LoveLetter-Convention – Doppelinterview mit Love & Thrill

Love & Thrill – hinter dem Label verbergen sich zwei meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Wer meinen Blog verfolgt, der weiß auch, dass sie schon öfters präsent waren hier, das sie bereits mehrfach Rede und Antwort gestanden haben. Ich habe sie erst in Leipzig gesehen und nun freue ich mich auf unser zweites Treffen in diesem Jahr … auf der Loveletter Convention.

Ich freue mich auf ein …

Interview mit Kristina Günak und Stefanie Ross

Katja: Hallo ihr zwei, schön euch zu einem Interview zu treffen 🙂 Wie geht es Euch? Wie war euer Tag bisher?

Kris: Prima. Ich hatte Besuch von zwei Vampiren und habe meine Homepage auf Vordermann gebracht. Steffi? Bei dir so?

Steffi: Ich versuche mich nach einem wunderbaren Urlaub wieder an den Alltag zu gewöhnen. Gar nicht so leicht. Und an der Homepage müsste ich auch mal wieder basteln. Wann kommt noch der 48-Stunden-Tag?

Katja: Ihr beide habt gemeinsam eine Serie geschrieben, in der es um Nordsee, Alte Liebe und um Neuanfänge geht. Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Wer hat hier den ausschlagenden Punkt gegeben.

Kris: Die Grundidee stammt von mir. Mit Steffi habe ich zu dem Zeitpunkt schon öfter eng zusammengearbeitet, meistens haben wir gemeinsam Workshop zum Thema Schreiben gehalten. Ich mag meine Kollegin, ihre Bücher und hatte Lust, so eine Zusammenarbeit einmal auszuprobieren. Also haben wir uns getroffen, sieben Nussecken gegessen und danach ging es auch schon los.

Steffi: Ich kann nur noch ergänzen, dass es neben den Nussecken auch noch ausreichend Schokolade, Kaffee und chinesisches Essen gab.

Katja: Love & Thrill steht für: Romantik, Liebe, spannende Charaktere und dunkle Geheimnisse! Wieviel Liebe darf eurer Meinung in einem spannenden Roman vorkommen? Und wieviel Spannung verträgt ein romantischer Roman?

Kris: Da ich grundsätzlich für die romantische Abteilung zuständig bin, bezieh ich mich mal auf Spannung im Lieberoman. Die darf sein, muss aber in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Wenn meine Leserinnen einen Liebesroman erwarten und einen blutrünstigen Thriller bekommen, würden sie mir das übelnehmen. Was ich als Leserin absolut nachvollziehen kann. Ich finde den Spannungsteil in „Liebe heißt: Gemeinsam gegen den Wind!“, also den 2. Band der Serie der Steffis Feder entsprungen ist eine sehr gelungene Mischung von Liebe und Spannung, wobei das Hauptaugenmerkt doch auf der emotionalen Entwicklung der Figuren liegt. Steffi, wie siehst du das?

Steffi: Ich finde die Frage nicht einfach zu beantworten, das heißt, es ist eine gute Frage :-). Jedes Buch hat seinen eigenen „Ton“, damit kann der Anteil zwischen Romantik und Spannung jeweils stark variieren. Ich spiele ja selbst gerne mit den Genregrenzen und probiere immer wieder etwas Neues aus. Daher schreibe ich sowohl Liebesromane mit einer kleinen Dosis Spannung oder aber auch reine Thriller, in denen natürlich nicht nur die Kugeln fliegen, aber es um andere Entwicklungen oder Gefühle geht. Ich würde es fürchterlich finden, immer exakt das gleiche Schema zu schreiben. Das würde auf Dauer vermutlich nicht nur für mich sehr langweilig werden. Ich würde daher sagen, dass das Verhältnis beider Komponenten einfach passen muss und sich nicht gegenseitig stören darf.

Katja: Wie schwer fällt es, die Balance zwischen den spannenden und romantischen Elementen zu halten?

Steffi: Nicht schwer, weil die Figuren sehr schnell den oben angesprochenen Ton vorgeben, damit pendelt sich das Verhältnis automatisch so ein, wie es auch sein soll. Allerdings überlege ich vorher schon, in welche Kategorie ein Buch fallen soll. Nichts wäre bei einem Verlagsbuch schlimmer, als einen Liebesroman abzugeben, wenn ein Thriller vereinbart war …

Kris: In meinen figurengetriebenen Romanen entsteht die Spannung aus der emotionalen Entwicklung heraus. Die Balance ergibt aus der Authentizität der Figur.

Katja: Wie muss ich mir die Zusammenarbeit bei den drei Büchern vorstellen?

Kris: Ich habe mit Band eins Setting und die meisten Hauptfiguren eingeführt, wobei Steffi immer Mitspracherecht hatte. Sie hat jeden Text als erstes in die Hände bekommen und hat ihre Figuren in Optik und Sprache geformt. Das hat wunderbare geklappt und war eine ganz neue Art zu arbeiten. Auch den Plott haben wir im Vorfeld gemeinsam entworfen, was meistens enorm lustig war.

Steffi: Stimmt J Bernadette, Piet und Hiltrud waren sozusagen vorgegeben. Tjark, Silvia, der Galeriebesitzer, sein Mann etc. kamen dann neu hinzu. Sehr spannend ist es dabei, die vorhandenen – nicht selbst erstellten – Figuren zu nutzen und weiterzuentwickeln.

Katja: Was war euer lustigster Moment in eurer Zusammenarbeit? Und gab es Pannen?

Kris: Keine nennenswerten, außer vielleicht die Rühreipanne, über die wir aber noch nicht sprechen können. Erst wenn Band 4 erschienen ist.

