… oder Servus Eberhofer! Warum das „Steckerlfischfiasko“ ein echtes Festmahl für Krimi-Fans ist
Es ist mal wieder Zeit für einen Kinorückblick! In den letzten Tagen habe ich mir das „Steckerlfischfiasko“ angeschaut – immerhin schon der zehnte Streich aus dem unkaputtbaren Eberhofer-Universum von Rita Falk. Und ich gebe zu: Ich war verdammt gespannt. Während mich die letzten Bücher der Reihe nicht mehr so richtig vom Hocker hauen konnten, fand ich den letzten Film „Rehragout-Rendezvous“ recht gut. Die Messlatte lag also hoch!
Drei Jahre Wartezeit sind für Eberhofer-Fans eine gefühlte Ewigkeit. Aber wisst ihr was? Diese ungewohnt lange Pause hat der Reihe unfassbar gutgetan.
Reifer, runder, kantiger: Der Eberhofer-Clan altert in Würde
Was mir sofort aufgefallen ist: Die Darsteller sind alle älter geworden. Ein wenig grauer, ein wenig runder, aber auch kantiger. Aber mal ehrlich: Wer altert in drei Jahren nicht? Genau das macht den Film und das Ensemble rund um Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) so herrlich menschlich und sympathisch.
Die Charaktere sind wie gewohnt liebenswürdig, schrullig, besonders und streckenweise herrlich überspitzt gezeichnet. Die Eberhof-Familie präsentiert sich gewohnt laut und chaotisch. Sie gehen sich tierisch auf die Nerven – aber sie halten zusammen. Immer. In jeder Lebenslage. Papa Eberhofer (Eisi Gulp) und Co. funktionieren einfach als Team. Für mich fühlte sich dieser Teil übrigens auch wieder viel dichter an der Buchvorlage an als der Vorgänger!
Zwischen Tütü, Geldsorgen und der ganz großen Liebe zur Oma
Neben den typischen Lachern bringt der Film diesmal überraschend tiefgründige und ernste Themen auf den Tisch:
Mein Herz schlug irgendwie für Privatermittler Rudi Birkenberger (Simon Schwarz). Sein Leben an der Armutsgrenze tarnt er diesmal als skurrilen „Selbstversuch“ – ein echtes Dilemma, das unter die Haut geht.
Der eher traditionell eingestellte Franz gerät in die emotionale Zwickmühle, als sein Sohn Paul plötzlich Ballett tanzen möchte – inklusive Tütü! Franz schwankt herrlich zwischen „Warum ist mein Sohn so drauf?“ und der liebevollen Akzeptanz: „Mein Sohn darf sein, wie er will.“ Es ist wunderschön zu sehen, wie er hier über seinen eigenen Schatten springt. Susi (Lisa Maria Potthoff) hat da als potenzielle neue Dorfbürgermeisterin ohnehin ganz andere Sorgen.
Der Umgang mit der mittlerweile hochbetagten Oma (Enzi Fuchs) hat mich tief berührt. Sie sorgt für die ganz leisen, sanften Momente im Film. Besonders die Schlussszene im Wirtshaus bei Wolfi (Max Schmidt) hat mir ein echtes Tränchen in die Augen gedrückt.
Wenn der Golfschläger die Freundschaft bedroht
Auch in Franz‘ Freundeskreis ist nichts mehr wie es war. Statt gemütlicher Runden im Wirtshaus schwingt die Truppe um Installateur Flötzinger (Daniel Christensen) jetzt den Golfschläger auf dem neuen Luxus-Rasen. Schließlich braucht man ja „Connections“! Da stellt sich fast die philosophische Frage: Bleibt die Freundschaft auf der Strecke, wenn man sich in so unterschiedliche Richtungen entwickelt?
Der Fall: Perfekt aufs Kreuz gelegt!
Ach ja, eine Krimi-Story gibt es ja auch noch! Der Mord am Steckerlfischkönig Paulus (Christian Tramitz) nahm diesmal erfreulicherweise wieder deutlich mehr Raum ein. Und ich muss schimpfen: Nach den ersten Indizien war ich mir felsenfest sicher, wer der Mörder ist. Dann hat mich das Drehbuch genial auf eine falsche Fährte gelockt, sodass ich an mir selbst gezweifelt habe. Am Ende habe ich mich tierisch geärgert – denn mein allererster Riecher war goldrichtig!
Mein Fazit: Ein rundum gelungener Kinoabend!
Das „Steckerlfischfiasko“ hat mir mit all seinen Facetten und Nuancen unglaublich gut gefallen. Die Stimmung, die Story, das vertraute Setting und die Schauspieler harmonieren perfekt. Und der gewohnt lässige bayerische Dialekt setzt dem Ganzen die Krone auf.
Ein Film mit ganz viel Herz, Humor und einer Prise Melancholie. Geht ins Kino, es lohnt sich!
🗒️ AUF EINEN BLICK
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐☆ (4 von 5 Sternen)
Titel: Steckerlfischfiasko (Eberhofer-Krimi, Teil 10)
Regie: Ed Herzog
Kinostart: 13. August 2026
Laufzeit: 99 Minuten
Hauptdarsteller: u. a. Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff