Stefanie Ross: Eine Lesung in Nordhausen

Ich liebe Lesungen und wenn ich die Gelegenheit dazu habe, besuche ich auch gerne eine. Meist sind es Lesungen hier in Dresden, manchmal auch auf der Leipziger Buchmesser oder auf der LoveLetter-Convention.

Bisher bin ich aber noch nie, ich wiederhole: noch nie (!) für eine Lesung irgendwo hingefahren. Aber diesmal konnte ich einfach nicht widerstehen, ich konnte gar nicht anders.

Nicht nur, dass diese Lesung eine Idee meiner Freundin Maria war, die der Meinung war, die Stadtbibliothek Nordhausen könne doch mal ihre Lieblingsautorin einladen. Nein, denn diese besagte Lieblingsautorin war bzw. ist auch gleichzeitig meine Lieblingsautorin. Und da die Lesung an einem Freitagabend war, konnten wir gar nicht anders. Stefanie Ross liest in Nordhausen? Ich komme!

Also setzten wir uns am Vortag der Lesung ins Auto, fuhren nach Feierabend rund 250 km und genossen dann den Abend bei einem leckeren Abendessen in Begleitung von Mario und Marco. Ein Kinobesuch und einen Tag in Badehaus Nordhausen (Freitags) rundeten die Zeit bis zum eigentlichen Highlight des Kurztrips, der Lesung, ab.

Da wir quasi vom Quartier bis zum Lesungsort fast den gleichen Weg wie Maria und Stefanie hatten, fuhren wir hinterher und konnten so schon vor der Bibliothek ein wenig Zeit mit ihr verbringen.

In der Bibliothek wurden wir schon von der Veranstalterin empfangen, die Stefanie Ross und uns begrüßte und dann erstmal alles erklärte. Wir kauften noch schnell unsere Tickets und dann gingen wir in den großen Saal. Dort warteten schon einige Fans auf Stefanie, um mit ihr zu reden und obwohl sie, wie vor jeder Lesung, sehr nervös war, lies sie sich gerne darauf ein.

Ich hatte, in Absprache mit Maria, eine Flasche „Saure Kirsche“ (natürlich aus der hiesigen Produktion) mit und so bekamen die Autorin und ein paar der Anwesenden einen winzigen Schluck zum Auflockern. Was soll ich sagen? Wir hatten viel Spaß.

Markus hatte sich in der Zwischenzeit mit unserer Kamera abgeseilt und schoss, wie dann den restlichen Abend auch, ein paar Fotos.

Der Beginn der Veranstaltung war mit 19.30 Uhr angesetzt und mit einer kleinen Verzögerung begann diese dann auch fast pünktlich. Vor etwa 30 bis 40 Gästen wurde Stefanie Ross von der Veranstalterin , Frau Seidel, der Chefin der Bibliothek, begrüßt, die in ihrer kleinen Rede auch Maria als Ideengeberin erwähnte.

Und dann ging es endlich los. Stefanie schlug ihr neuestes Buch „Jagdsaison in Brodersby“ auf und begann zu lesen.

Drei Teile an 20 Minuten las sie und begonnen wurde natürlich mit dem ersten Kapitel, in dem die Geschichte ihren Anfang nimmt.

Nach 20 Minuten war dann die erste Pause von 10 Minuten, in denen die Gäste die Gelegenheit hatten, ein Buch zu kaufen bzw. signieren zu lassen. Leider habe ich beobachten können oder müssen, dass nur die Fans, die Stefanie ja schon kannten, die Gelegenheit wahrnahmen.

Im zweiten Teil der Lesung nahm uns Stefanie mit auf eine kleine Bootstour, die ein nicht ganz so schönes Ende nahm und erzählte uns ein bisschen was über die Hintergründe zum im Buch angesprochenen Thema der Ferienhaussiedlungen.

Denn wie in den Büchern von Stefanie Ross üblich, findet man in ihrem Büchern auch immer Bezüge zu aktuellen Themen. Hier in Brodersby ist es sogar noch die Heimatverbundenheit von Stefanie, die hier eine Rolle spielt, denn sie hat dort gelebt und hatte auch davon geträumt, so einen Hof wie Felix dort zu haben: einen Restehof. Aber was damals von den Grundstückspreisen her vielleicht noch gegangen wäre, wenn da auch der passende Job gewesen wäre – heute sind die Grundstückspreise um ein vielfaches höher und damit bleibt der Traum weiterhin erst einmal nur ein Traum.

Es folgte wieder ein Pause, in der Stefanie nach draußen zum Büchertisch ging, ein paar ihrer Bücher verkaufte und weiterhin geduldig Fragen beantwortete.

Weiter ging es im Text – diesmal erlebten wir, was passiert wenn man auf einen Scharlatan hereinfällt, ein sogenannten Heiler, der nur den Leuten das Geld aus der Tasche zieht. Hier unterbrach Stefanie ihr Lesen bzw. brach hinterher eine Lanze für die echten Heiler. Denn auch solche gibt es. Solche Heiler, die Ahnung von dem haben, was sie tun und die ihren Patienten Gutes tun – im Zusammenspiel mit der konventionellen Heilmethode kann dies nämlich durchaus etwas bewirken. Hier lernt man mal wieder eines: eine Medaille hat immer zwei Seiten und jeder Berufsstand hat schwarze Schafe mit dabei.

Jetzt folgte eine kleine Minipause, die ich eigentlich gar nicht so richtig wahrgenommen habe, in der ein Foto von Stefanie, Maria, Markus und mir entstand. Fotografiert wurde es, wenn mich nicht alles täuscht, von Maria’s Mann Marco. Danke dafür.

Ein letzter Lesungsabschnitt führte uns nochmal zurück in die Ferienhaussiedlung und wir lernten mit Andrea eine weitere Protagonistin des Buches kennen.

Damit endete die Lesung und Maria betrat die Bühne. Sie bedankte sich bei Stefanie und überreichte ihr ein kleines Geschenk.

Die Gäste zerstreuten sich sehr schnell in alle Winde, nur ein paar wenige verabschiedeten sich von Stefanie und schwatzten noch kurz mit ihr.

Für uns 5 aber – Maria, Marco, Stefanie und uns beiden – endete der Abend erst spät in der Nacht. Wir verbrachten noch eine tolle mit viel Reden und Lachen zusammen und so war es nach Mitternacht, ehe der Tag für uns zu Ende ging.

Vielen Dank! Vielen Dank für den wunderschönen Abend, die tolle Lesung, die liebenswerte Begleitung

Ich vermisse Euch schon jetzt.

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