Seitenwechsel auf der Dresden (er)lesen

Seit es meinen Blog „Katjas Bücher und Rezepte“ gibt, war ich auf unzähligen Büchermessen und Veranstaltungen zum Thema Bücher. Die Vorbereitungen auf diese Veranstaltungen waren immer spannend und aufregend und immer überlegte ich beim Packen meiner Tasche, ob ich auch alles eingepackt, an alles gedacht habe.

So auch in diesem Jahr. Nachdem die Leipziger Buchmesse dem Corona-Virus zum Opfer gefallen ist, die Frankfurter Buchmesse nur minimalistisch und Großteil nur online stattfinden soll, die Buch Berlin in diesem Jahr die Reißleine gezogen hatte und auch die lit.love in diesem Jahr auf Grund der aktuellen Situation nur online stattfindet, war ich froh, wenigstens auf eine Messe gehen zu können.

Also packte ich meine Tasche, achtete darauf genug Wechselgeld dabei zu haben und war am Sonntagmorgen kurz vor 9 Uhr vor Ort. Zeitig genug, um den Aufbau des Standes in Ruhe anzugehen. Aufbau? Richtig gelesen. Ich wechselte in diesem Jahr einmal die Seite und präsentierte im Prinzensalon die wunderschönen Kinderbücher aus dem Hause „Biber & Butzemann“.

Ich baute also, mit meinem wunderbaren Mann Markus an meiner Seite, den Stand auf. Markus musste ganz schön schleppen – drei Kisten voller Kinderbücher, ein Regal und ein großer Lederkoffer wollten drapiert und ausgepackt werden. Wir waren zeitig genug fertig und so blieb uns noch genug Zeit, im Vorfeld mal durch das Schloss und damit durch die Ausstellungsstellungsräume zu laufen und schon ein paar Stände anzuschauen.

Es ist schon etwas besonders, durch die Räume des Schlosses zu laufen, öffnet es doch nur einmal im Jahr, zum „Tag des offenen Denkmals“ seine Türe und seit 2017 ist dieser besonderen Tag ein willkommener Anlass, den Besucherinnen und Besuchern nicht nur Dresdner Geschichte, sondern auch Geschichten zum Anfassen zu bieten.

Im Kronensaal traf ich auf Katja Völkel, die den Eckhaus-Verlag Weimar auf der Messe vertrat. Mit Katja hatte ich schon seit einigen Monaten Kontakt und verließ nach wenigen Minuten den Stand mit einem Leseprobenbuch und zwei sehr interessanten Rezensionsexemplaren zum Thema Kochen.

Und ich traf Jens von der Edition Wannenbuch, mit dem ich zwar per Mail bereits Kontakt hatte, ein persönliches Treffen gab es aber bis dato noch nicht. Das (und ein gemeinsames Foto) holten wir nun nach.

Dann wurde es Zeit für die „Eröffnungsrede“ des Chefs der Dresdner Messe, welcher uns Aussteller zur „diesjährigen größten Buchmesse Deutschlands“ begrüßte. Wir stießen mit einem Gläschen Sekt auf einen hoffentlich erfolgreichen Tag an und dann öffneten sich um 10 Uhr die Tore des Schlosses für die ersten Gäste.

Und diese kamen zahlreich. Den ganzen Tag über flanierten immer wieder Gäste aller Altersstufen durch das Schloss – ein Teil kam wegen der Architektur, ein Teil wegen der Bücher und wiederum ein Teil wegen beidem.

Ich stand hinter und am Stand „meines“ Verlages, beantwortete Fragen, gab Kataloge raus und verkaufte sogar hin und wieder einen Titel aus dem vielfältigen Verlagsprogramm. Dabei blieb mir noch genügend Zeit, immer wieder einen kurzen Schwatz mit Natascha Sturm und ihrem Mann Martin zu halten. Die beiden vom Neissufer-Verlag hatten den Platz mir direkt gegenüber und entpuppten sich als überaus herzlich und liebenswert. Sie nahmen die Anfangs die Scheu vor der großen Aufgabe, Steffi Bieber-Geske vom Verlag Biber und Butzemann zu vertreten. Immerhin setzt sie mit dieser Aufgabe ein sehr großes Vertrauen in mich, das ich keinesfalls enttäuschen wollte.

Wenn ich mich mal die Beine vertreten wollte und mal für ein paar Minuten ohne Maske tief durchatmen wollte (immerhin bestand den ganzen Tag im Gebäude Maskenpflicht), bewachten die Beiden bereitwillig meinen Stand und meine Bücher. Und am Ende des Tages durfte ich noch ein Rezensionsexemplar aus ihrem Verlag mit nach Hause nahmen.

