Der Querkopf der Spitzengastronomie hat sein erstes Kochbuch herausgebracht – mit vielen Rezepten, von rebellisch bis raffiniert – und natürlich war ich neugierig. Ich bin ja eine, die selbst gerne koche, gerne neues ausprobiert und – ganz ehrlich gesagt – auch gerne Kochsendungen mit Spitzenköchen anschaut.
Und ich liebe die Kochbücher der Spitzengastronomen – etwas Anderes bleibt einem ja nicht übrig wenn man den Traum hat, einmal mit einem solchen Koch in der Küche zu stehen und zu lernen.
Aber das nur so ganz nebenbei.
Jetzt liegt mit „Dirty Bistro“ also das erste Kochbuch von Max Strohe vor, der sich damit in die Fußstapfen seiner Kollegen begibt. Sein Kochbuch aber ist anders als das der anderen – definitiv. Das Wort „unkonventionell“ beschreibt es glaube ich am besten. Es sind natürlich viele Rezepte aus unterschiedlichen Bereichen im Buch vorhanden – logisch, da es ja ein Kochbuch ist. Die Kategorien sind unter anderem Streetfood und Sweets, aber auch Classics findet man. Von Lammrippchen über Pizza Tonno zum Garnelen-Toast, zum Lammtatar und Gratiniert Austern weiter zum Coq au vin. Und das ist nur ein Bruchteil der Rezepte, die man hier findet. Mal edel verfeinert, dann wieder rebellisch verändert – die Rezepte überraschen mich immer wieder. Die Sauerkrautsuppe mit Blutwurst reizt mich besonders, zumal auch beschrieben wird wie man Blutwurst selbst herstellt.
Die Rezepte sind jedenfalls sehr kreativ und ich frage mich, wie es wohl ist, diese Rezepte zu kosten, zu probieren. Damit meine ich (leider) nicht, sie selbst zu kochen. Denn obwohl ich von mir sage, dass ich leidenschaftlich gern und leidlich gut koche, sind diese Rezepte für mich dann doch zu „abgehoben“. Zum einen von den Zutaten her, zum anderen vom Aufwand. Alltagstauglich ist in meinen keines der Rezepte, aber darauf kommt es bei mir hauptsächlich an.
Daher ist dieses Kochbuch eher ein schöner Bildband zum Anschauen als denn zum Nachkochen.

Aber auch zum Anschauen gibt es hier mehr als genug. Denn zum einen sind wunderschöne Rezeptfotos im Buch enthalten und zum anderen ist es eben nicht nur ein Kochbuch. Zwischendrin findet man Gedanken von Max Strohe zum Thema Essen, ansprechende Fotos die ihn und sein Team in der Küche zeigen und so vieles mehr. Am Ende gibt es noch „BasicsGrundrezepte“, ein Glossar der Küchentechniken und Zutaten. Ganz am Ende der Dank an „Leica“ und als Vermerk bei Fotos „Max Strohe“. Da kam er, der aha-Effekt bei mir. Denn einige der Fotos wirkten, als ob ein engen Vertrauter des Teams sie geschossen haben musste, sie wirken echt und nicht gestellt. Aber so wird einem alles klar. Respekt!
Alles in allem ist, wie ich schon gesagt habe, das Kochbuch mehr ein Buch zum Anschauen als zum Nutzen, aber genau das habe ich sehr gerne gemacht. Ich habe mich sehr gerne durch das Buch geblättert, gelesen, gestaunt und mir Appetit geholt. Und mein Traum, irgendwann einmal mit einem Spitzenkoch zu kochen oder wenigstens in einem solchen Restaurant mal zu essen, lebt weiter und bekam gerade noch mehr Nährstoff.
Daten:
Autor: Max Strohe
Titel: Kochbuch von Max Strohe
Herausgeber: Dorling Kindersley Verlag
Erscheinungstermin: 27. März 2026
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 240 Seiten
ISBN: 978-3831052950