lit.love 2018 – Ein Tag in München

Am vergangenen Wochenende fand sie statt: die lit… ih Kate

.love in München. Das größte Verlagshaus Europas, die Random House Gruppe, öffnete für ihre Leser die heiligen Hallen und lud ein zu einer Veranstaltung, in deren Mittelpunkt die gemeinsamen Interessen standen. Die Liebe zum Lesen, zu Büchern.

Wie so viele andere auch – 400 Gäste sollen es wohl am ersten Tag gewesen sein – folgte auch ich dem Ruf.

Bei mir ging die Reise von Dresden nach München bereits am Freitag früh los. Gemeinsam mit meinem Mann Markus setzte ich mich ins Auto und wir rollten gemütlich unserem Ziel entgegen. In der Mittagszeit in München angekommen trafen wir uns im „Hans im Glück“ mit einer lieben Freundin in deren Kindern zum Essen und bummelten dann gemeinsam noch ein wenig durch die Stadt.

Unser Quartier selbst war für die zwei kommenden Nächte in dem kleinen Städtchen Unterbrunn bei Gauting. Dort warteten unsere wunderbaren Gastgeber – die Eltern meiner besten Freundin Karin – bereits auf uns und hießen uns herzlich willkommen.

Der erste Abend verging mit einem phantastischen Gulasch, lockeren und interessanten Gesprächen und hochgeistigen Getränken wie im Fluge und es wurde Zeit für uns ins Bett zu gehen.

Am nächsten Morgen bekamen wir erst ein wunderbares Frühstück vorgesetzt, ehe mich unser Gastpapa – und er war genau so liebevoll – zum Bahnhof Gauting fuhr. Von dort aus brachte mich die S 6 ganz entspannt in nicht einmal 40 Minuten bis zum Zielort. Noch ein paar Minuten laufen und das Verlagshaus stand vor mir.

Mit klopfendem Herzen und in froher Erwartung auf das was denn kommen mag, betrat ich die heiligen Hallen und war mittendrin. Die Uhr zeigte 10 Minuten vor um 10. Ich hatte also noch ganze 10 Minuten Zeit um mein Band abzuholen, die Jacke anzugeben und den Wintergarten zu finden. Dort sollte die erste Veranstaltung des Tages für mich stattfinden.

Also meldete ich mich schnell an, bekam mein Band und ein zweites Kärtchen das mich als Blogger auswieß und einen großen roten Beutel voller Goodies. Schnell runter in das Untergeschoss zur Garderobe, die ein Service des Verlags war und mich keinen Cent kostete. Überall traf ich auf fröhliche und sehr freundliche Verlagsmitarbeiter, die mir auch gleich behilflich waren, den Wintergarten zu finden, denn die Zeit drängte.

Im Wintergarten angekommen wurde ich gleich von einer netten Bloggerbetreuerin begrüßt, konnte die anderen Blogger erstmal in Augenschein nehmen und stellte gleich fest, das ich zumindest den ein oder anderen von anderen Messen bereits kannte. Auch die Autorinnen Sylvia Lott – auf die ich mich sehr gefreut hatte – und Anna Paulsen (Heike Abidi) waren bereits anwesend. Bei Getränken und belegten Broten stellten sich die 7 anwesenden Bloggerinnen erst einmal vor und dann durften wir den Autorinnen noch unsere Fragen stellen. Dabei erfuhren wir natürlich so einiges interessantes.

Von Sylvia Lott erfuhren wir zum Beispiel den Grund, warum ihre Bücher auf einer Ebene das Thema Weltkrieg haben. Wie sie sagt, betrifft dieses Thema immer 3 Generationen, zeigt viele Abgründe auf und liefert dadurch immer wieder sehr viel Stoff für Familiengeheimnisse.

Das Lebensmotto von Anna Paulsen ist „Gerate nie zu früh in Panik“ und „Mit Lachen und Humor geht alles viel besser.“

Auf die Frage nach Schreibritualen erklärt Anna, dass sie freiberufliche Werbetexterin ist und sich so ihre Zeit zwischen ihrem Job und dem Schreiben einteilen kann. Sie schreibt mehrere Bücher im Jahr und hat dafür einen Ablaufplan. Und ein Minimum an Seiten, die sie pro Tag schaffen will. Sie macht fast alle Station der Buchentwicklung, wie zum Beispiel das Plotten und die Erstellung des Exposes am Schreibtisch. Nur das direkte Schreiben, das kann sie dort nicht. Sie braucht kleine Störungen während der Schreibphase, damit sie nicht zu überkonzentriert wird. Am besten kann sie schreiben, wenn ihr Mann Fußball schaut. Ihr Credo: an einem blöden Text etwas ändern kann man immer, an einer leeren Seite nicht.

