Kennt ihr diese Momente, in denen euer Partner euch ein Event ankündigt, ihr einfach „Ja“ sagt und Monate später feststellt, dass ihr mitten im Epizentrum des amerikanischen Stadionrocks gelandet seid? Genau so erging es mir.
Als mein Mann mir Ende letzten Jahres eröffnete: „Wir sind am 1. Juli in Berlin zu einem Konzert“, nickte ich es unschuldig ab. Ich hatte absolut keine Ahnung, worauf ich mich da einließ. Wenn ich ehrlich bin, kannte ich zu dem Zeitpunkt gerade mal den Namen der Band. Bewusst ein Lied von denen gehört? Fehlanzeige. Für mich klang Dave Grohl im ersten Moment eher wie eine schwedische Möbelserie als ein internationaler Rockgott.
Die musikalische Crash-Diät auf der Autobahn
Der Tag der Wahrheit. Am frühen Nachmittag des 1. Juli machten wir uns auf den Weg Richtung Hauptstadt. Um die peinliche Lücke in meiner Allgemeinbildung im allerletzten Moment zu schließen, gab es im Auto die akustische Schocktherapie: Das Album auf Dauerschleife. Mein Fazit nach den ersten Kilometern auf der linken Spur: „Hey, das scheppert ja eigentlich ganz geil!“
In Berlin angekommen, lief erst mal alles wie am Schnürchen. Hotel gesucht, Hotel gefunden und ab in die U-Bahn Richtung Olympiastadion. Und kleine Überraschung: Wir waren nicht die Einzigen! Wer hätte gedacht, dass Zehntausende Menschen in schwarzen T-Shirts exakt dasselbe Ziel haben? Spätestens beim Verlassen der U-Bahn-Station „Olympiastadion“, als wir im kollektiven Gänsemarsch der Musikbegeisterten mitschwammen, wurde mir die Dimension klar. Und dann stand es da: das Olympiastadion. Ich war zwar schon zum zweiten Mal hier, aber dieser Anblick flößt einem sofort wieder gewaltigen Respekt ein.

Die Berliner Currywurst-Inflation
Weil wir schlaue Füchse sein wollten und die berüchtigten Stadionpreise umgehen wollten, dachten wir uns: „Komm, wir essen direkt vor dem Stadion eine Currywurst mit Pommes.“ Ein kulinarischer Traum, der draußen mit schlanken 12 Euro zu Buche schlug. Ein Bier dazu? Macht 7 Euro. Kleiner Spoiler für alle Sparfüchse da draußen: Drinnen galten exakt die gleichen Preise.
Einlass-Wunder und die Ruhe vor dem (echten) Sturm
Angesichts der gigantischen Menschenmassen stellte ich mich geistig schon auf stundenlanges Stehen, Drängeln und Ellenbogen-Checks am Einlass ein. Doch Berlin kann auch Organisation! Es ging verdammt flott. Ticket-Scan, kurzes Abtasten (kostenlose Massage inklusive) und schwupps – wir waren drin. Der Innenring glich einem Schlaraffenland für Festival-Gänger. Von Bratwurst über Burger, HotDogs und Pizza gab es alles, was das Herz begehrt. Dazu Merchandise-Stände ohne Ende und die obligatorischen Becher, die von den Fans verteidigt und gesammelt wurden wie der heilige Gral.
Etwa eine Stunde vor offiziellem Beginn saßen wir auf unseren Plätzen, lauschten entspannt der Vorband und betrieben exzessives People-Watching. Doch dann die Durchsage, die jeden Open-Air-Fan kurz hyperventilieren lässt: Eine fette Gewitterfront war im Anmarsch! Die Ansage war unmissverständlich: Alle aus dem Innenraum sollten sich bitte zu ihrer eigenen Sicherheit auf die Tribünen verteilen.

Jetzt hätte Panik ausbrechen können. Aber weit gefehlt! Ich war absolut fasziniert, wie tiefenentspannt und gechillt 65.000 Rockfans sein können. Statt Chaos gab es spontane La-Ola-Wellen, synchronisiertes Klatschen und kollektive Gute-Laune-Stimmung gegen den Regen. Die Zeit verging wie im Flug. Und kaum war die Gefahr vorbei, strömten alle wieder diszipliniert zurück auf den Rasen. Auf den Riesen-Leinwänden gab es grünes Licht – die Party konnte steigen!

Holla die Waldfee – Drei Stunden pure Ekstase
Mit knapp 30 Minuten Verspätung ging das Licht aus. Roter Nebel flutete die Bühne, die ersten infernalischen Akkorde des Openers „All My Life“ donnerten durch die Boxen – und das Stadion explodierte förmlich. Dave Grohl stürmte heraus und ab diesem Moment gab es kein Halten mehr. Die Jungs brachten den Berliner Beton zum Beben und bescherten mir das offiziell geilste Stadionkonzert meines Lebens!

Holla die Waldfee, was für eine Energie! Knapp drei Stunden lang rotzten die Musiker einen Hit nach dem anderen von der Bühne. Sie beherrschten die lauten Rocknummern zum Springen, Tanzen und Heiser-Gröhlen, konnten aber im nächsten Moment auch die leisen, emotionalen Töne anschlagen. Absoluter Gänsehaut-Alarm: Wenn im weiten Rund des Stadions plötzlich zehntausende Handylichter angehen und ein gigantischer Chor aus über 65.000 Kehlen „Best of You“ singt, läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Da flossen fast ein paar Tränen der Ergriffenheit.

Mein Fazit: Vom unwissenden Begleiter zum Riesen-Fan
Das große furiose Finale endete standesgemäß mit dem Klassiker „Everlong“ und einem spektakulären, riesigen Feuerwerk über dem offenen Stadiondach. Der Abzug der Massen zurück zur U-Bahn verlief danach erstaunlich geordnet.
Ich bin ehrlich: Ich ging als ahnungsloser Gast hin und kam als absoluter Fan zurück. Mein erstes echtes Stadionkonzert war direkt ein historischer Volltreffer! Seit diesem Abend laufen Titel wie „My Hero“, „Learn to Fly“ oder „Wheels“ bei mir in der Dauerschleife. Danke, Dave, für diese epische Rock-Bekehrung!

Rock on! Habt ihr die Foo Fighters auch schon mal live gesehen? Was ist euer absoluter Lieblingssong? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare!