LoveLetter-Convention 2015 – aus der Sicht von Markus

Markus hat mich natürlich – wie auch die beiden vergangenen Jahre – auf die LoveLetter-Convention begleitet. In diesem Jahr war er in Sachen Veranstaltungen viel aktiver als ich, hat viele Lesungen und einige andere Veranstaltungen besucht. Hier also der Rückblick auf die LLC aus seiner Sicht.

Tag 1, Sonnabend, 02.05.2015

9:00 Uhr – Lesung von Poppy J. Anderson aus „Nur ein Kuss“

In der ersten Lesung des Tages ging die Autorin gleich aufs Ganze. Sie las nicht den Anfang, sondern eine hochemotionale Stelle mitten aus dem Buch – und das fast ohne zu spoilern. Die mitgereisten Fans sorgten für einen vollen Raum, stellten einige Fragen und es herrschte eine ausgelassene Stimmung.

Der Autorin, die mit ihren Serien seit einiger Zeit die Fans beglückt, schreibt nicht nur gern emotional, sie liest auch gern gefühlvolle Bücher und schämt sich auch ihrer Tränen nicht – nicht einmal im Auto – an der Ampel – kritisch beäugt vom Busfahrer nebenan. Danke Poppy für diese Anekdote!

9:30 Uhr – Lesung von Emily Bold aus „Auf der Suche nach Mr. Grey“

Emily Bold, die vielseitige Autorin, welche die verschiedensten literarischen Gangarten beherrscht, zeigte mit ihrer Lesung, dass sie auch humorvoll sehr gut kann. Sie erzählt in ihrem Buch von einer Frau, die – inspiriert von 50 Shades of Grey – vom drögen Landei zur verruchten Powerfrau mutieren möchte. Leider nimmt sie dabei so ziemlich jedes Fettnäpfchen mit, das sich ihr bietet.

Die Lesung war gezeichnet vom herzlichen und erfrischenden Lachen der ZuhörerInnen. Ob Sadomaso Harald oder die Vibrator Lieferung – das schallende Gelächter war bis in den Hof zu hören. Auch der verdiente Applaus blieb nicht aus und so wird die Parodie über den Wunsch, Neues zu wagen, wohl so einige Abnehmer finden.

Die sympathische und super nette Autorin hat es mit diesem Glanzstück sicher verdient.

10:00 Uhr – Lesung von Kristina Günak aus „Verliebt nochmal“

„Typisch Kris!“ Das dachte sich wohl so Mancher, der bei dieser Lesung dabei war und ihre Bücher kennt. Die zerstreute und wuselige, aber total sympathische Autorin erzählte mit welcher Szene aus dem wahren Leben (ihrer Schwester) die Geschichte zu „Verliebt nochmal“ begann. Diese Szene, das Tanken im Emanzen-Modus, erfreute dann auch die Zuhörer. Es folgten dann noch das erste Kapitel – Praxis Dr. Grosser und das Rüpelsyndrom – und das zweite Kapitel – Schokolade und Schröder – des Buches. In den gut zwanzig Minuten verzauberte Kristina wieder die Anwesenden und ich glaub mich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, wenn ich sage: Verliebt nochmal wird bei Vielen auf dem Nachttisch landen.

14:00 Uhr – Lesung von Susanne Schomann aus „Der Holundergarten“

Da die nachfolgende Lesung ausfallen musste, hatte Susanne Schomann viel Zeit und so wurde die Lesung etwas länger – die Zuhörer hat es gefreut.

Susanne las die ersten beiden Kapitel des Buches. Der zu ¾ gefüllte Raum folgte gespannt der Einführung von Louisa und dem Beginn der Erzählung.

In Kapitel zwei, nach einer ausgelassenen Szene im Café des erdachten Heidedorfes Lunau, werden einige Hintergründe angedeutet und der zweite Protagonist, Rafael betritt die Bildfläche.

Nach der fast halbstündigen Lesung ließ sich die sympathische Hamburgerin, die ihren Sohn und LLC Fotografen Lennart dabei hatte, noch zur Beantwortung einiger Fragen hinreißen. Dabei verriet sie, dass nach Wilder Wachholder und eben dem Holundergarten, im Dezember der dritte Teil der Serien mit dem Namen „Heidewinter“ erscheinen wird.

Darin kehrt ein Dritter Protagonist in seine Heimat Lunau zurück, Susanne nannte das das Musketier-Syndrom.

