Plötzlich Papa

Der Film stand im vergangenen Jahr, wo er im Kino lief, auf meiner „Wunschliste“. Allerdings haben wir es damals einfach nicht geschafft. Nun hat er auf DVD den Weg zu uns nach Hause gefunden und wir konnten ihn endlich anschauen 🙂 Natürlich kommt die Filmkritik hier wieder von Markus – es scheint ein wenig sein Spezialgebiet hier auf unserem Blog zu werden – neben den Hörbüchern.

Und wieder war es ein französischer Film, den wir da abends anschauten. Diesmal nicht im Kino, sondern im heimischen Wohnzimmer.

Omar Sy, der Schauspieler aus Ziemlich Beste Freunde, spielte darin die Hauptrolle. Worum geht es? Samuel ist ein Lebemann, genießt die Zeit an der französischen Mittelmehrküste an der er Touristen mit einem Boot durch die Gegend fährt. Nachts geht er feiern und schleppt nicht selten die eine oder andere Touristin ab.

An einem dieser Morgen danach steht auf einmal eine junge Frau am Boot. Kristin hält ein Baby auf dem Arm und behauptet, es sei von ihm. Die kleine Gloria sei erst drei Monate alt. Mit dem Geld für das Taxi in der Hand verschwindet sie aber so plötzlich, wie sie gekommen war.

Samuel, der von diesem Kind nichts wusste, reist ihr hinterher, um ihr das Kind wiederzubringen. Sein Weg führt ihn dabei nach London in dem er mangels ausreichender Englischkenntnisse auf die Suche nach Kristin ohne Hilfe nicht weiter kommt. Der Zufall hilft ihm und so trifft er den französischen Regisseur Bernie, der ihm nicht nur mit Gloria hilft, sondern ihm auch einen Job verschafft.

Die Jahre ziehen ins Land und Gloria wächst als glückliches Kind von Samuel auf. Er versucht ihr alles Mögliche zu geben, auch eine Illusion über ihre Mutter. Bis eines Tages Kristin wieder in das Leben von Samuel und der inzwischen Achtjährigen tritt.

Eine lustige, spannende und herzzerreißende Verfilmung,  die einen engagierten Vater wider Willen, eine quirlige und bezaubernde Tochter und eine sehr zweischneidige Mutter zeigt. Die Geschichte ist spannend und mit rührenden Bildern erzählt. Es geht um eine außergewöhnliche Familie, in der eines ganz weit oben steht: Das Glück der Tochter Gloria.

Schauspielerisch wird hier auf hohem Niveau gespielt, die wenigen Hauptcharaktere haben freies Feld für ihr Spiel.

Der Film verzichtet größtenteils auf kitschige Szene und Dialoge, Schenkelklopfer-Humor und allzu platte Moralansprachen.

Der Ablauf wirkt stimmig, hat einige unerwartete Wendungen und hinterlässt den Zuschauer nach knapp zwei Stunden mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich gebe zu, beim Abspann war letzteres bei mir das präsentere.

Mit der emotionalen Tiefe des Films kann sicher nicht jeder etwas anfangen. Aber als Vater (oder Mutter) ist dieser Film großes Herzenskino. 5/5 Sternen dafür von mir.

Daten:
Laufzeit: 1 Stunde 58 Minuten
FSK: 0
Regie: Hugo Gélin
Genre: Komödie, Drama
Soundtrack: Rob Simonsen
Drehbuchautor: Hugo Gélin
Hauptdarsteller: Omar Sy (Samuel), Gloria Colston (Gloria), Clémence Poésy (Kristin), Antoine Bertrand (Bernie), Ashley Walters (Lowell), Clémentine Célarié (Samantha), Anna Cottis (Miss Appleton)

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