5 Fragen zum neuen Buch an … Kristina Günak

Ich habe in der vergangenen Woche das Buch „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ aus der Feder von Kristina Günak gelesen. Sie hat mir die Gelegenheit gegeben – und ich habe sie genutzt – zu ihrem Buch 5 Fragen loszuwerden, die mich beschäftigt haben. Und ich sage danke, das sie mir diese beantwortet hat.

Katja: Liebe Kristina, zum Anfang, das muss ich gestehen, mochte ich Tim gar nicht. Je weiter ich in die Geschichte hinein gekommen bin, desto mehr ist er mir ans Herz gewachsen. Wie bist du auf die Idee gekommen, dieses Buch zu schreiben?

Kristina: Mir ist der grobe Plot irgendwann mal eingefallen und er kam in meine Plotbox. Das ist eine zauberhafte kleine Metallkiste, in der mir eine liebe Leserin aus der Schweiz mal Pralinen geschickt hat. Da liegen meine Geschichten, bis ich sie irgendwann heraushole und ein Buch daraus mache. Tim war allerdings am Anfang eine harte Nuss für mich, weil er so gänzlich anders ist, als alle meine männlichen Figuren vorher. Das hat es ziemlich reizvoll gemacht.

Katja: Gibt es für Tim und Bea – den Bestseller-Autor und die Verlagsmitarbeiterin – reale Vorlagen?

Kristina: Nö. Wie immer. Alles erstunken und erlogen. 😉

Katja: Die Szenen im Verlag, bei den Lesungen und auf Lesereise kamen so real rüber – hast du dich mit Autoren und Verlagsmitarbeitern zusammengesetzt und sie ausgefragt? Oder hast du hier Deine Phantasie spielen lassen?

Kristina: Ich habe da aus meinem eigenen Pool an Erfahrung geschöpft. Bei Lesungen erlebet man ja zuweilen die lustigsten Dinge. Von einem kompletten Stromausfall, über Mikrofonausfall (woraufhin man 50 Leute anbrüllen muss, damit auch die letzte Reihe noch etwas versteht), bis hin zur panischen Suche des Veranstaltungsortes kurz vor der Lesung erlebt man so einiges.

Katja: Tim und Bea haben beide eine schwere Vergangenheit, die jede auf ihre Art zu kompensieren versuchen. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Wolltest du zeigen, dass man auch mit schwerer Kindheit Fuß fassen kann und erfolgreich sein kann? War es sehr schwer, über so ein Umfeld zu schreiben, auch wenn du es nur hin und wieder „anklingen“ lässt, was passiert ist?

Kristina: Alle meine Figuren brauchen Probleme. Etwas, was ihre Biografie stark beeinflusst hat und aus dem sich eine Haltung dem Leben gegenüber ergibt. Nur dann sind sie authentisch. Bei Bea und Tim war ausschlaggebend eine Reportage über Pflegeeltern, die ich irgendwann einmal gesehen habe.

Wenn man ein Thema hat, ist es gar nicht mehr so schwierig, alle Informationen zusammenzutragen, die für den Verlauf der Geschichte notwendig sind.

Abgesehen davon finde ich, wie bei fast allen meiner Bücher, immer jemanden, der ein Experte auf dem jeweiligen Gebiet ist und mich unterstützt.

Katja: Tim hat ja Probleme, sein zweites Buch weiterzuschreiben. Hast Du als Autorin solche Probleme auch manchmal? Ist es schwer, unter Druck zu schreiben oder spornt dich das eher an? Ich bekomme ja oft mit, wie deine Eli-Fans immer wieder nach Fortsetzungen fragen. Fühlt man sich da eher unter Druck gesetzt, oder spornt das an?

Kristina: Es ist manchmal schwer die innere Ruhe zu finden, um den roten Faden wieder aufzunehmen. Ständige Störungen sind dann kaum auszuhalten. Ich kann Tim wirklich gut verstehen, schließlich habe ich ihn mitten in einer akuten Schreibphase auf Lesereise geschickt. Bei mir gelten deshalb folgende Regeln, wenn ich an einem Roman arbeite:

Wenn meine Bürotür geschlossen ist, darf ich nur gestört werden, wenn

  1. Blut fließt,
  2. eine Feuersbrunst droht,
  3. jemand unverhofft Kuchen gebracht hat.

Das klappt mittlerweile sehr gut! Aber auch nur, weil der Nachwuchs einfach schon recht groß ist.

Was mich allerdings nicht stört, sind meine Leserinnen, die zum Beispiel nach dem nächsten Eli Buch fragen. (Außerdem stürmen sie ja auch nicht in Büro und missachten die Regeln, sondern schreiben freundliche Nachrichten.) Im Gegenteil: Die Tatsache, dass so viele Menschen sich auf ein neues Abenteuer meiner Hexe freuen, spornt mich an und gibt mir das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.

Katja: Liebe Kristina, ich danke dir für den Lesespaß und freue mich schon jetzt auf neuen Lesestoff von Dir und wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg und tolle Ideen.

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