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Zwei Mädels auf der Titanic: Unser Fazit zur Ausstellung im Erlwein-Forum Dresden

Wer kennt sie nicht, die Geschichte der Titanic. Ich glaube, in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es niemanden, der nicht den Film mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen gesehen hat. Auch meine Tochter kennt diesen Film mittlerweile. Als wir irgendwann Anfang des Jahres gesehen haben, dass diese weltweite Wanderausstellung nach Stationen unter anderem in Atlanta, Barcelona, Singapur und Hamburg nun auch nach Dresden kommt, war klar: Hier wollen wir hin.

Ein Geburtstagsausflug für zwei Mädels

Zwei Tage nach ihrem 12. Geburtstag war es nun so weit: Zum Geburtstag gab es die Tickets und dann machten wir zwei Mädels uns auf den Weg.

Im Erlwein-Forum Dresden, wo zuvor auch die Harry Potter-Ausstellung stattgefunden hatte, gab es nun die Titanic zu sehen. Wir kannten also die Location und waren gespannt, wie die Titanic-Ausstellung dort inszeniert und wie die Situation vor Ort sein würde.

Der Einlass: Ein unterkühlter Start mit emotionaler Überraschung

Wir waren überpünktlich, etwa 10 Minuten vor 10 Uhr da, und warteten gespannt mit einigen anderen Gästen – ich glaube, insgesamt waren 20 Personen mit uns dort. Um 10 Uhr öffnete sich die Tür, eine junge Frau rollte ein Werbeschild heraus und ließ uns rein. Kein „Guten Morgen“, kein „Herzlich Willkommen“ – etwas, das dem einen oder anderen Wartenden schon ein wenig sauer aufstieß. Der Einlassbereich war ein bisschen anders gestaltet: Es gab keine Garderobe, sondern kleine Schließfächer für 1 Euro, in denen man Taschen und Jacken einschließen konnte. Brauchten wir nicht, also weiter zum Einlass-Point.

Dort wurden unsere Tickets gescannt und wir beide erhielten jeweils eine Bordkarte mit dem Namen eines echten Passagiers. Ich war für den Besuch der Ausstellung Mary Emma Corey, und ich muss tatsächlich sagen, dass diese Bordkarte eine emotionale Verbindung schafft. Man ist mehr mittendrin, berührter von der Geschichte und dem Unglück. Passend dazu gibt es ein bekanntes Zitat des Denkers Jack Foster: „Wir sind alle Passagiere auf der Titanic.“ In diesem Moment hat sich das genau so angefühlt.

Unsere Reise begann mit dem obligatorischen Fotopoint, an dem von „Profi-Fotografen“ vor einem Green Screen Fotos gemacht werden. Und dann, ja dann ging es endlich los.

Mittendrin statt nur dabei: Die Geschichte wird lebendig

Die Webseite der Ausstellung verspricht, die bewegende Geschichte auf neue Weise erlebbar zu machen und Historie mit moderner Inszenierung zu verbinden. Ich glaube, das haben sie geschafft – zumindest bei mir und meiner Tochter. Wir waren begeistert von den 360-Grad-Projektionen, den detailgetreuen Raumnachbildungen und den unzähligen Artefakten. Wir haben die ausführlichen und mit interessanten Fakten bestückten Informationstafeln durchgelesen, haben die Ausstellungsstücke bewundert und die Projektionen bestaunt.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir dabei, wie unerschütterlich sicher sich die Menschen damals vor der Abfahrt waren. Kapitän Edward John Smith sagte einst: „Ich kann mir keine Umstände vorstellen, die ein Schiff scheitern lassen könnten. Die moderne Schiffsbaukunst hat diesen Punkt überwunden.“ Wenn man kurz darauf liest, wie das Schicksal von realen Passagieren wie Mary Emma Corey in nur einer einzigen Nacht besiegelt wurde, bekommt man eine echte Gänsehaut. So erfuhr ich, dass sie zum Zeitpunkt der Jungfernfahrt der Titanic 32 Jahre alt, verheiratet und Lehrerin war. Sie reiste in der zweiten Klasse und war schwanger. Leider überlebte sie diese Nacht nicht.