Sylvia Lott erkennt dabei einige Parallelen zu sich selbst. Allerdings schreibt sie meistens nachmittags nach einem Mittagsschläfchen. Da sie sehr viel und gründlich recherchiert, schafft sie im Jahr „nur“ ein Roman.

Gruppenfoto vom Treffen mit Sylvia Lott und Anna Paulsen

Nach dem einstündigen Termin, während dem dann noch Fotos gemacht wurden und Bücher signiert werden konnten, versuchte ich in dem Trubel meine Bloggerfreundinnen Antje und Claudia C. zu finden. Auf der Suche nach Ihnen lief in erst einmal Claudia Winter und den Verlagsmitarbeiterinnen Katrin Cinque und Barbara Henning in die Arme. Diese hatte ich bereits auf der Leipziger Buchmesse kennenlernen dürfen und mag sie einfach. Sie „brennen“ für das was sie tun, sind mit Leib und Seele dabei und immer tolle Ansprechpartner.

Dann fand ich auch meine beiden und das Quatschen begann. Wir gingen zur Fotobox und machten Spaßfotos, setzten uns zusammen und tranken Kaffee und immer wieder quatschten wir. Über alles, nicht nur über Bücher, wie man immer meinen mag. Es gibt auch andere Themen.

Mit Antje und Claudia hab ich viel Spaß

Irgendwann hatten wir im Foyer „unsere Basis“ wo immer unsere Taschen standen, immer jemand darauf aufpasste, da war. Dort hin kamen auch alle immer wieder zurück, auch unsere „Winti“ und die Autorin Silvia Konnerth, die als Gast die Veranstaltung besuchte.

Ich schaute mir den hauseigenen Verlagsshop an, der für uns geöffnet war und wo wir uns mit Büchern der Autorinnen eindecken konnten, die anwesend waren. Ich fand das Prinzip wunderbar gelungen.

Ich besuche (oder besuchte – nächstes Jahr werde ich nicht gehen) immer die LoveLetter-Convention in Berlin. In den letzten Jahren hatte mir ein Punkt gar nicht gefallen: die Jagd nach den kostenlosen Signierexemplaren. Der Streit darum, die bösen Worte in den Schlangen teilweise. Hier habe ich gesehen: es geht wunderbar wenn man keine kostenlosen Bücher raus gibt. Denn so entscheidet man sich für ein paar Bücher, die man unbedingt signiert haben will. Denn man kauft sie sich selbst, hortet nicht und schleppt nicht Unmengen an Büchern nach Hause, die dann doch nur irgendwo in einer Ecke verstauben.

Ich habe mir jedenfalls 2 Bücher gekauft – jeweils den neuesten Roman von Kate Morton und Sophie Kinsella. Kate Morton wollte ich für meine Freundin Sylvia mitbringen, Sophie Kinsella war für mich.

Zum Mittag testete ich gemeinsam mit einer weiteren Bloggerin – Vera von herzensbuecher.blog – die hauseigene Kantine. Es schmeckte gut und die Preise waren fair. Genauso wie übrigens die Kaffeepreise. Dazu war der Kaffee noch so lecker, das sich immer wieder lange Schlangen am Stand bildeten.

Mein zweiter Termin des Tages war das Blogger-Meet & Greet mit Sophie Kinsella und ich erwartete einen großen Raum mit vielen Bloggern. Aber ganz im Gegenteil. Ich wurde in einen kleineren Konferenzraum geführt, der süß mit Herzballons und Ballons mit dem Schriftzug „Love“ dekoriert war und … wir waren gerade mal 5 Bloggerinnen. Eine kleine und sehr intime Runde. Die englische Autorin, Jahrgang 1969 kam ein wenig später als eigentlich geplant, war charmant und verblüffte mich. Gertenschlank, Mama von 5 (!!) Kindern und dann noch Bestsellerautorin. Bodenständig und freundlich beantwortete sie auch eine sehr persönliche Frage von Monika, die wissen wollte, ob alle 5 Kinder ihre eigenen Kinder seien, da sie so wunderbar schlank sei. Das bejahrte Sophie, alle 5 Kinder sind ihre eigenen, leiblichen Kinder.

Wie sie das alles schafft wird sie gefragt. Manchmal weiß sie es selbst nicht genau, gibt sie ehrlich zu. Sie und ihr Mann sind ein unschlagbares Team, ergänzen sich gut. Wenn sie schreibt, managt er alles drum herum. Seit über 20 Jahren sind sie verheiratet und somit eigentlich das beste Vorbild für ihr neues Buch.

