Elben an der Elbe – eine Lesung von und mit Ivo Pala

Collage Ivo Pala

Wer mich kennt, der weiß auf jeden Fall zwei Dinge über mich: Ich bin nicht unbedingt ein Freund von Fantasyromanen und ich mag Fasching nicht. Verkleiden, so unter die Leute gehen und vielleicht auch noch auffallen? Um Himmels willen – bloß nicht.

Trotz dieser beiden Dinge machte ich mich, zusammen mit Markus, am Donnerstagabend auf den Weg ins Thalia Haus des Buches hier in Dresden. An und für sich nichts Ungewöhnliches. Aber: ich war auf dem Weg zu einer Fantasy-Lesung UND ich war als Elbin verkleidet. Die etwas irritierten Blicke der Passanten, die mir auf dem Weg vom Parkplatz zum Buchhaus begegneten, waren mir nicht etwa peinlich. Im Gegenteil, ich amüsierte mich darüber.

Ich freute mich schon seit Tagen auf einen spannenden Abend. Darauf, einen für mich neuen Autoren zu entdecken. Aber genauso und vielleicht sogar ein bisschen mehr darauf, ein paar liebe Bekannte und Freunde wiederzutreffen.

Der Autor Ivo Pala hatte sich gewünscht, dass die Gäste seiner Lesung kostümiert erscheinen.  Nur leider – von den etwa 40 Gästen waren nur eine Mitarbeiterin und neben mir eine weitere junge Frau verkleidet. Zwei weitere – Markus und ein junges Mädchen – trugen wenigstens Elbenohren.

Eigentlich war ich ja mit Ivo Pala im Vorfeld zu einem Interview verabredet. Er kam auch, begrüßte mich charmant-freundlich und nahm mir einfach von Anfang an jede Scheu. Aber irgendwie war ich viel zu nervös – um mich herum viel zu viel Trubel und scheinbar so viele Leute die mich beobachteten – so dass ich doch zugebenermaßen etwas aus dem Takt geriet. Außerdem war die Zeit schon so weit fortgeschritten, dass wir uns gemeinsam die Fragen anschauten, etwas plauderten und beschlossen, das Interview dann doch per E-Mail zu machen.

Die „Mädelsgang“ – bestehend aus Karin, Anne, Bianca und Josefine stieß kurz vor Beginn der Veranstaltung zu Cornelia, Markus und mir. Wir waren komplett und eigentlich könnte es doch so langsam losgehen.

Pünktlich um 20.15 Uhr begrüßte Cornelia Fiedler vom Haus des Buches die anwesenden Gäste und den Autor Ivo Pala mit herzlichen Worten, die er ebenso herzlich erwiderte. Dann setzte er sich hin, holte Brille und Buch aus der Tasche, schlug „Der schwarze Prinz“ auf und begann zu lesen.

Ivo Pala las an dem Abend nicht nur den Prolog und das erste Kapitel. Nein, er ging weiter zum 2. und zum dritten …. insgesamt las er neben dem Prolog die ersten 5 Kapitel des zweiten Teiles seiner Elbenthal-Saga. Eine Geschichte, die in, um und unter der Stadt Dresden spielt. Eine Geschichte, die auch im Erzgebirge angesiedelt ist und von ersten Moment an in ihren Bann zieht. Obwohl weder Markus noch ich den ersten Teil kannten, waren wir gefesselt.

Gefesselt von der Geschichte an sich, die so wortgewaltig und doch sprachlich schlicht war. Jedoch auch voller detaillierten Beschreibungen der Orte, Gefühle und Gedanken, der Geschehnisse und handelnder Personen, das bei mir mein Kopfkino sofort ansprang und ich klare Bilder vor Augen hatte.

Gefesselt waren wir aber auch vor der Art und Weise, wie Ivo Pala das ganze vortrug. Über seine eigenen Versprecher konnte er herrlich lachen und es schien, als ob er sich selbst nicht so ernst nahm. Je mehr er las, je tiefer er uns an diesem Abend in die Geschichte entführte, umso ergreifender und mitreißender trug er sie vor.

Sein Lohn dafür: aufmerksame und trotzdem sehr entspannte Zuhörer. Zuhörer, die dem „Meister“ und geborenen Alleinunterhalter zu gern folgten, um Applaus zu spenden, als er nach einer Stunde das Buch zuklappte und damit das Vorlesen beendete. Ehrlich gesagt: ich war enttäuscht. Ich hätte noch viel länger zuhören können.