Auf die Frage, warum gerade die Lüneburger Heide in dieser Reihe im Mittelpunkt steht antwortete sie: Weil die Heide für Hamburger das Ausflugsziel Nummer 1 ist und sie selbst oft da gewesen ist. Das erdachte Dorf Lunau sei ein typisches Heidedorf, wie sie in großer Menge eben dort zu finden sind.

Susanne verriet, dass Sie von Lunau inzwischen einen ganzen Aktenordner voll mit Skizzen habe und auch zu jeder der Figuren eine komplette Vita.

Auf die Frage einer Leserin, ob schon im ersten Teil der Tod von Julia Brix feststand beantwortete sie kühl nordisch: „Mir war schon von Anfang an klar, die muss weg.“ Eine Formulierung, mit der sie ihr Publikum nach einer dreiviertel Stunde lachend aus der Lesung entlassen hat.

16:00 Uhr – Workshop: Liebe, Lust und nackte Zahlen – was ein Buch kostet, Alexandra Panz von LYX

Alexandra Panz führt in knapp einer Stunde durch drei Varianten einer Kalkulation für Bücher. Neben der klassischen Printkalkulation für Taschenbücher, wurde auch eine reine E-Book Kalkulation, sowie eine Mischkalkulation betrachtet.

Interessant war hier, dass von den gedruckten Büchern 3% Freiexemplare und 15% Remission gerechnet werden. Remission, also die Rückgabe von Büchern durch Händler passiert, wenn Bücher nach einem bestimmten Zeitpunkt nicht verkauft wurden. 60% dieser Exemplare werden dann meist zerstört.

Auch interessant war, dass die Großhandelsrabatte mit ca. 50% berechnet werden.

Heißt also in nackten Zahlen: Von einem Taschenbuch, welches 9,99 € im Handel kostet, kommen 4,67 € als Umsatz beim Verlag an.

So weit so gut. Wären da nicht noch die Druckkosten, die mengenanhängig typsicherweise zwischen 1,10 € und 1,50 € liegen. Außerdem kommen DNKs – also Drucknebenkosten – noch hinzu. Typisches Beispiel sind die Übersetzungskosten bei fremdsprachigen Büchern. Für ein Taschenbuch werden hier pauschal rund 12.500€ angenommen.

Auch im Vertrieb wollen noch ein paar andere Personen etwas verdienen und so gehen 8% für die Distribution und 1,5% Provision ab.

Aber da fehlt doch noch jemand – ja, richtig. Der AUTOR des Buches. Der erhält im Schnitt zwischen 5 und 10% des Netto(!) Ladenpreises (7% Mehrwertsteuer machen aus 9,33€ die 9,99€ Verkaufspreis). In der Musterberechnung von Frau Panz waren es übrigens „nur“ 6% für den Autor.

Was heißt das aber für den Verlag? Soviel sei gesagt: Werden nach dieser Berechnung 2.000 Bücher produziert, macht der Verlag rund 12.000€ Minus. Ab etwas über 5.000 Stück verlässt man theoretisch die roten Zahlen.

Dann sind aber immer noch nur die direkten Kosten gedeckt – die Verlagsmitarbeiter, die Büromieten und natürlich das Marketing fehlen in dieser Berechnung.

Nach dieser ernüchternden Bilanz schaut Frau Panz für die Zuhörer in die Mischkalkulation. Dabei wird ein Titel sowohl als E-Book, als auch als Printversion publiziert. Bei LYX sind die Verkaufsanteile typischerweise mit 31% für das digitale Format und 69% für die Papiervariante kalkuliert. Für den Autor hier eine gute Nachricht: Bei E-Books erhöhen sich die Lizenzkosten pro Stück auf 25% des Verkaufspreises. Bei LYX ist übrigens immer genau 1 € weniger als für das Printexemplar – hier also 8,99 €.

Werden so 5.000 Taschenbücher und rund 2.250 E-Books verkauft ist das Ganze schon recht rentabel.

Eine sehr interessante Information war auch, dass die Größe der Auflage erst rund 7-8 Wochen vor Veröffentlichung festgelegt wird.

Im Allgemeinen sind E-Books für Verlage weniger risikoreich. Daher werden sie oft für gewagtere Themen, Genres oder unbekanntere Autoren genutzt.

