Mit dem Motorrad unterwegs

Mit dem heutigen Bericht startet eine neue Rubrik im Reise- und Ausflugsbereich: die Motorrad-Touren. Gefüllt wird diese Rubrik natürlich von Markus, dem Biker in der Familie. 

Eine Ein-Tages-Motorradtour zum Thema Sächsische Schweiz

Wenn man einmal mit dem Virus des Motorradfahrens infiziert ist, will man es am liebsten immer öfter machen. Ein Vollzeitjob und zwei Kinder sind da aber eher ein Hindernis. Wenn man dann doch mal einen Tag freischaufeln kann, soll es schon eine Tagestour sein.

Ich habe mich in diesem Jahr für die Tagestour „Sächsische Schweiz“ vom Dresdner Anbieter Almoto entschieden.

Dieser bietet in Sachsen eine 5- und eine 4-Tagestour an, wobei man auch an zwei einzelnen Touren – neben der Sächsischen Schweiz auch ins Erzgebirge – teilnehmen kann. Um kurz vor 9 Uhr war das Treffen am Hotel Schloss Eckberg, einem der drei Dresdner Elbschlössern. Dieses diente den Teilnehmern der Mehrtagestouren als Basis und war sowohl Start- als auch Endpunkt der Rundfahrten.

Unser Tourguide Patrick stellte sich den 1-Tages-Teilnehmern vor, die restlichen Mitfahrer und die Sozias kannten sich schon.

Patrick arbeitet übrigens bei BMW in Leipzig und fährt privat eine BMW S1000R, bei der Tour pilotierte er jedoch eine sehr gut ausgestattete und brandneue R1200GS.

Die Tour:

  1. Streckenabschnitt

Von Schloss Eckberg ging es über die B6 bis Rossendorf, dann Richtung Pirna über die S177. Die 7 Motorräder verschiedener Typen und Leistungsklassen kamen in flotten, aber stets Regelkonformen Tempo voran und erreichten nach überqueren der Sachsenbrücke das Müglitztal bei Dohna.

In dem kurvigen Tal herrschte erfreulich wenig Verkehr, der damit auch das Vorankommen nicht behindern konnte. Als erster Teilnehmer fuhr ich hinter Patricks GS, welcher flott aber sicher eine saubere Linie durch die Kurven des malerischen Tals zeigte.

Für die letzten 3 Motorräder, jeweils pilotiert von Herren samt Sozia, war der Genuss der Landschaft von höherem Reiz, sodass nach allzu vielen sportlichen Kurven immer eine kleine Wartephase erfolgte.

Nach dem malerischen Schloss Weesenstein führte die Route durch das Tal bis zur Uhrenstadt Glashütte, um dann dem Abzweig nach Lauenstein der Müglitz zu folgen.

Highlight hier waren die Serpentinen unterhalb des Hochwasserrückhaltebeckens der Stadt.

Die drei BMWs, zwei Suzukis, eine Honda und meine Kawasaki fuhren dann kurz Parallel zu A17, und ich erwischte mich bei der Frage, wie zum Geier Patrick von hier aus Königstein, unser erstes Ziel, erreichen wollte. Da bog er auch schon ab auf die mir bisher völlig unbekannte S174 in Richtung Bad Gottleuba-Berggießhübel.

Beim Ortseingang ginge es über mir völlig neue Strecken weiter die S171 entlang und nach Hellendorf, weiter über Markersbach und Raum. Statt dem Geschlängel der S171 zwischen Bielatal und Königstein zu folgen, nahmen wir wegen einer Umleitung den Weg über Kirchberg und kamen auf dem Weg zum Parkhaus der Festung Königstein noch an der Wismut Niederlassung vorbei.

Vom Parkhaus aus, in dem Motorradfahrer kostenlos parken, ging es mit der Bahn zum Vorplatz der Festung. Dort konnte zwischen der Fahrt mit dem Fahrstuhl und dem Fußmarsch auf das Plateau entschieden werden. Ich habe mich für laufen entschieden und bin mit einem tollen Ausblick belohnt worden.

Oben auf der Festung hatten die Teilnehmer etwa eine dreiviertel Stunde Zeit, der Eintritt war im Preis inbegriffen und für einen Rundgang war die Pause allemal lang genug.

