Katja im Interview …. mit Helen B. Kraft

Das letzte Interview auf der LoveLetter-Convention, kurz vor der großen Signierstunde – habe ich mit Helen B. Kraft geführt. Es war wunderbar zu hören, das auch „unsere“ Autorinnen auf der LLC ihre Fan-Girl-Momente haben. Für Helen war ihr Fan-Moment das zusammentreffen mit …. aber lest selbst 🙂Katja: Was macht den Menschen Helen B. Kraft aus? Was sind Deine Stärken und Schwächen? Gibt es etwas, was Dich besonders glücklich oder traurig macht?

 

HBK: An und für sich, bin ich ein sehr umgänglicher Mensch mit einem ellenlangen Geduldsfaden. Meine größte Schwäche ist aber, dass, wenn dieser Faden reißt, ich zur Furie werden kann und dann um mich schlage, ohne Rücksicht auf Verluste. Schläge unter die Gürtellinie, aber sicher doch. Bis es soweit ist, muss allerdings wirklich schon viel passiert sein. Daher sehe ich diesen Punkt sowohl als Stärke als auch als Schwäche an. Ansonsten bin ich sehr einfach gestrickt, ein gutes Buch, eine Tasse Tee und mein Mann, mehr brauche ich eigentlich nicht zum Glücklichsein. Traurig macht mich momentan eigentlich nur das, was außerhalb meiner vier Wände in der Welt abgeht: Krieg, Gewalt, Randale. Klar, sind das Aspekte, die ich beim Schreiben auch hin und wieder verwende, aber muss das wirklich sein? Ich denke nicht.

Katja: Wo schreibst Du am liebsten? Hast Du eine richtige Arbeitsecke oder kannst Du überall schreiben? Was muss alles in „Reichweite“ sein damit Du schreiben kannst?

HBK: Ich kann überall schreiben. Die meiste Zeit über schreibe ich im Zug, weil ich ja hauptberuflich in einem festen Job arbeite und jeden Tag zwei Stunden pendele, da bleibt viel Zeit zum Lesen, Schreiben oder Korrigieren. Ansonsten habe ich meinen Laptop für das Arbeiten im Wohnzimmer, wenn mein Schatz Fußball guckt und einen festen Arbeitsplatz. Solange mein USB-Stick intakt ist, genügt mir das. Das Einzige, auf das ich nicht verzichten kann, ist Musik. Egal ob Klassik, Rock, Pop oder Metall, ich brauche die volle Dröhnung.

Katja: Auf meinem Blog geht es ja auch um das Kochen, um Rezepte. Hast Du vielleicht ein Lieblingsrezept, was Du mir bzw. den Lesern meines Blogs verraten würdest?

HBK: Kochen! Da sagst du was, das ist mein zweitliebstes Hobby, dass ich dann auch mit meinem Mann zusammen praktizieren kann. Passend zur Spargelzeit hätte ich da meine Spargel-Pfanne (für 3 Personen, wenn Hauptgericht). Hier kommt das Rezept dafür:

Zutaten:
1 kg weißer Spargel (geht aber auch mit einer Mischung oder nur grünem Spargel), 1 EL Puderzucker, 150 ml Gemüsebrühe, 1 Becher saure Sahne, 200 g geriebener Parmesan, 1 Bund Frühlingszwiebeln

Zubereitung:
Spargel wie üblich schälen und in fünf Zentimeter große Stück schneiden. In Salzwasser garen, bis die Stücke nur noch bissfest sind. In der Zwischenzeit Frühlingszwiebeln in kleine Ringe (nicht zu dünn) schneiden und beiseite stellen. Wenn der Spargel soweit ist, ihn mit dem Schaumlöffel direkt in eine heiße Pfanne geben und rundum leicht anbräunen (die Abtropfflüssigkeit sollte vollständig verdunsten). Anschließend bei mittlerer Hitze mit dem Puderzucker bestäuben und karamellisieren lassen. Dann mit Gemüsebrühe ablöschen. Sobald die Flüssigkeit aufkocht, etwas davon in ein separates Schälchen geben und die Saure Sahne damit verrühren, bis sich eine glatte Masse ergibt, die leicht warm ist (dadurch flockt es weniger aus). Das dann wieder zurück zum Spargel geben und eindicken lassen. Jetzt den Parmesan dazugeben und schmelzen lassen. Je nach Qualität verschwindet er oder bleibt leicht krümelig. Ggf. mit etwas Butter oder Soßenbinder abbinden, wenn zu flüssig. Abschließend die Frühlingszwiebeln unterheben und erwärmen.