Doch was dann folgte, war auch nicht schlecht. Ivo Pala stand seinen Fans Rede und Antwort – mehr oder weniger freiwillig. Denn neben „normalen“ Fragen wurde ihm von Josefine Gottwald auch eine Frage gestellt, die auch in meinem Interview vorgekommen ist, der Ivo aber auch sehr gerne ausweicht. Die Frage lautete ganz schlicht und einfach „Warum spielt die Elbenthal-Saga in Dresden?“. Die Antwort: Er hatte gar keine Wahl. Es war einfach so, da seine Figuren hier leben. Der Grundgedanke kam jedoch durch einen Historien-Roman. Auf jeden Fall ist es kein Marketing-Gag.

„Wie viele Bände wird die Elbenthal-Saga haben?“ war natürlich die erste und wahrscheinlich auch wichtigste Frage. Die Elbenthal-Saga wird eine Triologie, so lautete die Antwort. Allerdings ist die Geschichte von Svenya damit noch nicht zu Ende erzählt und so schließt der Autor – zum Glück für die Fans der Saga – nicht aus, dass es weitergeht, es weitere Geschichten geben wird.

Die Frage, ob eine Verfilmung des Saga ihn freuen würde, war bei einem Drehbuchautor fast überflüssig. Für ihn wäre das ein Traum. Allerdings einer mit zwei Problemen. Für die deutsche Filmindustrie wäre das Budget, das diese Verfilmung bräuchte, viel zu hoch. Und Hollywood, die mit dem großen Budget, kennen ihn nicht. Damit erntete er ein großes „Ohhhh“ und Lacher. Aber, er machte deutlich das es ein Traum wäre, er das riesig fände und es sich wünschen würde.

Die letzte Frage fand Ivo Pala mit am interessantesten, da ihn das scheinbar bisher noch keiner gefragt hatte. „Sind sie von Schwertern fasziniert? Ich bewundere die Beschreibungen. Ist das eine ihrer Leidenschaften, da sie diese so genau beschreiben können.“ „Verdammt gute Frage. Schwerter und Klingen faszinieren mich.“ Drei der Schwerter existieren in der Mythologie, er hat sich bei den Beschreibungen an die Vorbilder angelehnt, aber auch sehr viel Phantasie dabei entwickelt.

„Der letzte Chef bin ich“ sagte Ivo in Bezug auf Svenya. Aber diese Figur zweifelt das an, hat ihre eigenen Vorstellungen und er fühlt sich da mehr nur als Chronist der Geschichte und nicht als Autor.

Nach den Fragen folgte dann das, auf das viele schon gewartet haben: die Signierstunde. Im Nu bildetet sich eine Schlange am Tisch, die Fans warteten mit ihren Büchern im Arm darauf, dran zu kommen, Ivo Pala ließ sich viel Zeit für jeden einzelnen. Er signierte in aller Ruhe, unterhielt sich mit jedem der an die Reihe kam und stand auch gern für Fotos parat.

Relativ zum Schluss stand auch unser Grüppchen da – Josefine, Karin, Anne und ich wollten natürlich ebenso unsere Bücher signieren lassen wie die anderen Zuhörer. Und ganz am Ende war es dann auch soweit und es entstand – quasi als Highlight – ein Gruppenbild von uns Mädels mit Ivo Pala als Hahn im Korb. Der genoss es und zog mit seinen Ideen das „Shooting“ auch noch etwas in die Länge.

Danach war alles vorbei und ein Teil von uns schlug den Heimweg ein. Ein anderer Teil, darunter auch wir beide, liefen mit Ivo Pala in eine Bar am Altmarkt, wo wir uns noch ein paar Minuten ganz in Ruhe zusammensetzten.

Es war ein phantastischer Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Und ja – wenn Band 3 in Dresden vorgestellt wird, werden wir dabei sein. Elben-Ehrenwort!

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One Response to Elben an der Elbe – eine Lesung von und mit Ivo Pala

  1. Leensche sagt:

    Das klingt super, ich wäre gern dabei gewesen und vielleicht sollte ich Teil 1 auch endlich mal beenden und mir dann von dir Teil 2 holen ^^

    Ich wünsche dir auf alle Fälle viel Spaß beim Lesen

    *knuddeldrück*

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