Polarfieber von Kim Henry

Das ich zu „Polarfieber“ gegriffen habe, war eher ein Zufall und eigentlich war der Grund nur, dass es in meinem Briefkasten landete und ich Lust auf etwas spannend-romantisches hatte. Im Buchladen hätte das Cover wahrscheinlich mein Interesse durchaus geweckt und der Klappentext hätte sein übriges getan. Aber: für etwas mehr als 210 Seiten 14,90 Euro zu zahlen hätte mich dann doch wieder abgeschreckt.

Was mir an dem Buch am Besten gefallen hat, ist ganz schnell gesagt: das Setting.

Ich habe, zumindest bewusst, bis zu dem Zeitpunkt kein Buch gelesen, dass in Grönland spielte. Die Autorinnen – hinter Kim Henry verbirgt sich ein Autoren-Duo – haben es geschafft, bei mir ein gewisses Interesse an diesem Land zu wecken. Ihre Beschreibungen der Landschaften, der Gegend, der Menschen dort waren so interessant und plastisch, voller Liebe und Detail, das man förmlich hineingesogen wurde. Die Inuit scheinen ein sehr interessanter Menschenschlag zu sein, eine genauere Beschäftigung mit Land und Leuten scheint sich, zumindest für mich, schon zu lohnen.

Die Hauptpersonen – der Hubschrauber-Pilot Silas  und die Forscherin Kaya – sind vom Grundsatz her sehr interessante Persönlichkeiten. Beide schleppen ein dickes Bündel mit sich herum, das sich „Vergangenheit“ nennt und das beide daran hindert, sich auf den anderen wirklich einzulassen.

Da es jedoch ein – ich würde sagen – Romantic-Thriller – ist, ist klar das am Ende die Liebe siegt. Es ist Spannung dabei, Tragik, Gefühl – eine bunte Mischung.

Leider muss ich sagen, dass es den Hauptfiguren Silas und Kaya trotz aller Facetten, die sehr gut gezeichnet sind und auch glaubhaft wirken, nicht zu 100% gelungen ist, mich zu berühren. Ich konnte mit nicht in allen Bereichen in sie hineinversetzen und mit ihnen identifizieren. Daher habe ich auch die Geschichte nicht wirklich an mich heran lassen können und blieb von den Geschehnissen eher unberührt.

Dabei ist das Thema an sich, die Umweltverschmutzung, an sich sehr interessant und auch sehr gut beschrieben.

Von mir bekommt das Buch 3 von 5 möglichen Sternen.

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