Wenn man das zu Grillfleisch reicht, hat man eine leckere Beilage. Alternativ etwas gekochten Schinken dazugeben, dann ist es auch ein leckeres Hauptgericht.

Katja: Du bist ja in Hanau aufgewachsen und lebst dort noch. Hanau ist auch die Stadt der Gebrüder Grimm, was mich zu der Frage bringt: Was ist Dein Lieblingsmärchen der Gebrüder Grimm?

HBK: Um ehrlich zu sein, mag ich die Grimm’schen Märchen gar nicht so. Ich mag Andersen lieber und bevor du fragst: Die kleine Meerjungfrau. Weil die Geschichte Liebe, Verrat und Tragik enthält. Eben alles, was ich gerne lese.

Katja: Hast Du ein Lieblingsspruch oder ein Lieblingszitat, das Dich begleitet?

HBK: Eigentlich nicht. Es gibt zwar das Zitat „Engel sind nicht böse. Nein. Sie sind tödlich.“ Aus meinem Debütroman, das wich wirklich gerne mag, aber es begleitet mich nicht auf Schritt und Tritt.

Katja: Wie lange dauert es bei Dir durchschnittlich von der Idee bis zum Buch?Helen B. Kraft

HBK: Oh, das ist ganz unterschiedlich. Den ersten Höllenjob hatte ich innerhalb weniger Tage geplottet und in gut sechs Wochen geschrieben. Für die Steampunk-Reihe brauchte ich allein für das Plotten fast ein halbes Jahr und für den Grundroman in etwas dieselbe Zeit. Das lag aber auch daran, dass viel recherchiert werden musste. Bei den Fortsetzungen war das deutlich einfacher und ging daher auch viel schneller.

Katja: Wie schaut Dein perfekter Tag aus?

HBK: Der perfekte Tag beginnt mit dem Spezial-Latte Macchiato meines Mannes, so zwischen neun und zehn Uhr, danach ein leckeres gemeinsames Frühstück und schließlich arbeite ich an meinen Büchern oder lese. Abends bekomm ich dann eine Massage von meinem Liebsten und dann … hier blenden wir dann lieber ab.

Katja: Der Sommer – und damit die Urlaubszeit – stehen ja quasi vor der Türe. Bist Du ein Typ, der im Urlaub lieber auf Balkonien bleibt oder bist Du unterwegs? Gibt es ein bevorzugtes Reiseland? Eines, in dem Du vielleicht schon oft warst? Oder eines, das Du gern einmal bereisen würdest?

HBK: Wir verbringen die meisten Urlaube auf Balkonien. Aber wenn wir wegfahren, genießen wir es umso mehr. Ich liebe Irland und würde dort jederzeit wieder hinfahren. Allerdings möchte ich gerne auch nach Neuseeland, weil dort eine meiner Reihen spielt und ich selbst nie dagewesen bin.

Katja: Was darf bei Dir in den Sommermonaten auf keinen Fall fehlen?

HBK: Sonnenschein und Eiscreme. Wobei ich in den letzten Jahren auf letzteres freiwillig die meiste Zeit über verzichte – auch wenn man mir das nicht ansieht.

Katja: Ergänze bitte den folgenden Satz:

Motivation ist für mich … wenn ein Leser mir über den Weg läuft und mit leuchtenden Augen erzählt, dass ich unbedingt schneller schreiben muss, weil er/oder sie schon alles von mir gelesen hat.

Ich lese am liebsten … überall und wann immer ich die Gelegenheit dazu bekomme. Das ist in letzter Zeit nicht so oft der Fall, aber wenn mich ein Buch gepackt hat, lege ich es so schnell nicht wieder weg.

Katja: Was fällt Dir spontan und ohne groß nachzudenken, zu folgenden Begriffen ein:

HBK: Unfassbar … was derzeit überall auf der Welt abgeht.

Regenbogen … frag mich nicht, warum, aber: Prinzessin Lilifee.

Leidenschaftlich … Mein Mann, Liebe, Romantik.

Katja: Wir sind ja gerade auf der LoveLetter-Convention in Berlin. Welche Veranstaltung hat Dir am heutigen Tag am besten gefallen?

