Vom Kinderzimmer in den Tharandter Wald
Dieser regionale Cosy-Krimi spielt quasi direkt vor meiner Haustüre und ist das Krimi-Debüt der Autorin Anja Schenk, die vielen von uns sicherlich schon durch ihre wunderschönen Kinderbücher bekannt ist. Genau diese Mischung hat mich unglaublich neugierig auf das Buch gemacht: Auf der einen Seite eine bei unseren Kindern sehr beliebte Kinderbuchautorin – auf der anderen Seite ihr erster eigener Regional-Krimi.
Der Krimi, der im sächsischen Tharandter Wald angesiedelt ist, konnte bei mir gleich in vielerlei Hinsicht punkten.
Ein absolut liebenswertes Ermittler-Quintett
Da wären zum einen – und für mich am wichtigsten – die Charaktere. Allen voran Bruni Hase sind die Figuren sehr vielschichtig, vielseitig und absolut authentisch gezeichnet. Sie bringen durchweg alle liebenswerte, aber auch sehr spezielle Eigenheiten mit, die sie zu echten Persönlichkeiten machen. Ein echtes Highlight war für mich zu sehen, wie wunderbar die Freundinnen sich gegenseitig mit ihren Marotten akzeptieren. Die Autorin zeigt geschickt, dass jede dieser Eigenheiten oder Fähigkeiten am Ende nützlich sein kann.
Besonders gut gefallen hat mir außerdem, dass die „Quasselstrippen“ rund um Bruni alle im gesetzten Alter sind – mit all ihren kleinen Zipperlein und einer ganz eigenen Vergangenheit. Genau dieses Augenzwinkern und eine wunderbare Portion Selbstironie merkt man den Damen in jeder Situation an. Begeistert haben mich übrigens auch die tierischen Nebenfiguren – die „Pannacottas“ und natürlich der süße Malteser Tango.
Lust auf Wandern und sächsische Leckereien
Als zweiten großen Pluspunkt konnte die Autorin mit ihren naturnahen, detailreichen Beschreibungen des Tharandter Waldes in all seinen Facetten bei mir landen. Die Atmosphäre hat in mir sofort den Wunsch geweckt, mal wieder die Wanderschuhe zu schnüren, nach meinen Nordic-Walking-Stöcken zu greifen und selbst eine Runde in dieser zauberhaften Gegend zu drehen.
Die Story rund um den Kriminalfall ist turbulent, deckt alte Geheimnisse auf und bringt neue Erkenntnisse über Menschen ans Licht, die man eigentlich zu kennen glaubte. Die umtriebigen Quasselstrippen mischen natürlich fleißig mit, bringen sich dabei selbst in Gefahr und treiben die Handlung immer weiter voran. Man kann beim Lesen fantastisch mitraten, wer warum der Täter war. Ich muss gestehen, ich wurde selbst einige Male auf die falsche Fährte geschickt!
Eine kleine Warnung muss ich allerdings aussprechen: Es kann durchaus passieren, dass man beim Lesen einen ungeheuren Heißhunger auf echte sächsische Eierschecke oder Appetit auf Eierlikör entwickelt. Diesem Verlangen sollte man – in Maßen natürlich – unbedingt nachgeben!
Von mir bekommt dieser gemütliche Cosy-Krimi auf jeden Fall volle 5 Sterne. Ich habe die Lesezeit absolut genossen.
Infobox zum Buch
- Titel: Tote essen keine Eierschecke: Ein Fall für Bruni Hase
- Autor: Anja Schenk
- Verlag: Gmeiner-Verlag
- Seitenzahl der Printausgabe: 320 Seiten
- ISBN: 978-3734938160
- Erscheinungstag: 14. Oktober 2026
- Genre: Regionaler Cosy-Krimi / Kriminalroman