Bei der reinen Kalkulation von E-Book gibt es daher auch einige Besonderheiten. So ist zum Beispiel der Vorschuss an den Autor mit durchschnittlich 2.000 € im Gegensatz zu rund 5.000 € beim Taschenbuch deutlich geringer.

Dafür spielen 5.000 Stück bereits 6.500 € Gewinn ein – wohlgemerkt bei 4,99 € pro Buch.

Ziel der Kalkulation ist es immer bei mindestens 40% Deckungsbeitrag heraus zu kommen – im Falle der Mischkalkulation wären das 8.000 Taschenbücher und rund 3.600 E-Books.

Für diesen sehr detaillierten und äußerst aufschlussreichen Einblick in die Finanzwelt der Verlage möchte ich mich bei Frau Panz bedanken und werde zukünftig diesen Aspekt mit ganz anderen Augen sehen.

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Tag 2, Sonntag, 03.05.2015

9:00 Uhr – Panel: Heimgefühle – Deutschland als Liebesroman-Schauplatz

Mit den Autorinnen Susanne Schomann, Kristina Günak und Britta Sabbag, Miriam von der LLC und Bettine Lahrs von MIRA.

Die Fragen und Antworten werden von Markus hier sinngemäß wiedergegeben

Frage: Warum Deutschland als Handlungsort?

Britta: Die lokale Nähe ist auch Verlagswunsch.

Kris: Hier kennt man sich aus, es existiert eine emotionale Nähe, auch zu den Menschen. Außerdem ist es leichter für die Recherche an Hintergrundinformationen zu kommen.

Susanne: Das hat auch etwas mit der Liebe zur Heimat zu tun. Man versteht wie die Menschen hier ticken. Es müssen auch keine real existierenden Orte sein. Man kann sich als Autor Orte ausdenken und an seine Bedürfnisse anpassen.

Frage: Was ist zuerst da, der Ort oder die Personen?

Kris: Die Handlungsorte sind erst einmal nebensächlich, es geht in erster Linie immer um die Figuren und ihre Konflikte.

Britta: Es entstehen erst die Figuren. Dann wird ein Ort gewählt, der zur Handlung und den Personen passt.

Frage: Ist Deutschland als Handlungsort seitens der Verlage ein neuer Trend?

Bettina: Nein, das ist kein Trend. Es ist allerdings von den Verlagen so gewollt und schlicht und einfach authentischer.

Britta: Man denkt, Deutschland ist für Leute im Ausland nicht interessant. Das ist falsch gedacht. Auslandslizenzen deutscher Bücher sind sehr begehrt.

Bettina: Es gibt viele interessante Titel für ausländische Einkäufer. Es ist aber immer wichtig, dass der Aufhänger passt.

Publikumsfrage: Wie nah darf man an realen Orten im Buch dran sein, wie ist die rechtliche Situation?

Britta: Es sollte eigentlich immer entweder 1:1 sein oder deutlich anders.

Kris: Und es ist besser, wenn es anders ist.

Bettina: Rechtlich haben wir einige Freiheiten, aber in Wirklichkeit sind wir lieber etwas vorsichtiger.

Kris: So geht man Problemen von vornherein aus dem Weg.

Susanne: Diese Details sind für die Geschichten an sich nicht so wichtig.

Publikumsfrage: Rutscht man nicht leicht zu Lokalgeschichten ab und beschränkt damit sein Publikum?

Kris: Nein, keinesfalls, aber die Gegend an sich muss interessant sein.

Britta: Es muss eine Art Urlaub im Kopf entstehen.

Bettina: Nein, wir sehen das nicht als Problem.

Publikumsfrage: Wie ist das Leserfeedback – Gibt es Wunschorte?

Susanne: Ja, natürlich. Schottland wäre zum Beispiel so ein Wunschort. Aber im Allgemeinen ist auch Deutschland so ein Wunschort.

Kris: Mit anderen Orten sind bestimmte Dinge nicht übertragbar. Die Werte und Normen der Personen sind stark vom Handlungsort abhängig.

Publikumsfrage: Unterscheiden sich die Leser nach Region?

Britta: Ja. Ich bekomme bei Lesungen oft regionaltypische Geschenke. Einmal war es grobe Leberwurst.

Publikumsfrage: Sind Genre und Ort gebunden?

