TURT/LE Novelle: Dunkle Hoffnung von Michelle Raven

Ich habe es getan. Mehr als zwei Jahre nach meinem letzten Buch von Michelle Raven habe ich mal wieder zugegriffen. Ich wollte wissen, ob sich seit der Enttäuschung bei Band 3 der TURT/LE-Reihe etwas getan hat. Hat sich etwas verändert? Bin ich jetzt vielleicht wieder „zufrieden“?

Vielleicht hätte ich nicht ausgerechnet mit einer Kurzgeschichte wieder in das Geschehen einsteigen dürfen. Vielleicht hätte ich mit dem 4. Teil beginnen sollen, der mich noch fehlt.

Denn ich muss sagen: mit der Kurzgeschichte konnte mich Michelle weder überzeugen noch begeistern.

Ich habe mich auf der einen Seite sehr gefreut, dass es mit I-Mac und Nurja weitergeht. Die beiden mit ihrer doch bewegenden Vergangenheit hatten ein eigenes Buch verdient. Doch nicht so eines. Zwar kam die romantische Seite in diesem Buch nicht zu kurz – ganz im Gegenteil. Die war, in meinen Augen, übermächtig und rückte alles andere komplett in den Schatten.

Mir fehlte die Spannung, die leider nur hier und da mal kurz aufblitzte. Das war’s dann aber auch. Ganz besonders der Schluss hat mich – mit seiner über viele Seiten gehende Liebesszene – mehr genervt als erfreut. Denn ich glaube, das Buch hätte einen anderen Schluss verdient, endete es doch fast ruckartig.

Von den Charakteren hatte mir eigentlich Nurja noch am besten gefallen. Sie wird gut gezeichnet, war mit ihrer Vergangenheit ein sehr interessanter Charakter. Dass sie immer noch an die Gefangenschaft und die Folter denkt ist gut nachvollziehbar und dass sie deswegen sehr zurückhaltend ist kann wohl jeder verstehen.

Auch I-Mac mit seiner schweren Verletzung und dem Zaudern damit, dass er kein SEAL mehr ist, ist nachvollziehbar. Toll, wie er sich um Nurja sorgt, wie er sie beschützt. Wie er sie liebt und dennoch keine Forderungen stellt.

Trotzdem: bei mir kamen während des Lesens keine Gefühle für die beiden auf. Sie blieben für mich blass und nicht greifbar; ich hatte auch während des Lesens nicht das Gefühl, dabei zu sein. Ich habe sie weder begleitet noch beobachtet bei dem was sie tun – ich war nur ein oberflächlicher Betrachter.

Achtung Spoiler: Gerade die Szene beim Besuch von Nurja am Grab ihrer kleinen Tochter, die tot zur Welt kam: gerade die hätte bei mir / in mir irgendwas auslösen können / sollen. Diese eine Szene, die so richtig emotional hätte sein können, die mich hätte rein theoretisch zum Weinen gebracht – zum Weinen bringen müssen. Doch selbst hier passierte rein gar nichts – diese eigentlich so bewegende Szene wurde so kalt runtergespult, dass ich absolut nichts empfunden habe beim Lesen. Leidenschaftslos, emotionslos, fast kalt – in dem Moment habe ich den Rest des Buches dann nur noch überflogen.

Ob es an der Kürze des Romans lag – das haben Novellen nun mal an sich – das ich keine Beziehung aufbauen konnte und mich in der Geschichte nicht wohlgefühlt habe – oder am Schreibstil, das weiß ich nicht. Das werde ich nach dem Lesen des 5. Teiles wissen, der bereits geborgt hier liegt und den ich zeitnah lesen werde.

Daten:
Autor: Michelle Raven
Titel: Dunkle Hoffnung
Taschenbuch: 174 Seiten
Verlag: CreateSpace (August 2016)
ISBN: 978-1534934436

Reihenfolge TURT/LE-Reihe:
Band 1: Gefährlicher Einsatz
Band 2: Riskantes Manöver
Band 3: Geheime Mission
Band 4: Brisanter Auftrag
Band 4.5: Dunkle Hoffnung (Novelle)
Band 5: Letzte Rettung

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