Konzert Cashbags „The Johnny Cash Show“– Tour 2017

Die Musik von Johnny Cash prägte mehrere Jahrzehnte, von den 50ern bis nach der Jahrtausendwende, und spricht bis heute Jung und Alt an. Nicht zuletzt der biografische Film „Walk the Line“ mit Joaquin Phoenix verhalf dem 2003 verstorbenen Sänger zu ungebrochener Popularität.

Ein Konzert von Johnny Cash können Leute meiner Generation nur noch auf der Leinwand sehen, live geht das natürlich schon lange nicht mehr.

Umso schöner, dass die Cashbags gibt. Wer sind die Cashbags? Nun, 4 Männer und eine Frau, die die Lieder und auch den Stil von Johnny Cash, June Carter, den Tennessee Three, Carl Perkins, Bob Dylan und Tom Petty auf die Bühnen von heute bringen. Die Band stammt aus Dresden, ist aber eine gern gebuchte Größe auf großen, wie auf kleinen Bühnen in ganz Deutschland und über dessen Grenzen hinweg. Sie mit nur 190 anderen Gästen zu erleben, ist ein unbeschreibliches Event.

Der US-Amerikaner Robert Tyson verkörpert Johnny Cash wie kein zweiter – Stimmfarbe und Klang sind unbeschreiblich nah am Original, bleiben aber stets eine Interpretation statt einer Kopie. Er moderierte, ähnlich wie Cash selbst die Show, blieb dabei stets in seiner englischen Muttersprache. Valeska Kunath als June Carter begeisterte sowohl bei den Solo-Liedern, als auch bei den tollen Duetten.

Man muss hier mehr von einer Show, denn von einem Konzert sprechen. Und diese Show in Pirna war die letzten in diesem Jahr – das Finale der 2017er „The Johnny Cash Show“ mit den Cashbags. Garderobe, Instrumente, Inszenierung und Aufbau sind an Unterhaltungswert kaum zu überbieten.

In der ersten Hälfte leben die 60er Jahre auf. Große Hits wie der „Folsom Prison Blues“, „Get Rhythm“, „Big River“ und natürlich „Walk the Line“ heizten dem Publikum ein und brachten den Flair dieser Zeit auf die Bühne. Zwei Solostücke von Valeska als June Carter waren die eher ruhigen Momente.

Nach der Pause ging es mit neuer Garderobe, in schwarz und auf Country gestylt in den späteren Jahrgängen weiter. Stephan Ckoehler, der schon als Carl Perkins die „Blue Suede Shoes“ im ersten Teil der Show trug, spielte zwei Lieder als Bob Dylan. Mehrere Duette, wie das weltbekannte „Ring of Fire“, „Jackson“ aber auch „It ain’t me, Babe“ wurden während des Konzertes gespielt.

Nach Ende der regulären Show, ging es jedoch noch weiter. Mehrere Zugaben ließen das Publikum noch einmal ausflippen, der Geräuschpegel stieg noch einmal an, bis dann alle die Bühne verließen. Valeska kam als Tom Petty (& the Heartbreakers) mit blonder, statt bisher brünetter Perücke auf die Bühne und ließ einen Teil des 90er Jahre Albums „Unchained“ aufleben.

Das Finale bildete ein Solo von Robert Tyson – nur begleitet von der eigenen Gitarre, spielte er das Spätwerk Cashs „Hurt“. Der Saal war auf einmal still, genoss die fragilen, schwermütigen und leise Töne des Anti-Drogen-Songs. Mich rührt dieses Lied auch nach Jahren noch zu Tränen – etwas, das nun auch die die Version der Cashbags geschafft hat. Ein würdiges Ende der Show.

Die Männer und Frauen am Veranstaltungsort, der Kleinkunstbühne Q24, sind als Verein engagiert und bringen viel Kultur nach Pirna – man muss den Hut ziehen vor so viel Enthusiasmus! Ihr kleiner Veranstaltungsort mit Bühne, Parkett und Barbereich sind ein leuchtendes Beispiel dafür, was auch Vereine auf die Beine stellen könnte. Danke dafür!

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