Mein Interview mit Katrin Koppold

Dieses Interview war eigentlich direkt für die LoveLetter-Convention geplant und ich wollte es gemeinsam mit meiner Freundin Mone führen, die eine begeisterte Leserin der Autorin ist und sie zu gern einmal live kennengelernt hätte. Leider musste sie aber kurzfristig absagen und so entstand das Frage-Antwort-Spiel mit Katrin Koppold doch schon vor der LLC.

Daher liebe Mone … das Interview ist für Dich … und natürlich für alle meine Leser.

Katja: Meine Interviews beginnen bei Autoren, die ich überhaupt nicht kenne, meist mit der gleichen Frage. Erzähl uns erst einmal etwas über Dich. Was bringt Dich zur Weißglut und was macht Dir  besonders viel Freude?

Katrin: Was ich überhaupt nicht mag, das sind Lügen und Ungerechtigkeit. Ach ja, und Menschen, die sich selbst für den Nabel der Welt halten, und viel zu ernst nehmen. Was mir Freude macht: Ich muss sagen, dass ich mit meinem gesamten Leben momentan sehr zufrieden bin. Ich habe eine tolle Familie, sowohl von meiner Seite als auch von der Seite meines Mannes, liebe Freunde, zwei wundervolle Katzen. Da ich gerne etwas unternehme, kann man mich mit Reisen und Ausflügen sehr beglücken, ich lese selbst auch unheimlich gerne. Ich glaube, insgesamt bin ich recht schnell zufriedenzustellen. Das war aber nicht immer so. In mancherlei Hinsicht ist es gar nicht so schlecht, wenn man die dreißig passiert. Ich ruhe nun viel mehr in mir selbst als früher.

Katja: Du schreibst ja an vielen Projekten, hast Deinen Job und Deine Familie. Wie schaffst Du es, alles unter einen Hut zu bringen? Wie kannst Du nach einem stressigen Tag am besten entspannen?

Katrin: Da ich immer ein Projekt nach dem anderen bearbeite, ist es  gar nicht so stressig. Und da ich Vollzeitautorin bin, habe ich nicht wie so viele andere Autoren auch noch einen Brotberuf, dem ich neben der Familie gerecht werden muss. Nicht mehr. Bis vor anderthalb Jahren war das nämlich noch anders. Und wenn du mir da die gleiche Frage gestellt hättest, wäre meine Antwort gewesen: Gar nicht. Ich konnte alles nur halbherzig machen und bin phasenweise  nichts und niemand richtig gerecht geworden. Das war für mich der Hauptgrund, alles auf eine Karte zu setzen und es zu wagen, allein von meinen Büchern meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. In „Aussicht auf Sternschnuppen“ sagt eine alte Frau zu meiner Protagonistin: Das Leben ist zu kurz für halbe Sachen. Der Meinung bin ich auch.

Katja: Wenn du als Kind gefragt wurdest, was du mal werden willst, was hast du geantwortet?

Katrin: Reitlehrerin.

Katja: Was ist für dich der perfekte Tag? / Wie schaut Dein perfekter Tag aus?

Katrin: Morgens lange ausschlafen oder es schaffen, ganz früh aufzustehen und bei Sonnenaufgang auszureiten oder Rennrad zu fahren. Da es schon warm ist, steht, wenn ich heimkomme, ein leckeres Frühstück auf dem Terrassentisch (was bisher allerdings noch nie der Fall war) und dann mache ich mit der Familie einen Ausflug. In die Berge oder an einen See. Ich liebe diese Miniurlaube. Und da wir bei München wohnen, sind wir in dieser Hinsicht wirklich begünstigt. Abends gehen die Kinder freiwillig (was ebenfalls nur sehr sehr selten vorkommt) ins Bett und schaue mir mit meinem Mann einen Film an, der uns beiden gefällt (schwer, denn ich stehe auf klassische Frauenkost, er mag Action und Science Fiction). Ich glaube nicht, dass dieser Tag jemals eintreffen wird, aber es ist schön, man soll die Hoffnung nie aufgeben und in der Zwischenzeit gebe ich mich auch mit einzelnen Komponenten zufrieden.

Katja: Was verrät uns ein Blick in Dein Bücher-Regal? Welche Schätze lauern darin und an welchem Buch hängst Du ganz besonders?