Bettina: Das ist Verlagssache, es gibt schon deutliche Vorlieben. Man kann international denken, vieles ist vom Autor selbst abhängig. Liebesgeschichten sind zum Beispiel sehr universal. Ist Deutschland der Handlungsort ist das eine Art Bonus.

Publikumsfrage: Ist bei den Autoren das Thema Deutschland ein Trend?

Susanne: Ja, das ist wohl ein Trend, aber er wird bleiben.

Britta: Es zeugt auch von einem neuen Selbstbewusstsein und natürlich auch von der Förderung Deutscher Autoren.

Kris: Der Markt war immer da, wurde aber lange Zeit ignoriert. Es hängt aber natürlich auch immer von der Zielgruppe ab.

Publikumsfrage: Viele Autorinnen kommen aus Norddeutschland – woher kommt das?

Kris: Ganz einfach – da war mal was im Trinkwasser. 😉

Susanne: Wir haben wohl mehr Zeit nachzudenken. 😉

Britta: Es sind ja im Allgemeinen stillere Leute – mit einer besseren Vorstellungskraft.

Letzte Publikumsfrage: Wie stehen eure Freunde und Familien zu euren Büchern?

Kris: Es kommen in meinen Büchern auch Familienmitglieder vor.

Britta: Meine Freunde wollen eigentlich nicht in meinen Büchern vorkommen. Tun sie es dann aber wirklich nicht, sind sie auch irgendwie enttäuscht.

Susanne: Mein Mann liest alles von mir, aber erst wenn es fertig ist. Eine Ausnahme sind fachspezifische Dinge, die er sich vom Standpunkt als Kriminalbeamter anschaut. Mein jüngerer Sohn (Fotograf Lennart) liest alle meine Bücher.

11:00 Uhr – Workshop: Von der Idee zum Roman (1+2) mit Kristina Günak und Stefanie Ross

Ein Buch schreiben, das beginnt oft mit einer Idee, die einen nicht loslässt, oder einer Romanfigur, die plötzlich vor einem steht. Manchmal aber auch mit einem „Was wäre wenn?“

Die beiden erfolgreichen Autorinnen Kristina Günak und Stefanie Ross gaben in den zwei Stunden einen Einblick in den langen Weg des Schreibens, in die Fallstricke, die Schlüsselfragen und das Drumherum. Doch zurück zum Anfang…

Wer als Hobby schreiben möchte, dem sei nur ein Tipp gegeben: Fang einfach an.

Wenn dann etwas die Seiten füllt sollten aber die ersten Fragen gestellt werden: Trägt die Handlung, bzw. der Konflikt durch das ganze Buch? Gibt es überhaupt jemanden, der das lesen möchte – für Berufsautoren: Gibt es dafür einen Markt?

Feststeht: Schreiben macht Spaß, ist gesund und ist nur das das Schreiben selbst zu erlernen. Daher ist es wichtig, sich „warm“ zu schreiben. Das geht zum Beispiel, indem man mit dem Kapitel null anfängt.

Soll aus dem Spaß ein Job werden beginnt es kompliziert zu werden. Dann sind auf einmal Termine, das Lektorat und der Verwaltungskram wichtig. Verträge, Steuern und Leute, die dir in dein Buch reinreden.

Selbst wenn man Berufsautor ist, sei gewarnt: nur etwa 4-5% der deutschen Autoren können vom Schreiben allein leben. Somit heißt es für die meisten anderen, den Alltag, die Familie und das Schreiben unter einen Hut zu bekommen.

Auch die Auswirkungen auf die Finanzen ist nicht zu unterschätzen. Zwar geben viele Verlage (noch!) Vorschüsse, was allerdings den Erwartungsdruck erhöht, dennoch kommen die Einnahmen dann sehr unregelmäßig. Die Zusammenarbeit mit dem Finanzamt ist dabei oft sehr mühselig.

Typischerweise wird zweimal pro Jahr abgerechnet und ausgezahlt – man weiß nur vorher nie, wie viel.

Wichtig ist dafür aber erst einmal, dass die Bücher im Handel ausliegen – Die Buchhandlungspräsenz ist ein entscheidender Fakt für den Erfolg.

Das Honorar beträgt für Printbücher rund 8%, teils aber auch 6% und weniger. Bei E-Books ist es entsprechend mehr.