Ihr Mann ist der erste, der ihre Romane liest, er liefert auch viele Ideen und feilt mit an der Umsetzung. Ihre Kinder, die alle ebenfalls gerne lesen, sind Testleser für ihre Kinderbücher und sie sind manchmal einfach nur brutal ehrlich.

Am Ende des Treffens nahm sich Sophie noch die Zeit, Bücher zu signieren und Fotos mit den 5 Bloggern, aber auch den Betreuern zu machen, ehe sie von ihrem „Schatten“ zum nächsten Termin geschleust wurde.

Nun werde ich, wenn ich zu Hause bin, mal stöbern. Denn ich habe durch Zufall erfahren, dass Sophie noch unter dem Namen Madeleine Wickham Bücher schreibt.

Nach dem Termin ging ich wieder zu unserer „Basis“ zurück, traf wieder auf die Truppe mit der ich unterwegs war und wieder wurde ausgiebig gequatscht. Und dann entschloss ich mich, es zu wagen und stellte mich bei Kate Morton an. Die Autorin signierte auf der Empore ihre Bücher und es hatte sich eine schier endlose Schlange gebildet. Ich gesellte mich also dazu, stellte mich an und obwohl ich lange stehen musste, wurde es nicht langweilig. Man kam ins Gespräch, konnte von der Empore aus die anderen Gäste im unteren Bereich beobachten und hin und wieder rückte die Schlange auch vorwärts. Warum es so „langsam“ voran ging, stellte ich später an mir selbst fest. Kate Morton nahm sich bei jedem, der zu ihr trat die Zeit für einen kleinen Plausch, ein gemeinsames Foto und das machte sie gleich doppelt sympathisch.

Der restliche Tag bestand wieder aus quatschen, noch mal Fotos bei der Fotobox machen – diesmal mit meiner Elisa – und naschen. Hatte doch Elisa von RoRezepte ganz tolle Kekse mit.

Wie ich dann irgendwann festgestellt habe, war ich bei keiner direkten Veranstaltung. Bei keiner Lesung, keinem Workshop. Und dabei hätte ich die Möglichkeit gehabt, überall hineinzukommen, wo ich hin will. Im Gegensatz zur Berliner LoveLetter-Convention waren die Räume so groß, das man alle Veranstaltungen besuchen kann, die man besuchen will.

Für mich war es aber viel wichtiger, mit allen reden zu können, mit denen in reden will. Mit lieben Blogger-Freunden, die man sonst nicht sieht, Zeit zu verbringen. Mit Autorinnen, mit denen man sonst nur über Facebook in Kontakt bleibt, mal im realen Leben zu reden. Es blieb viel zu wenig Zeit, allen gerecht zu werden, aber auch die kurzen Begegnungen waren wunderschön.

Meine letzte Veranstaltung war das FanTreffen mit Petra Durst-Benning. Da ich sie erst ganz kurz vorher interviewt hatte, durfte ich mit dabei sein und freue mich natürlich sehr darüber. Bei Sekt und Knabbereien verging die Stunde mit angeregten Gesprächen wie im Fluge und erst hinterher habe ich gemerkt, dass ich nicht einmal ein Foto von der Runde gemacht oder ein paar Stichpunkte aufgeschrieben habe. Wenigstens an ein gemeinsames Foto haben wir noch schnell gedacht, wenngleich ich auch die einzige war, die in dem Moment ein gemeinsames Foto bekommen hat. Denn dann war die Veranstaltung vorbei und Petra hastete zum nächsten Termin.

Petra Durst-Benning

Zum Abschluss des ersten – und für mich einzigen Tages – der Veranstaltung lud der Verlag noch an die extra dafür aufgebaute Sektbar ein 🙂 Ich ging auch hin, aber nur im mich schnell von Barbara Henning zu verabschieden. Und auch von ein paar anderen bekannten Gesichtern verabschiedete ich mich noch schnell, eh ich zum Zug eilte.

Auch hier zu finden: Die Winti-Girls und Claudia Winter

Denn mein Weg führte mich zurück nach Gauting, wo mein Mann mich abholte und wir wenig später mit unseren Gastgebern zum Essen in ein wunderbares bayerisches Restaurant fuhren und ich zum ersten Mal in meinem Leben Martinsgans aß.

Am nächsten Morgen, eher gegen Mittag, hieß es dann Abschied nehmen. Von unseren wunderbar-herzlichen Gastgebern und von Bayern. Es war toll  und wir kommen bestimmt im nächsten Jahr wieder.

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2 Responses to lit.love 2018 – Ein Tag in München

  1. Sehr schöne Zusammenfassung eines ereignisreichen Tages.

    LG Monika

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