Blick in einen der Speiseräume

Berühmte Filmszenen und gähnende Leere

Es gab viel zu lesen, viel zu entdecken und natürlich den einen oder anderen Fotopoint. Wer kennt die Szene nicht, in der Jack (Leonardo DiCaprio) seine Rose (Kate Winslet) am Bug des Schiffs im Arm hält und sie ihre Arme ausbreitet? Diesen Fotopoint gab es natürlich auch, und ich denke, dass fast jedes Pärchen, das diese Ausstellung besucht, genau dieses Foto nachstellen wird. Oder die große Treppe, das Herzstück der Titanic.

Nein, ich habe nicht die berühmte Pose gewählt

Wir hatten Glück, dass nur wenige Gäste außer uns durch die Ausstellung gingen, so war es tatsächlich möglich, ungestört Fotos zu machen. Überhaupt war hier sehr wenig los für einen Sonntagvormittag, und ich frage mich, woran das liegen kann. An den Eintrittspreisen? Gut, günstig geht anders. Aber andererseits wird doch einiges geboten.

Mein persönliches Highlight: Abtauchen per VR-Brille

Leider war die Ausstellung, obwohl wir uns Zeit gelassen und viele der Informationstafeln gelesen haben, relativ klein, sodass wir nach etwas mehr als einer Stunde schon durch waren. Aber dann kam für uns tatsächlich noch ein Highlight: Am Ende der Ausstellung hat man als Besucher die Möglichkeit, noch tiefer in die Geschichte der Titanic einzusteigen, hinunter zum Wrack zu tauchen und auch den Untergang des Schiffes virtuell zu erleben.

Diese Virtual-Reality-Erfahrung dauert 12 Minuten und muss mit 6 Euro pro Person extra bezahlt werden – uns war es das wert, und wir haben uns darauf eingelassen. Und es war grandios! Anders kann ich es nicht sagen, und ich bin immer noch begeistert von der Animation und dem Gefühl, mittendrin zu sein.

Gesalzene Souvenirpreise zum Abschied

Als Letztes wird man – natürlich – durch den Shop geschleust. Ein Shop, dessen Preise jenseits von dem waren, was ich für ein Souvenir ausgeben wollte. Ein einfaches Notizheft für 10 Euro? Eine Postkarte mit dem Bild der Titanic für 3 Euro? Da sagte auch Florentine: „Nein danke.“

Der Funkerraum

Wir haben uns als Erinnerung viele tolle Fotos mitgebracht, haben wunderschöne Momente miteinander geteilt und werden mit Sicherheit noch lange an diese beeindruckende Ausstellung denken. Und wir haben unser Foto vom Anfang mitgenommen – ein Spaß, der mit 8 Euro deutlich günstiger war als Anfang des Jahres in der Harry Potter-Ausstellung, auch wenn es hier nur einen Print gab und keinen Download-Code dazu.

Was bleibt: Die Erinnerung an den Mythos Titanic

„Das Herz einer Frau ist ein tiefer Ozean voller Geheimnisse“, heißt es so schön im Film – und für meine Tochter und mich bleibt nach diesem Tag vor allem die Erinnerung an die RMS Titanic, die aufgrund ihrer Größe und der luxuriösen Ausstattung damals die Krönung des Zeitalters der Transatlantikreisen war. Es bleibt die Erinnerung an ein Schiff, das am 10. April 1912 zu seiner Jungfernfahrt nach New York ausgelaufen ist, nur vier Tage später in der Nacht vom 14. auf den 15. April einen Eisberg rammte und innerhalb von zwei Stunden und 40 Minuten in den eisigen Fluten des Atlantiks versank. Es bleibt die Erinnerung daran, dass von den über 2.200 Menschen an Bord nur 705 überlebten.

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