HBK: Ich konnte leider während der gesamten LLC nicht viele Veranstaltungen besuchen, weil ich ständig eigene Termine hatte. Aber mir hat die Lesung von Nina Bellem gefallen.

Katja: Gibt es oder gab es ein Highlight hier auf der LoveLetter-Convention für Dich?

HBK: Du meinst außer der Tatsache, dass ich überhaupt hier sein durfte? Ja. Thea Harrison zu treffen. Ich liebe ihre Bücher und hatte mich ursprünglich nur ihretwegen überhaupt angemeldet – lange bevor ich gefragt wurde, ob ich als Autorin mitmischen möchte. … und dich zu treffen natürlich. *lach*

Katja:  Worauf freust Du Dich heute noch besonders?

HBK: Auf den Feierabend. Die Tage waren zwar wunderschön und lustig, aber auch extrem anstrengend. Vorher werde ich aber sicher noch meinen Spaß bei der Signierstunde haben. Bin schon gespannt, wie viele Leute mein Buch überhaupt haben wollen.

Katja: Was war für Dich bisher die größte Überraschung?

Fan-MomentHBK: Und wieder lautet meine Antwort: Thea Harrisson. Sie ist so ein lieber, netter Mensch, was ich von einer berühmten Autorin wie ihr irgendwie nicht erwartet hatte. Also nicht, dass ich angenommen hätte, sie sei unfreundlich oder so, sondern eher … entrückt oder dergleichen. Keine Ahnung, gerade lässt mich meine Eloquenz im Stich.

Katja: Über welche Begegnung hast Du Dich bisher am meisten gefreut bzw. wartest Du vielleicht noch auf ein ganz besonderes Treffen?

HBK: Ich habe auf der LLC zum ersten Mal meine Verlegerin bei Romance Edition getroffen, darauf hatte ich mich besonders gefreut. Nun ja und … ich trau mich gar nicht, das schon wieder zu sagen, aber: Thea Harrison. (Foto: links Thea Harrison – rechts Helen B. Kraft)

Katja: Wenn Du Dir eine Autorin aussuchen dürftest, die Du interviewen kannst, welche wäre was? Und welche Frage würdest Du an Sie unbedingt los werden wollen?

HBK: Also wenn ich mich jetzt nochmal wiederhole, schlägst du mich bestimmt. Aber ich würde Thea zu gerne fragen, wie sie es hinbekommen hat, die Figur von Dragos Cuelebre zu schaffen. Er hat das gewisse Etwas, das ich gerne meinen Figuren einhauchen würde.

Katja: Wie sah Deine Vorbereitung für die LLC aus? Was hat Dir mehr Kopfschmerzen gemacht? Was Du anziehen sollst? Wie es sein wird?

HBK: Anfangs hab ich mich voll auf meinen Workshop konzentriert. Ich wollte, dass er etwas Besonderes wird mit Anschauungsobjekten etc. Dann merkte ich, das musst du alles an dem Tag plus Laptop mit dir herumschleppen. Also beschloss ich kurzer Hand, im Steampunk-Outfit aufzutauchen. Dummerweise stimmten die Größenangaben im Internet nicht, sodass ich kurz vor der Abreise nachordern musste und das hat mich klamottentechnisch schwer unter Druck gesetzt. Aber am Ende ging ja noch alles gut.

In zweiter Linie hatte ich eher Sorge, dass ich irgendwo alleine in der Ecke sitze und niemand beachtet mich, weil ich noch so unbekannt bin. Aber weit gefehlt. Die Leute hier sind der Wahnsinn und neuen Autoren total aufgeschlossen und freundlich gegenüber. So etwas habe ich noch nie erlebt.

Katja: Auf der LLC sind auch sehr viele Blogger unterwegs. Kennst Du welche persönlich und welche Blogs sollte man sich Deiner Meinung nach unbedingt anschauen?

HBK: Von den hier anwesenden Bloggern kenne ich nur eine junge Frau, die einen YouTube-Blog hat und die ich in meinem Q&A wiedererkannt habe. Wie der Blog allerdings heißt, weiß ich leider gerade nicht.

Ansonsten tummele ich mich auf dem Buchblog der Lesekatzen mit Nika, Nana und Key.

Katja: Vielen Dank für Deine Zeit und unser Interview 🙂

 

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