Katrin: Ich habe vor einiger Zeit fast alle meine Bücher einem Büchercafé gespendet. Darin geblieben ist aber z.B. alles von Jojo Moyes und Marian Keyes sowie meine alten Kinderbücher. Vor allem an denen von Astrid Lindgren hängen so viele Erinnerungen. Pippi, die Kinder von Bullerbü, Kalle und Ronja haben einen Teil meiner Kindheit ausgemacht.

Katja: Ich schreibe mir beim Lesen hin und wieder schöne Zitate aus einem Buch heraus, die mir besonders gut gefallen, die mich bewegen oder zum Schmunzeln bringen. Hast Du auch in Büchern solche Stellen, die Du vielleicht auch immer wieder lesen könntest?

Katrin: Ja, ich finde, Bücher haben eine ganz eigene Macht, das eigene Denken zu beeinflussen. Mein einschneidenstes Erlebnis hatte ich mit Mitte zwanzig, als ich auf der Terrasse saß und das Buch „Die Herrin Thu“ von Pauline Gedge zu Ende las. Danach dachte ich mir: Ok, du kannst dein Leben weiterleben wie bisher, ohne große Höhen und Tiefen, oder du wirfst jetzt alles über den Haufen und springst ins kalte Wasser. Bis heute habe ich diese Entscheidung nicht bereut.

Katja: Der April neigt sich dem Ende zu, jeder hofft das es langsam wärmer, schöner, sommerlicher wird. Was darf bei Dir in den Sommermonaten auf keinen Fall fehlen?

Katrin: Ein offenes Cabrio, Grillen mit den Nachbarn, Aperol Sprizz mit meiner Freundin in München und lange Tage am See oder im Schwimmbad

Katja: Gibt es bei Dir Reisepläne für die Sommerzeit?  Wohin zieht es Dich in diesem Jahr?

Direkt nach der LLC fahre ich mit meiner Mutter an die Côte d´Azur und in die Provence, um dort für einen Roman zu recherchieren. Mit meinem Mann werde ich in den Sommerferien über ein verlängertes Wochenende in eine europäische Metropole fliegen. Das letzte Mal waren wir in Rom, und diese Stadt ist einfach traumhaft. Mal sehen, wohin es uns diesmal verschlägt. Außerdem haben wir mit den Kindern eine Hausboottour geplant, aber da wir uns bisher noch nicht um ein Boot gekümmert haben, steht das noch in den Sternen.

Katja: Dürfen Bücher bei Dir im Urlaubsgepäck auch nicht fehlen? Begleiten Dich dann eher „echte“ Bücher oder doch eher E-Books?

Ich muss gestehen: Ebooks. Taschenbücher mag ich auch, und ich kaufe mir jeden Monat ein Hardcover-Jugendbuch, aber da wir oft fliegen, wäre mir die Menge an Büchern, die ich in meinen Urlauben konsumiere, zu schwer.

Katja: Du hast selbst 2 Kinder. Was meinst Du, ist Lesen für Kinder wichtig und wie bringst Du Deine Kinder dazu, ein Buch in die Hand zu nehmen? Welches Buch ist bei Euch momentan ganz groß „angesagt“?

Katrin: Durchs Vorlesen, wobei ich das, seit sie in der Schule sind und selbst lesen können, leider viel zu selten mache. Meine Tochter liebt Pferdebücher und zurzeit die Warrior-Cat-Reihe. Mein Sohn mag Der kleine Drache Kokosnuss, Die lustigen Taschenbücher, Die Drei ??? und Gregs Tagebuch. Noch lieber mag er es allerdings auf dem Tablet zu spielen, was ich wirklich schade finde.

Katja: Wenn dich jemand als neue Autorin entdeckt und somit weder Dich noch Deine Bücher kennt, welches Buch würdest Du empfehlen? Mit welchem Deiner Bücher würdest Du ihn neugierig auf Dich machen?

Katrin: Nach wie vor mögen viele Leser vor allem meinen Debütroman „Aussicht auf Sternschnuppen“ sehr gerne. Ich hänge auch sehr an dem Buch, wobei ich schon manchmal denke: Grrrr, ich habe mich doch mittlerweile schriftstellerische weiterentwickelt, muss es denn immer wieder gerade dieses Buch sein, was von den Lesern als ihr Liebling genannt wird. Aber ich glaube dieses „Los“ teile ich mit vielen meiner Kollegen. Ich persönlich würde „Mondscheinblues“ empfehlen, den Roman, den ich auch auf der LLC vorstelle. Nach diesem Buch haben mich ebenfalls sehr viele Leserinnen angeschrieben, und obwohl es als reines Übergangsprojekt zu meinem Verlagsbuch geplant war, habe ich mich beim Schreiben total in diese Geschichte verliebt.