Doch so viel dazu. Das Schreiben selbst muss auch erst einmal Früchte tragen. Das Rückgrat sind dabei die Charaktere. Diese sollten für Authentizität nach dem Eisbergprinzip gestaltet sein: Es sind im Buch zwar nur 1/8 zu sehen, aber damit sie glaubwürdig sind, braucht es die anderen 7/8 genauso.

Beim Schreiben sollte man sich im Klaren sein, dass das ein Langzeitprojekt ist. Der zeitliche Ablauf von der Idee, über das Geld und die Figuren führt zum Exposé, welches dem Verlag vorgelegt wird.

Leider sind einige Probleme zu beachten. Da das Schreiben eine Kunst ist, die also Kreativität erfordert, muss klar sein, dass das nicht auf Knopfdruck funktioniert. Schreiben ist aber auch Arbeit. Die Umgebung spielt dabei eine große Rolle. Arbeitszeiten, die nötige Ruhe, Akzeptanz und die sich daraus ergebenden Konsequenzen müssen ernst genommen werden – von Freunden, den Nachbarn und natürlich der Familie.

Im Schreibwahn sind 3 Phasen zu benennen: die erste Lust, der fiese lange Mittelteil (der sich auch einmal über 4-5 Monate hinziehen kann) einhergehend oft mit der Prokrastination (also Bummelei, Aufschieberei oder auch Erledigungsblockaden) und Zwiegesprächen mit dem inneren Kritiker, bis hin zum Ende – dem Kampf um die Seitenzahlen.

Ist das Werk erst einmal fertig, gibt man sein „Baby“ aus der Hand – am besten zu guten, ehrlichen und vertrauenswürdigen Testlesern. Die Überarbeitung hat begonnen.

Fallstrick hier ist der eigene Umgang mit Kritik. Augenmerk ist dabei nicht nur auf die Details gerichtet – Zeiten, Orte, Augenfarben. Vor allem stellt sich die Frage: Was wollte ich eigentlich aussagen?

Ist diese Phase abgeschlossen nähert sich ein „Feind“ – der Abgabetermin. Dieser kommt immer überraschend und völlig ungelegen – glaubt man den beiden Autorinnen. Zu halten ist dieser nur mit einer großen Packung Selbstdisziplin.

Doch auch dort ist der Weg noch lange nicht zu Ende. Im Lektorat wird dann das Manuskript inhaltlich, sprachlich und stilistisch geprüft und daraufhin überarbeitet. Noch einmal werden der Spannungsbogen, die Konflikte und die Charaktere auf den Prüfstand gestellt.

Natürlich muss die Chemie zwischen Lektor (oft selbst ein Schreiberling) und Autor stimmen. Auch wenn der Autor das letzte Wort hat, sollte sich immer im Einzelfall gefragt werden: Ist das auch sinnvoll?

Das Lektorat braucht also: Jeder! Es sorgt oft für Aha-Effekte und ist ein unerlässlicher Schritt auf dem Weg zum Buch.

Der erste Druck, die sogenannte Fahne, markiert einen Höhepunkt in diesem Prozess. Und doch, es ist eine Hassliebe. Nach den unzähligen Überarbeitungsschleifen soll alles noch einmal gelesen werden – dabei kann der Autor die Geschichte zu diesem Zeitpunkt bereits singen – nachts, betrunken und mehrstimmig 😉

Dann endlich geht das Buch in den Druck – die Vorabexemplare werden verschickt und der Autor wartet gespannt auf die ersten Rückmeldungen.

Auch bleibt die bange Frage: Liegt mein Baby überhaupt im Laden aus?

Ich möchte mich bei den beiden Autorinnen für diesen kurzweilig und äußerst anschaulichen Exkurs in das Thema bedanken.

Es gibt viele Dinge zu wissen und zu beachten – trotzdem sollte das niemanden vom Schreiben abhalten, der Schreiben möchte.

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One Response to LoveLetter-Convention 2015 – aus der Sicht von Markus

  1. schokotimmi sagt:

    Hallo,

    auch wenn das Genre und LLC nicht meine Leseinteresse trifft, ist es doch ein sehr spannender Bericht. Am meisten hat mich die Kalkulation beeindruckt. Wenn ich hier jetzt nicht völlig falsch interpretiere sind ebooks durchaus rentabel und ich frage mich, warum Verlage nicht mehr darauf setzen und man diese teils noch so verteufelt.
    Der Bericht übers „Schreiben“ ist auch sehr schön…Danke für die Eindrücke.

    Grüße
    Daniela

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