Steffi: Du hast mich gerade abgehängt … oh doch, warte. Meinst du die Szene, die du mir wegschnappen wolltest und ich dir auf die Finger klopfen musste? Das war witzig. Lustig fand ich es auch, dass es plötzlich einen Kiosk gab, wo ich keinen erwartet hatte. Dafür musste Kris meine Bäckerei akzeptieren.

Katja: Wird es weitere Bücher in Zusammenarbeit von Stefanie und Kristina geben? Sind neue Projekte geplant?

Steffi: Wer uns kennt, weiß, dass immer alles möglich ist *grinst*

Kris: Bei uns ist niemals nie irgendetwas auszuschließen. *lacht*

Katja: Könntet ihr euch – wie auch immer geartet – eine Verwebung eurer Serien vorstellen?

Steffi: *guckt unschuldig* Hamburg und Krabbenhausen sind doch verwoben.*wird wieder ernst*  An Luc & Eli denke ich nicht. Niemals! Das wäre … fürchterlich.

Kris: Ach du heiliger Hollerbusch! Wenn die Jungs und Eli sich treffen, geht die Welt unter!

Katja: Kristina, wenn Du Eli fragst … welchen der DeGrasse-Brüder würde sie denn gerne einmal treffen?

Kris: Wir fragen Eli besser nicht. Was würde denn Vincent sagen? Man könnte auch davon ausgehen, dass Eli Pax zu diesem Treffen mitnimmt, der dann wiederum Luc anbaggern würde, was dann zu schweren Verwicklungen mit Maxim führen dürfte. Es ist hoffentlich klar, dass wir Eli nicht fragen werden!

Katja: Stefanie, wen von deinen Hamburgern würdest du denn zur Erholung in den Hegewald schicken? Wem traust du am ehesten zu, mit Eli’s Chaos fertig zu werden?

Steffi: *dreht sich erstaunt um* Ich verstehe nicht, wo sie gerade alle hin sind … sämtliche Männer sind einfach weg. Da bleibt dann wohl nur noch Alex …

Katja: Stichwort Rezensionen: wie wichtig sind sie im Allgemeinen und für Dich / Euch im Besonderen?

Steffi: Als Leserin sehe ich sie mir interessiert an, als Autor sind sie natürlich noch wichtiger. Ich freue mich über jede Form von Feedback.

Kris: Wichtig. Erstmal als Grundlage für mich als Leserin, ob ich mich für oder gegen ein Buch entscheide. Dann ist natürlich für mich als Autorin ein Feedback ganz toll. Allerdings darf man sie auch nicht überbewerten, denn eins ist absolut klar: Eine Autorin kann es nicht jedem Recht machen.

Katja: Man liest ja immer wieder von EBook-Piraterie und immer öfters hört man auch, dass Autoren aufgeben wollen. Dass sie den Preiskampf (je billiger desto besser) und den Klau nicht mehr mitmachen wollen. Wie geht es Euch dabei?

Kris: Ich habe einen Profi beauftragt, alle illegalen Downloads zu löschen. Tatsächlich kann der E-Book-Diebstahl zum Aus für Schriftsteller führen. Ich weiß nicht, ob es Dummheit oder einfach nur dreist ist, was Menschen zu Diebe werden lässt. Wenn ich morgens beim Bäcker auftauche, mir zehn Brötchen einpacken lasse und dann mit den Worten „Ich liebe ihre Brötchen, aber ich bezahle sie nicht, weil kein Bock und zu teuer!“ abziehe, ist das zumindest dummdreist.

Steffi: Ich könnte auch ein ganzes Buch zu dem Thema schreiben. Da wird einfach – ob aus Ignoranz oder Dummheit oder auch wissentlich – erwartet, dass wir umsonst arbeiten. Würde einer dieser Downloader denn auf sein Taschengeld/Gehalt/Lohn/Rente verzichten wollen? Von uns wird es erwartet – ohne jedes Schuldbewusstsein. Gerade für Midlist-Autoren, die kaum noch im Buchhandel zu finden sind, fällt hier eine wesentliche Einnahmequelle weg. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als zu Lasten des Schreibens mehr oder auch nur noch zu arbeiten. Am allerschlimmsten ist es für mich, von „Lesern“ betrogen zu werden, die sich auf Facebook oder Messen als deine Fans ausgeben.

Katja: Wir treffen uns ja hier auf der Loveletter – Convention und für uns alle 3 ist es die 6. Warum zieht es euch immer wieder hier her? Was ist in euren Augen das besondere an dieser Veranstaltung – zum Beispiel im Gegensatz zu den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt?

Kris: Mittendrin statt nur dabei. 😉 Auch wenn wir viele Workshop, Lesungen und Panels haben, bleibt immer noch Zeit für einen Kaffee mit den Leserinnen und ein wenig Fachsimpelei über die Hexe im Hegewald. Ich liebe das. Außerdem kenne ich nach 6 Jahren so viele Leute, mit denen ich über Facebook Kontakt halte, dass es eine sehr persönliche Veranstaltung ist. Mein persönliches Jahres-Highlight.

Steffi: Stimme Kris da voll und ganz zu!

Katja: Wenn Du Dir eine Autorin aussuchen dürftest, die Du interviewen kannst, welche wäre was? Und welche Frage würdest Du an Sie unbedingt los werden wollen?

Kris: Zweifelsohne Patricia Briggs. „Liebe Patricia, wie viele Bände der Mery Thompson Serie wird es noch geben und könntest du bitte ein bisschen schneller schreiben?“

Steffi: Ich nehme hier J.R. Ward und wünsche mir auch mehr und schnelleren Nachschub von ihr.

Nun bin ich gespannt auf die Convention, auf Stefanie Ross und Kristina Günak und ich bin gespannt auf weitere tolle Bücher der Autorinnen.

 

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