Tiger erzählt … ich liebe die Freiheit

Ach …. Ihr seid es … na gut, dann werde ich mein kleines Schläfchen noch ein bisschen aufschieben und Euch mal etwas erzählen.

Ihr wisst doch, dass ich umgezogen bin. Na gut – nicht ich sondern meine Dosenöffner. Aber sie haben mich mitgenommen. In die neue große Wohnung. Mit den unendlich vielen Zimmern. Dumm war nur, dass ich nicht raus durfte. Ich wollte doch so gern draußen rumstromern, den großen Garten und die der umliegenden Häuser erkunden. Und erst die große Baustelle. Aber ich durfte nicht raus. Ich hab gebettelt, gemauzt und ehrlich gesagt auch Dummheiten gemacht. Ich bin die Schränke hoch, auf die Duschkabine und die Türrahmen geklettert. Ich saß sogar oben auf dem Ofen.

Dann kam Herrchen irgendwann heim und meinte, er hätte eine Überraschung für mich. Mein kleines Katzenherz schlug ganz laut. Bin um seine Beine rumgeschlichen und ganz laut und viel „miau“ gesagt. Ganz laut und viel. Dann hat das Herrchen ausgepackt. Irgendwas komisches grünes. Er wollte mir das unbedingt umlegen. Oh ich hab gekratzt und gebissen. Doch komisch, sonst lassen mich die beiden dann immer erst mal in Ruhe, aber diesmal. Immer wieder haben die beiden es versucht. Der klügere gibt nach heißt es ja – also habe ich mir irgendwann das komische Ding umlegen lassen. Aber was ist das? Die beiden machen auf einmal die Türe auf. Ganz vorsichtig geh ich hin, schnupppere und erkunde. Kein Schimpfen, kein „Nein Tiger, du bleibst hier.“ Ich darf das große Haus runter – die vielen Treppen. In den Hof, in den Garten. Komisch ist nur, dass ich nicht so weit gehen kann wie ich will. Etwas, das mein Frauchen Leine nennt, hängt an mir.

Könnt ihr Euch vorstellen, wie das aussah, als ich den Baum hoch bin? Und nicht mehr runter wollte? Mein Herrchen Markus ist dann hinter mir auf den Baum hoch und hat mich runtergeholt. Ich wollte das nicht, aber was soll’s. Er ahnt noch nicht, dass ich das noch ganz oft machen werde.

Jedenfalls, nach dem ich mit dem komischen Ding draußen war, sind wir dann regelmäßig so raus gegangen. Besser so als gar nicht. Aber wenn ich nachts in meinem Körbchen liege und schlafe, träume ich davon, ganz alleine durch die Umgebung zu streifen.

Dann kam das neue Jahr und mein Markus war draußen unterwegs. Allein, ohne seinen Tiger und seine Katja. Da ich aber unbedingt raus wollte, hab ich trotzdem an der Tür gekratzt und irgendwann hat mein Dosenöffner aufgegeben. Sie hat ihre Jacke angezogen, ich hab mir ganz brav das Ding umlegen lassen und wir sind gemeinsam die Treppen runter. Komisch, hier stimmt war nicht. Meine Schnurrhaare vibrieren und Frauchen schaut ganz traurig. Ich war ganz lieb und trotzdem hat Katja Tränen in die Augen. Sie hockt sich zu mir, streichelt mich und sagte ganz leise „Komm ja wieder nach Hause mein Kleiner.“ Ich dreh meinen Kopf zu ihr, dann lauf ich ein paar Schritte und noch ein paar … hoppla. P1040109Was ist denn das? Frauchen hockt immer noch dort und ich kann weiter und weiter laufen. Frei, ich bin frei. Schwupps bin ich unter dem Busch und auf dem Baum, ich streife durch den Garten und könnte ganz laut schnurren. Upps, was ist das? Ein Knarren? Die Eingangstüre. Will Frauchen etwa hoch gehen? Ja … schnell hinterher. Dann freut sie sich bestimmt und ich bekomm Leckerlis.

Seit dem Tag darf ich jeden Tag raus. Und jeden Tag komme ich nach Hause. Logisch, denn da gibt es meine beiden Dosenöffner, die mich füttern und streicheln, die mich lieb haben. Und ich hab ein kuschliges Plätzchen zum Schlafen.

Durch  meine Abenteuer draußen bin ich so müde, das ich Frauchen nicht mal beim Lesen störe und ich glaube, das freut sie genauso sehr wie, wenn ich jeden Abend heim komme.

So, jetzt muss ich aber schlafen. Ich bin soooo müde. Beim nächsten Mal erzähle ich Euch wieder etwas aus meinem Tiger-Leben.

Did you like this? Share it:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*