Katja im Interview … mit Sandra Henke

Das zweite Interview am 1. Tag der LoveLetter-Convention in Berlin war das mit Sandra Henke und hier war ich besonders aufgeregt. Warum? Das weiß ich nicht. Als jedoch ein paar Tage später eine Nachricht kam in der es unter anderem hieß »Dein Interview war sehr fundiert und überlegt.« war ich doch sehr stolz.

Katja: Heute ist Samstag, die 4. LoveLetter-Convention hat gerade angefangen und Du bist das 4. Mal mit dabei. Was ist in Deinen Augen das Besondere an dieser Veranstaltung?

Sandra: Die Nähe zwischen Leser, Autor und anderen Verlagskollegen. Es ist so eine familiäre Atmosphäre, gemütlich und es geht um die gemeinsame Leidenschaft: Bücher. Viele der Besucher kenne ich von den vorherigen LoveLetter-Conventions, es ist wie ein nach Hause kommen, ein Treffen mit Freunden.

Katja: Worauf freust Du Dich heute noch besonders?

Sandra: Ich freue mich sehr auf das Panel, das nachher stattfinden wird: „Social Media: Die Nähe zwischen Leser und Autor – Fluch oder Segen?“ Ich bin sehr gespannt, was dabei erzählt wird und auch ich habe einiges dazu zu sagen – sowohl Positives als auch Negatives. Aber ich bin gespannt, ob die anderen Kollegen es auch wagen, sich negativ zu äußern, da das nicht sehr populär ist.

Katja: Wie sah Deine Vorbereitung für die LLC aus? Was hat Dir mehr Kopfschmerzen gemacht? Was Du anziehen sollst? Wie es sein wird?

Sandra: Wenn man das vierte Mal dabei ist, ist man auf jeden Fall viel entspannter als beim ersten Mal. Von daher weiß ich, was auf mich zukommt, weiß, keiner reißt mir den Kopf ab, im Gegenteil, alle sind total herzlich… und daher würde ich fast sagen; die Kleiderfrage. Aber – ich hab meinen Koffer erst gestern Abend gepackt. Von daher habe ich auch darüber nicht lange nachgedacht.

Katja: Du veröffentlichst Bücher unter zwei verschiedenen Namen – Sandra Henke und Laura Wulff. Wie lebt es sich damit? Kommt man als Autorin mit zwei Persönlichkeiten beim Signieren hin und wieder auch mal durcheinander?

Sandra: Ich glaube, das ist mir ein einziges Mal passiert. Ich signiere auf der Seite, auf der Titel und Autorenname stehen. Das heißt, ich gucke im Zweifelsfall oben nach, wer ich gerade bin. Wenn man signiert, ist die Geräuschkulisse um einen herum hoch. Und die Signierstunde auf der LoveLetter-Convention findet ja ganz zum Schluss der zweitätigen Veranstaltung statt. Es ist nachvollziehbar, denke ich, dass die Konzentration unter den Umständen etwas leidet.

Katja: Wie lange dauert die Namensfindung für die Ermittler? Bei eher unbequemen Figuren Bezug zu real existierenden Personen, denen man mit Abneigung begegnet?

Sandra: Ich räche mich nie an real existierenden Personen, in dem ich sie z.B. zum Mordopfer in einem meiner Zucker-Krimis oder zum Antagonisten machen. Um eine Figur besser beschreiben zu können, stelle ich mir manchmal jemanden vor, aber das ist eher eine Brücke für mich. Die Namensfindung dauert nicht so lange, wie man sich das vorstellt. Als Autor hat man ein Gefühl für seine Romanfigur und spürt ganz gut, welcher Name passt und welcher nicht. Allerdings musste Daniel Maries Nachnamen annehmen. Für mich stand von der ersten Sekunde fest, dass sie Marie Zucker heißt. In der ersten Version waren die beiden Helden noch nicht verheiratet. Als dann feststand, dass es sich bei ihnen um ein Ehepaar handelt, zwang ich Daniel Maries Nachnamen auf und finde ihn als Kontrast zu düsteren Ermittlernamen wie „Zorn“ super.

