besonders gern schreibe ich nachts, denn wenn mich das Fieber packt, kenne ich keine Uhrzeit.

Katja: Du hast einen Hund namens „Kurt“ und wirst mit ihm sicherlich immer lange unterwegs sein. Was machst Du, wenn Dir unterwegs DIE Idee für ein neues Buch kommt? Hast Du immer Schreibzeug dabei, um Dir die Ideen zu notieren?

Frieda: Die Ideen kommen mir nicht beim Spazierengehen. Besonders kreativ bin ich, wenn ich mit dem Auto fahre. Bei lauter Musik sind die meisten Geschichten entstanden. Ich suche mir einen passenden Soundtrack, der mich in die richtige Stimmung versetzt und dann geht es los. Anders als meine Kollegen beginne ich damit, mir einen Titel auszudenken und gleich danach mache mir Gedanken über das Cover. Wenn das im Kasten ist, geht es mit Volldampf los. Dann ist es für alle gesünder, mich nicht zu stören und abzuwarten, bis ich meinen Roman beendet habe.

Katja: Welches Buch hast Du zuletzt gelesen? Welches Buch steht ganz oben bei Deinen Favoriten und welches würdest Du uns ans Herz legen?

Frieda: Ich gestehe, dass ich kaum noch Zeit und Muße habe, selbst zu lesen. Mein letzter Roman war eine Geschichte von meiner lieben Kollegin, Elke Becker. Ihr Roman „Hot Dogs zum Frühstück“ war eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Natürlich empfehle ich die Bücher aus meiner eigenen Feder. Leserinnen, die bereits einige Jahre Eheerfahrung haben, werden bestimmt Spaß an meinem Roman INKOGNITO haben. Selbstverständlich lege ich den Leser/innen meinen neuen Roman „Herzklopfen und kalte Füße“ ans Herz.

Katja: Im Mai findet in Berlin erneut die LoveLetter-Convention statt und in diesem Jahr bist Du das erste Mal dabei. Mit welchen Erwartungen gehst Du nach Berlin?

Frieda: Gerade komme ich von der Leipziger Buchmesse zurück. Das war eine tolle Erfahrung, denn ich habe zum ersten Mal eine öffentliche Lesung abgehalten. Daneben habe ich viele meiner Leser/innen getroffen und hatte einen so wunderbaren Austausch, dass ich noch ganz geflashed bin. Ich hoffe, dass sich dieses Erlebnis in Berlin fortsetzen lässt. Auf jeden Fall freue ich mich wie Bolle auf die Love-Letter-Convention und hoffe auf viele interessante Begegnungen mit passionierten Leseratten.

Katja: Du wirst dort nicht nur auf unzählige Kolleginnen und Kollegen treffen, sondern hauptsächlich auf Leser, welche dieses Event nutzen, um Kontakte zu knüpfen, ihren Autoren nahe zu sein und neue Autoren für sich zu entdecken. Wie wichtig ist Dir der Austausch mit Deinen Lesern? Worauf freust Du Dich?

Frieda: Auf den Austausch mit Leser/innen freue ich mich ganz besonders. Denn es ist – trotz Facebook und Mail – eine einmalige Gelegenheit sich persönlich kennenzulernen, sich gegenseitig Fragen zu stellen, zu diskutieren und ein leibhaftiges Feedback zu bekommen.

Katja: Du hast mit viel Herzblut und Engagement ein Buch geschrieben, es erscheint und die ersten Rezensionen erscheinen auf diversen Plattformen. Wartet man als Autor gespannt darauf? Liest man die Rezensionen alle durch?

Frieda: Rezensionen sind das wahre Brot für einen Autor. Wie ein Koch, der in einem Restaurant, Speisen für die Gäste zubereitet und wissen will, ob es ihnen geschmeckt hat, warte ich auf die ersten Stellungnahmen. Nur, dass ich geduldiger sein muss, bis ich erste Feedbacks erhalte. Frieda und Geduld? Zwei Sachen, die sich von vornherein ausschließen. Also schaue ich mehrmals täglich hibbelig nach und freue mich wie ein Kind über konstruktive Kritik. Natürlich machen positive Rezis mehr Spaß. Obwohl auch negative willkommen sind, solange sie nicht beleidigend sind.

Katja: Was sind die nächsten Projekte von Frieda Lamberti? Wird es weitere Teile Deiner bereits bestehenden Serien geben?

Frieda: Ich mache es mal spannend und antworte: »Lasst euch überraschen!«

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