Katja: Gibt es einen Trick, wie man kreativlosen Phasen entgegen wirken kann? Hast Du ein „Geheimrezept“? Was tust du, wenn die Kreativität dich im Stich lässt?

Katrin: Ich schreibe fluchend weiter. Denn was es nicht gibt, kann man nicht überarbeiten.

Katja: In diesem Monat findet die LLC in Berlin statt und Du bist das erste Mal mit dabei. Was erwartest Du von Veranstaltung? Worauf freust Du Dich am meisten und was macht Dir vielleicht Angst?

Katrin: Ich freue mich darauf, viele neue Autoren kennenzulernen (denn ich bin ja selbst auch Leserin) und liebgewonnene Kollegen- und Leserinnen-Gesichter wiederzusehen. Das Hotelzimmer werde ich mir wie auch auf den Messen mit Nikola Hotel teilen, und wir haben immer sehr viel Spaß zusammen. Außerdem bin ich ganz gespannt, auf die vielen Events, die das LLC-Team geplant hat. Angst habe ich vor nichts, aber ich bin auch kein ängstlicher Mensch.

Katja: Stell Dir vor, du darfst Dir eine Autorin aussuchen, die Du interviewen kannst. Für welche Autorin würdest Du Dich entscheiden und welche Frage würdest Du unbedingt stellen wollen?

Katrin: Ich würde gerne Alina Bronsky interviewen und ihr eine ganze Menge Fragen zu dem Buch: „Nenn mich einfach Superheld“ stellen. Zum Beispiel ob Marek durch den Hundebiss wirklich so entstellt ist oder ob er es sich nur einbildet. Dieses Buch hat mich genau wie „Am anderen Ende der Welt traf ich Noah“ noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Irmgard Kramer wäre von daher meine zweite Wahl.

Katja: Die Signierstunde ist für viele Anwesende Leserinnen eines der Highlights und wird immer sehnsüchtig erwartet. Wenn Du Dir insgesamt 3 Bücher von den teilnehmenden Autorinnen wünschen dürftest, welche wären das?

Katrin: „Aprikosenküsse“ von Claudia Winter, denn den Entstehungsprozess dieses Buchs habe ich in allen Punkten von Anfang an mitverfolgt.

Das Buch, das Colleen Hoover mitbringt. Ich kenne nichts von der Autorin, aber einige meiner Kolleginnen sind Fans.

„Tage zum Sternepflücken“ von Kyra Groh, weil mir der Titel so gut gefällt und weil ich schon viel Gutes von diesem Buch gehört habe.

Katja: Auf der LLC sind auch sehr viele Blogger unterwegs. Kennst Du welche persönlich und welche Blogs sollte man sich Deiner Meinung nach unbedingt anschauen?

Katrin: Ich habe mich leider noch gar nicht informiert, welche Blogger dort sein werden. Generell pflege ich aber zu vielen ein enges Verhältnis und schätze sie sehr. Als Autorin, aber auch als Leserin. Seitdem ich ihren Empfehlungen vertraue, habe ich viel weniger Abbrüche, als zu der Zeit, als ich mich immer nur an den  Spiegelbestsellerlisten orientiert habe.

Katja: Und zu guter Letzt eine Frage, die jeder Autor in meinen Interviews gestellt bekommt 🙂

Auf meinem Blog geht es ja nicht nur um Bücher sondern auch um mein zweites Hobby, das Kochen und Backen. Hast Du ein Lieblingsrezept, welches Du mit mir und meinen Lesern teilen möchtest.

Katrin: Ein Lieblingsrezept habe ich nicht, denn ich esse furchtbar gerne, und mir schmeckt abgesehen von Sellerie, Rote Beete, Erdnussflips und Lakritz fast alles. Aber ich habe ein Rezept für Muffins, das selbst mir gelingt und das der Hit auf den letzten Geburtstagen und Festen war. Das erste Mal seit Jahren musste ich Backniete nichts wieder mit nach Hause nehmen.

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