Oh man, dieses Buch hat mich total getriggert, umgehauen, geflasht. Es ist ein Buch, das mich sehr bewegt hat, obwohl oder aber auch weil es ein Ratgeber ist. Es Ratgeber, der sehr persönlich und humorvoll die Diagnose ADHS beim Kind der Familie und das Erkennen beim Vater, die gleichen Symptome zu haben, schildert. Ein Ratgeber, der aus persönlichen Perspektiven heraus zeigt, welche Tücken aber auch welche Chancen und liebeswert-zauberhafte Momente der Alltag einer neurodiversen Familie mit sich bringt.
Beim Lesen habe ich immer wieder innehalten müssen – erlebe ich doch ähnliche Situationen auch immer wieder mit meinem 9jährigen Sohn (mit entsprechender Diagnose) und meinem Mann, der ebenfalls die Symptome, aber keine Diagnose dazu hat.
Das Buch war ein Aha-Erlebnis und ich habe oft die ein oder andere Szene vorgelesen und ich weiß, ich werde das Buch noch öfters zur Hand nehmen. Es klärt auf, es erklärt, aber es verurteilt nicht. Es zeigt die ersten Anzeichen, den langen und beschwerlichen Weg zur Diagnose und zeigt auch das für und wider von Ritalin & Co. auf. Vielleicht hilft das Buch uns ja auch, die eigenen Erwartungen und Leistungsansprüche an uns selbst, meinen Mann und meinen Sohn, neu zu definieren.
Auf jeden Fall liefert es wertvolle Tipps, Tricks und Strategien und ich kann es alles ans Herz legen, die Menschen in ihrem Umfeld mit eben diese Diagnose haben.
Selten hat mich ein Sachbuch / ein Ratgeber so zum Schmunzeln gebracht, während es eigentlich ein ernstes Thema behandelt.
5 Sterne – drunter kann es gar nicht werden.
Daten:
Autor: Markus Tschannen
Titel: Wir schaffen das, mein SchADHS
Herausgeber: Knaur TB
Erscheinungstermin: Oktober 2025
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 224 Seiten
ISBN: 978-3426562529