Kleines Vorwort:
Eigentlich sollte dieser Artikel schon vor fast einem Monat online gegangen sein, aber dafür hätte ich die Ruhe und die Muse finden müssen, ihn zu schreiben. Dabei war dieses Erlebnis so wunderbar, so berauschend, dass ich unbedingt darüber etwas schreiben wollte.
Es geht los
Ende des vergangenen Jahres, rund um die Black Week, wurde mich auf Facebook – ja ich nutze diese Plattform hin und wieder noch – ein BlackDeal angezeigt, wo ich einfach nicht nein sagen konnte (und wollte): Karten für das Harry Potter-Musical in Hamburg zum halben Preis. Da musste ich nicht lange überlegen, sondern griff einfach zu. Schon seit Jahren wollte ich mir dieses Musical anschauen und jetzt, so kurz vor Ende der Spielzeit in Hamburg, bekam ich noch die Gelegenheit.
Termin für unser Musical-Erlebnis war der Ostersonntag – besser konnte es doch gar nicht sein. Und so bastelten wird „drumherum“ noch einen kleinen Kurzurlaub, buchten ein Hotel, machten Pläne.
Wir starteten am Samstagmittag und freuten uns auf eine Zwischenübernachtung in Magdeburg – eine Stadt die bisher noch nicht auf unserem Weg lag und die wir bisher noch nicht besucht hatten. Ein Fehler, wie wir bei einem kleinen Stadtrundgang schnell merkten. Es gibt so tolle Ecken zu entdecken, dass wir uns einig waren: wir kommen wieder.
Am Sonntagvormittag fuhren wir dann ganz entspannt weiter nach Hamburg, machten einen weiteren kurzen Zwischenstopp in Lüneburg und waren dann schließlich gegen 14 Uhr in unserem Hotel für die nächsten Tage.

Jetzt stand ausruhen auf dem Programm, dann frisch machen und schließlich, kurz nach 16 Uhr, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Musical-Theater am Großmarkt. Denn zu unseren Tickets hatte ich dann kurz entschlossen noch ein Essen dazu gebucht. Im „Theater Pavillon“ hatten wir beim Hauptgang die Wahl zwischen Pizza, Pasta, Burger, Fish & Chips, Salaten, dazu gab es eine kleine Auswahl an Getränken und Desserts. Über die Preise breiten wir mal den Mantel des Schweigens, wir haben es uns gegönnt, auch wenn ich mir bei der Buchung etwas Anderes vorgestellt habe als etwas bessere Biertischgarnituren und Selbstbedienung.

Nach dem Essen gingen wir die wenigen Schritte ins Theater rüber, gaben unsere Jacken ab und erkundeten die Foyers links und rechts der Garderoben. Was wir fanden war eine wunderschöne Wandgestaltung mit verschiedenen Patronus-Zeichnungen, zwei Fotopoints, verschiedene Bars (mit jeweils dem gleichen Angebot) und zwei Fanshop-Stände mit (überteuerten) Fanartikeln. Auch wenn ich ein sehr großer Harry-Potter-Fan bin, das war mir dann doch zu viel des Guten. So machten wir nur ein paar Fotos, tranken ein Glas Butterbier (upps, das war extrem süß) und genossen das Ambiente.
Und dann war es endlich soweit: wir konnten in den Zuschauerraum und dann ging es auch endlich los. Als wir dreieinhalb Stunden später den Saal verließen waren wir sprachlos vor Begeisterung. Und ehrlich gesagt fehlen mir auch jetzt, vier Wochen danach, immer noch die Worte, um dem Event gerecht zu werden.

„Harry Potter und das verschwunschene Kind“ ist kein klassisches Musical wie man es vielleicht vermuten würde und vielleicht auch erwartete. Sondern es ist ein Theaterstück mit Musik, magischen Illusionen und mit Special Effekts, die ihres gleichen Suchen. Wahnsinn, krass, wie machen die das nur – das sind drei Gedanken, die mir immer wieder durch den Kopf gegangen sind und auch Markus ging es ähnlich.
Die Geschickte spielt 19 Jahre nach „Heiligtümer des Todes“ und konzentriert sich auf Harrys Sohn Albus Severus Potter sowie Scorpius Malfoy, den Sohn von Draco Malfoy. Während Albus Potter mit dem Erbe seines berühmten Vaters und den Erwartungen an sich selbst kämpft, freundet er sich mit Scorpius Malfoy an. Beide kämpfen sie mit einer Vergangenheit, die sich nicht zu verantworten haben, müssen lernen an sich selbst zu glauben. Zeitgleich müssen Harry, Draco und ihre Freunde einmal mehr über sich hinauswachsen, Zweifel und Vorurteile ablegen und zusammenarbeiten. Besonders Harry muss sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen.
Es ist eine sehr emotionale Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, aber auch über die Verantwortung und die Stolpersteine der Elternschaft.
Die dreieinhalb Stunden vergingen wahnsinnig schnell – fast zu schnell. Auf dem Heimweg zum Hotel redeten wir uns die Köpfe heiß über die Entwicklung, die Ron, Hermine und Harry gemacht hatten. Nicht alles hat uns gefallen, passte von der Darstellung her aber letztendlich sehr gut zum Stück und zur Geschichte.

Alles in allem war das ein Abend, der begeistert hat, der uns geflasht hat, der mich happy gemacht hat. Die Inszenierung war der absolute Hammer und mit Abstand das Beste Musical, das ich in den vergangenen 15 Jahren erlebt habe.
Wenn ich Sterne vergeben müssen, wären es glatte 5 – das Erlebnis kommt nicht wieder und wird immer einen großen Platz in meiner „Schatzkiste der Erinnerungen“ einnehmen.