Direkt neben mir standen die Schwestern Böhm und Böhm aus dem gleichnamigen Leipziger Kinderbuch-Verlag, die mit ihren Büchern die Stars in unserem Raum waren. Der Erfolg sei ihnen gegönnt, auch wenn ich durch den Andrang an ihrem Stand nicht wirklich mit ihnen ins Gespräch kam. Dabei hätte ich mich gerne näher mit den beiden unterhalten und auch mal einen Blick in die Bücher riskiert, hatte Steffi doch so sehr von ihnen geschwärmt.

Die vierten im Bunde, die unsere Raumbesetzung komplett machten, war der Verlag Opermounth. Die kleinen Büchlein erklären Opern für Kinder (und Erwachsene) sehr einfach und interessant, ist aber doch ein sehr spezielles Thema. Aber die selbstgehäkelten Mäuse haben mir sehr gut gefallen. Allerdings blieben die auf dem Tisch – ich habe nicht zugegriffen.

Nur einen Raum weiter stand Bettina von Huzelfritz. Ihre Kissen, die sie in Handarbeit anfertigt, sind ein Traum. Und das sage ich nicht nur, weil Bettina eine ehemalige Kollegin von mir ist und wir uns daher kennen. Nein, ich weiß auch wie gut die Qualität ihrer Kissen ist, immerhin haben meine Kinder selbst einige zu Hause und wie ich mir am Abend anhören durfte, wird unsere Sammlung wohl weiterwachsen. Mein Töchterchen hat den ersten Weihnachtswunsch geäußert 🙂

Es war ein sehr abwechslungsreicher Tag mit netten Leuten am Stand, die mich besuchten. Ganz besonders habe ich mich über den Besuch von der Tharandter Kinderbuchautorin Anja Schenk und über den Besuch meiner Eltern gefreut. Auch Frauke Angel besuchte mich am Stand, wusste durch ein Post von Steffi Bieber-Geske auf Instagram von meiner Vertretung. Leider bekam ich erst hinterher mit, dass sie Autorin ist und hatte leider keine Gelegenheit, sie noch einmal zu sehen. Sehr schade, das wäre bestimmt sehr interessant geworden.

Gegen 18 Uhr leerte sich dann so langsam das Schloss, die wenigen Gäste die noch da waren, befanden sich auf der noch stattfindenden Lesung. Das nahmen einige Aussteller zum Anlass, schon zusammenzupacken und zu verschwinden, was mich doch sehr verwundert hatte.

Als Aussteller, gerade wenn man einen weiteren Weg hat, kann ich das schon nachvollziehen. Aber ich kann mich dadurch, dass ich dieses Jahr nur mal die Rollen getauscht habe, auch in die Besucher hineinversetzen. Wenn ich weiß, dass die Messe bis 19 Uhr geht und dann eine Stunde vorher schon leere Stände zu sehen sind, wäre ich sehr enttäuscht.

Als dann 19 Uhr alles vorbei war, war ich froh darüber aber zugleich auch stolz und glücklich. Ein langer Messetag lag hinter mir und ich verabschiedete mich ein wenig wehmütig, aber mit Umarmung, von Natascha Sturm; mein Mann schulterte die Kisten und gemeinsam verließen wir das Schloss.

Würde ich es noch einmal tun? Mich an einen Stand stellen und den betreuen? Spontan würde ich sagen: Nein. Auch wenn es eine tolle Erfahrung für mich war, die andere Seite mal kennenzulernen und ich jetzt vieles mit anderen Augen sehe; es ist anstrengend. Sehr anstrengend. Das Reden, das Stehen, das Präsentieren – Hut ab vor all denen, die immer an Messeständen stehen.

Aber kategorisch Nein sagen wäre auch falsch: ich würde es wieder tun. Aber dann nur im Doppelpack, damit man die Verantwortung teilen und sich mal abwechseln kann.

Und zum Schluss sage ich DANKE

* als erstes an MARKUS für die Unterstützung bei allem was ich tu. Du bist mein Herz
* an Natascha und Martin Sturm für die moralische Unterstützung und die Ablösung
* an Katja Völkel und Jens Korch für den Zuspruch bei meinem ersten Messeauftritt
* an Astrid Matthes von Edition Noack und Block für das Mitbringen der Bücher und Deko aus Berlin und natürlich
* an Steffi Bieber-Geske für das in mich gesetzte Vertrauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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One Response to Seitenwechsel auf der Dresden (er)lesen

  1. Claudia Meinicke sagt:

    Liebe Katja, herzlichen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Das hast Du alles super gemacht! Und nächstes Jahr im Mai sehen wir uns wieder auf der LBM bei Biber & Butzemann. LG Claudia

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