Walk the line

Aktuell kommen Markus und ich recht wenig ins Kino – zum einen weil unser Leben mit zwei kleinen Kindern und selten die Zeit dazu lässt und zum anderen, da aktuell recht wenige Filme laufen, die uns wirklich reizen können.

Aus dem Grund bauen wir uns langsam aber sicher eine schöne DVD-Sammlung an Filmen und Serien auf – und auch der Film, den ich euch heute vorstellen möchte, hat seinen Weg zu uns gefunden.

Walk the Line

Angeschaut haben wir uns in den letzten Tagen „Walk the Line“, die 2005 erschienene Filmographie über den Countrysänger Johnny Cash. Ich muss gestehen, ich kannte bis dahin nur dank Markus einige seiner Lieder, aber da Markus den Film bereits im englischen gesehen hatte und begeistert war, musste ich da durch J

Und was soll ich sagen? Der Film, der auf den Biographien „Man in Black“ sowie „Cash: The Autobiograph“ basiert, konnte mich restlos begeistern.

Worum geht es?
Walk the Line erzählt von der Lebens- und Erfolgsgeschichte des Johnny Cash (Joaquin Phoenix) und der Liebe zu seiner zweiten Frau June Carter Cash (Reese Witherspoon): Es war das Jahr 1955, als ein unscheinbarer Gitarrenspieler, der sich selbst J.R. Cash nannte, in das bald schon sehr berühmte Sun Studio in Memphis marschierte. Der Moment sollte die amerikanische Kultur nachhaltig beeinflussen, denn mit seiner dunklen Stimme sang er intensive und aus dem Leben gegriffene Songs, wie man sie zuvor noch nicht gehört hatte. Es begann die Karriere des Johnny Cash, mit der er den Weg bereitete für Rock, Country, Punk, Folk und Rap.

Die erste Szene zeigt Johnny Cash vor einer Kreissäge, als er im Gefängnis Folsom State Prison auf seinen – mittlerweile legendären – Auftritt wartet. Man schreibt das Jahr 1968.

Danach geht der Film zurück in die Vergangenheit des Countrysängers – alles beginnt 1944 in Arkansas mit einer Szene, die mir sehr unter die Haut geht. Nicht nur, weil er in dieser seinen geliebten Bruder verliert, sondern auch wegen der Lieblosigkeit des Vaters.

Das Leben des Sängers wird über 24 Jahre hinweg begleitet. Man ist mit ihm in Landshut (Deutschland), wo er stationiert ist und wo er sich seine erste Gitarre kauft. Man erlebt mit ihm seine 1. Ehe mit Vivian Liberto, seine ersten Versuche als Musiker und seinen Brotjob als Vertreter für Haushaltswaren.

Er lernt June Carter kennen, die ihn magisch anzieht, ihn begeistert und ihm nicht nur eine gute Kollegin und Duett-Partnerin ist, sondern auch eine gute Freundin. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden wird so zart und doch stark erzählt – wunderbar.

Wir sind auch Zeuge, wie Johnny Cash in eine starke Alkohol- und Drogensucht abrutscht, die ihn schließlich auch, als er versucht Drogen zu schmuggeln, in den Knast bringt. Nun ist er dass, das seine Fans ihm schon lange abnehmen – ein „böser“ Junge, der im Knast gesessen hat. Viele seiner Fans sind auch die vermeidlichen „harten“ Burschen, die im Knast sitzen.

Wir erleben mit, wie viele Fans ihm schreiben, wie der Wunsch nach einem Konzert im Gefängnis bei den Fans – aber auch bei Johnny immer größer wird.

Am 13. Januar 1968 ist es soweit: das legendäre Konzert findet statt und wird live aufgezeichnet.

Mit einem weiteren Konzert, in dessen Folge er zum wiederholten Male – aber diesmal vor großem Publikum – June Carter einen Heiratsantrag macht, endet der Film. Dass June diesen nun endlich annimmt, ist kein großes Geheimnis.

Johnny Cash und June Carter lebten anschließend von viele Jahre zusammen – bis sie beide, im Abstand von nur wenigen Monaten, um Jahr 2003 starben.

Sie haben den Beginn der Dreharbeiten leider nicht mehr erlebt, sie haben den fertigen Film nie gesehen. Aber: sie haben der Wahl des jeweiligen Hauptdarstellers wohl angeblich zugestimmt und wenn das so ist, dann war es die perfekte Entscheidung.

Denn Reese Witherspoon als June Carter und Joaquin Phoenix als Johnny Cash waren in meinen Augen die perfekte Wahl und haben mich in ihren Rollen mehr als nur begeistern können. Sowohl vom Aussehen her, als auch von der Mimik und Gestik wirkte alles irgendwie echt und nicht, wie so manches Mal, gestellt und gestelzt.

Was mich aber am meisten begeistern konnte ist die Tatsache, dass beide die Titel, die in dem Film von ihnen gesungen haben, tatsächlich selber eingespielt haben. Beide Schauspieler haben dafür über Monate hinweg Gesangsunterricht genommen und Instrumente (Gitarre und Autoharp) spielen gelernt. Wahrscheinlich auch deswegen nimmt man ihnen ihre Rollen komplett ab.

Für mich war dieser Film definitiv ein Highlight – danke Markus dass du mich an Johnny Cash herangeführt hast.

Den wunderbaren Soundtrack zum Film musste ich unbedingt haben, genauso wie ein Best-Of-Album des Sängers Johnny Cash. Nun will ich mal schauen, ob ich einen Biographie über ihn finde, denn der Film hat in mir den Wunsch geweckt, noch mehr zu erfahren. Ganz besonders darüber, wie es nach 1968 mit Johnny und June weiterging.

Der Film bekommt von mir definitiv 5 von 5 Sternen – es ist doch wunderbar wenn ein Film den Wunsch wecken kann, mehr über ein Thema bzw. einen Menschen zu erfahren.

Filmdaten:
Laufzeit: 136 min.
FSK: 6
Regie: Nicolas Mastandrea, James Mangold
Genre: Drama / Musikfilm
Soundtrack: T-Bone Burnett
Drehbuchautor: Johnny Cash (Vorlage), Patrick Carr (Vorlage), Gill Dennis, James Mangold
Hauptdarsteller: Joaquin Phoenix (Johnny Cash), Reese Witherspoon (June Carter), Ginnifer Goodwin (Vivian Liberto), Robert Patrick (Ray Cash), Shelby Lynne (Carrie Cash), Tyler Hilton (Elvis Presley), Waylon Payne (Jerry Lee Lewis), Sandra Ellis Lafferty (Maybelle Carter), Johnathan Rice (Roy Orbison)

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