Poison: Liebe neben dem Fadenkreuz (I.A.T.F – Band 1) von Tanja Hagen

Manchmal stößt man durch Zufall auf eine Buchreihe, die so ganz nach dem Beuteschema klingt. Dann ist man überrascht, als man den Namen der Autorin liest – man „kennt“ sie seit Jahren durch gemeinsame Besuche der LLC in Berlin, hat aber nie realisiert, das sie selber schreibt. Und man wird neugierig.

So ging es mir vor ein paar Wochen und trotzdem habe ich gezögert. So lange, bis ich kurz vor meinem Urlaub Anfang Juli den ersten Teil der I.A.T.F – Serie auf meinen Reader lud und während eines Fußballspiels im Fernsehen anfing zu lesen. Und was soll ich sagen? Es war eine teilweise schlaflose Nacht, denn das Buch fesselte mich total.

Worum geht es in dem Buch?

Die junge deutsche Polizeibeamtin Yvonne bekommt die Möglichkeit in einem Internationalen Team den weltweiten Terrorismus zu bekämpfen. Immer wieder zeigen ihr die Männer im Team ihre Grenzen auf. Zwischen ihr und ihrem Teamkollegen, dem Navy SEAL Syrell, scheint es eine besondere Verbindung zu geben, die in Afghanistan auf eine harte Probe gestellt wird.

Während ich die ersten Seiten las, störte mich noch ein wenig die etwas eigenwillige Kommasetzung – immer wieder stolperte ich beim Lesen darüber – und auch einige Formulierungen waren nicht immer rund.

Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte und teilweise einfach darüber hinwegsehen konnte, bekam ich ein wunderbares Buch voller grundverschiedener Emotionen. Freundschaft, Kampfgeist, Angst vor der Situation und dem eigenen Versagen spielten genauso eine große Rolle wie das Vertrauen in die eigene Leistung und die der Teammitglieder.

Die Charaktere in dem Buch sind wunderbar gezeichnet, voller Leben und mit all ihren liebenswerten und weniger liebenswerten Eigenschaften. Voller Tiefe und Emotionen, voller Geheimnisse.

Yvonne gefiel mir mit ihrem Kampfgeist, ihrer Lebenslust und überhaupt in ihrer ganzen Art sehr gut. Sie war gegenüber ihrem Team offen, neugierig und hatte wunderbare starke, aber auch schwache Momente. Sie ist eben ein Mensch J und wird als solcher auch dargestellt. Sie behauptet sich gegenüber den Seals, ist schlagkräftigt und wortgewaltig, lässt aber auch ihre sanfte Seite und ihre Schwächen zu.

Syrell hat es mir auch angetan. Der „Indianer“ wird so eindringlich beschrieben, das ich ihn direkt vor mir gesehen habe. Das ich seine Ausstrahlung, sein Können und auch seine aufgeflammten Gefühle für Yvonne förmlich spüren konnte.

Aber auch die anderen Teammitglieder sind so charakterisiert wurden, dass ich neugierig gemacht wurde auf deren Geschichten.

Man merkt dem Buch ohne weiteres an, das es das erste Buch der Autorin war. Das merkt man an manchen Stellen, die noch etwas holprig klingen und nicht ganz ausgefeilt sind. Und das merkt man am fehlenden Lektorat.

Und dennoch hat mich diese spannende, actionreiche Geschichte mit der perfekten Note Gefühl und Liebe gefesselt und in ihren Bann gezogen. Dennoch hat es diese Geschichte geschafft, mich wachzuhalten, zum Weiterlesen zu animieren weil ich wissen wollte, ob alles gut geht, wie es ausgeht.

Ein wenig Angst habe ich jetzt: nämlich um meinen SUB. Denn wenn eine Autorin es schafft, mich mit einem etwas holprigen Debütroman, der 2015 erschienen ist, so zu fesseln, dann muss ich einfach die bisher erschienenen weiteren 9 Bände auch Stück für Stück lesen.

Wie gut müssen die werden, um den ersten Band zu übertreffen? Schafft Tanja Hagen es, mich mit ihren weiteren Bänden ebenso zu fesseln?

Ich vergebe für dieses Buch 4,5 von 5 möglichen Sternen – einfach weil ich mir noch etwas Luft nach oben lassen muss. Würden keine Folgebände auf mich warten, dann wäre es die volle Punktzahl.

Daten:
Autor: Tanja Hagen
Titel: Poison: Liebe neben dem Fadenkreuz (I.A.T.F – Band 1)
Taschenbuch: 268 Seiten
Verlag: CreateSpace  (Januar 2015)
ISBN: 978-1506160658

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