  1. Streckenabschnitt

Nach der Pause sollte es eigentlich nur 20 km ins Kirnitzschtal gehen. Auf meine Frage, ob das Tal hinauf oder hinunter plante Patrick um und so wurden es ein paar Kilometer mehr.

Von Königstein ging es nach Bad Schandau, dort dann aber über Rathmannsdorfs und in Porschdorf links bis hoch zur Hocksteinschänke. Über die Serpentinen der alten Rennstrecke ging es nach Hohnstein und weiter über Ehrenberg und Ulbersdorf bis nach Sebnitz. Um auch noch den letzten Zipfel Kirnitzschtal mitnehmen zu können, fuhren wir weiter bis Saupsdorf.

Durch das Tal bis zum Hotel Forsthaus wurden wir von einigen sehr ambitionierten Motorradfahrern überholt. In haarsträubender Geschwindigkeit schlängelten sich Supermotos und Streetfighter mit teils lokalen und völlig fremden Kennzeichen durch das beschauliche Tal. Hier unterscheidet sich anscheinend die Auffassung von Motorradfahren. Sportlich flotter Genuss traf hier auf waghalsig rücksichtslose Grenzbereichstests.

Wir kehrten ein und konnten über die schöne Fahrt „von oben“ durchs Tal schwärmen, denn da die Schienen der Kirnitzschtalbahn aufwärts rechts verlegt sind, gibt es für Motorradfahrer „von unten“ mehr Vorsicht und etwas weniger Fahrfreude.

  1. Streckenabschnitt

Nach dem Essen ging es dann durch die Planänderung die gleiche Strecke zurück bis zur Hocksteinschänke. Dass auch diese Richtung durchaus reizvoll ist und man so zum zweiten Mal in den Genuss der Serpentinen der Rennstrecke kam, störte wohl keinen.

Von dort aus ging es nicht mehr allzu weit zum Parkplatz an der Bastei. Hier waren fast 2 Stunden eingeplant. Die Teilnehmer konnten also nach Herzenslust die Landschaft genießen, ohne auf Verkehr, sauber Linie und den richtigen Gang zu achten.

Die Basteiaussicht, die weltberühmte Basteibrücke und die weiteren beeindruckenden Aussichten ließen die Teilnehmer, die erstmals in der Sächsischen Schweiz waren, staunen.

Ein Blick auf die Festung Königstein, das Elbtal und nicht zu vergessen die tausenden Touristen ohne Motorradkombi waren dann Gesprächsthema beim Plausch, bevor es Richtung Heimat ging.

  1. Streckenabschnitt

Wer die Gegend kennt, weiß, dass es von der Bastei schöne Strecken bis nach Dresden gibt. Mit einer Fahrt durch Lohmen, bis Pirna und durch Pillnitz und dann entlang der Elbe bis zum Körnerplatz in Dresden war es ein Abschnitt ohne große Highlights. Die erschöpften Teilnehmer, die teilweise den 4. Tag infolge auf dem Bock saßen, freuten sich auf das Ende der Tour am Hotel Schloss Eckberg. Dieses Ziel wurde gegen 18 Uhr und damit 9 Stunden nach Start ebenda erreicht.

Mit 225 km waren es 35 km mehr als veranschlagt und das hat sich gelohnt. Die Täler waren nach Aussage von Tourguide Patrick so frei wie selten, Fahrer und Sozias waren zufrieden und die Mehrtagestouren fanden einen würdigen Ausklang. Aber auch für mich, der nur einen Tag unterwegs war, hat es sich gelohnt.

Für 42 € (abzüglich 5% Rabatt für Besitzer der Louis Fun Card) hatte ich eine tolles Ausfahrt mit netten Leuten, einem versierten Guide und vielen tollen neuen Strecken.

Motorradfahren in der Gruppe macht Spaß, vor allem wenn alle das gleiche wollen: Genuss, schöne Landschaft und reizvolle Straßen – all das bot das Team von Almoto mit seiner Tour. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass mich das Team von Chefin Manuela Wollny begrüßen darf.

Neben Touren von einem Tag bis 2 Wochen werden übrigens auch Werksbesichtigungen, Testtouren und nicht zuletzt Fahrsicherheitstrainings angeboten.

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