Katja: Ist es schwer, die unterschiedlichen Genres zu trennen? Wie macht man das als Autor? Strikte Trennung, bis ein Erotikbuch oder Thriller fertig ist oder kann man parallel schreiben, wie man parallel lesen kann?

Sandra: Ich schreibe nie parallel. Das hat nichts mit den Genres zutun, sondern damit, dass ein Roman schneller fertig und, ich glaube, auch besser wird, wenn man konsequent an einem Manuskript arbeitet. Springt man hin und her, muss man sich immer wieder neu hineindenken. Konzentriert man sich auf einen, taucht man tiefer in die Handlung und die Figuren an. Es ist wie ein Rausch, ein Monate andauernder Film. Zappen bedeutet jedes Mal einen Bruch.

Katja: Wie hoch ist der Erkennungsgrad auf der Straße, wie verhalten sich Leser wenn sie Dich quasi erkannt haben?

Sandra: Ich mach keine Werbung mehr in meinem Umfeld. Es war so, dass die Lokalpresse schon Berichte über mich gebracht hat und mich, als ich noch angestellt war, zahlreiche Arbeitskollegen darauf angesprochen und mich die Menschen auf der Straße angeglotzt haben. Das war mir unangenehm. Privatsphäre ist wichtig. Aber Autoren sind auch keine Pop- oder Filmstars. Das Gros der Leser kennt die Bücher, beschäftigt sich aber wenig mit den Autoren oder weiß gar, wie sie aussehen. Ich finde das gut. Im Alltag bin ich privat.

Katja: Wie bereitest Du Dich auf das Schreiben vor? Gibt es im Vorfeld bestimmte Rituale oder ist es ein Job wie jeder andere auch und Du schreibst einfach drauf los?

Sandra: Das klingt jetzt nüchtern, ist es nicht. Ich bin Berufsautorin, da kann ich mich nicht erst in Stimmung bringen. Dafür ist die Zeit nicht da und wenn Du hauptberuflich also täglich schreibst, hast Du Routine und kannst die Kreativität leichter anschalten. Es gibt natürlich Tage, da geht es besser und es gibt Tage da geht es schlechter. Ich setze mich an den Computer, dann bin ich Autorin und tauche in meine geliebte Romanwelt ein.

Katja: Wie begegnest Du kreativlosen Phasen? Hast Du ein „Geheimrezept“? Was kann man tun, wenn die Kreativität einen im Stich lässt?Sandra Henke

Sandra: Es existiert kein Geheimrezept! Manchmal muss man die Pobacken zusammenkneifen und einfach weiterschreiben. Überraschenderweise klappt es doch, obwohl man vorher noch dachte, keinen einzigen Satz schreiben zu können. Am besten hilft es allerdings, den Computer auszuschalten und etwas völlig anderes zu machen. Rausgehen, etwas erleben, abschalten und plötzlich bekommt man wieder einen klaren Blick auf das Manuskript. Wichtig ist: keine Panik! Irgendwann geht es von selbst weiter. Aber erst muss sich der „Knoten im Kopf“ lösen, das schafft man nur durch Entspannung.

Katja: Dein Tattoo, die Feder auf Deinem Unterarm, hat mir als ich sie das erste Mal gesehen habe, gleich richtig gut gefallen. Wann hast Du Dich tätowieren lassen? Wie kamst Du auf diese Idee und vor allem – was steckt dahinter?

Sandra: Ich hatte schon viele Jahre den Wunsch, aber erst vor zwei-drei Jahren war der Moment richtig. Eine Schreibfeder sprach mich als Motiv an. Sie gefiel mir und sie steht als Ausdruck für meine Leidenschaft: das Bücherschreiben. Ich wollte kein x-beliebiges Motiv, sondern eins, mit dem ich später immer noch glücklich sein würde. Die Stelle wählte ich so, dass sie sichtbar ist, aber mir nicht täglich ins Auge springt und ich sie schnell satt habe. Inzwischen habe ich zwei weitere Tattoos.

Katja: Was fällt Dir ganz spontan und ohne viel nachzudenken zu folgenden Begriffen ein?

Sandra: Motivation … am Ball zu bleiben beim Schreiben, weiterzumachen auch wenn es schwierig wird.

Zufriedenheit … Glück – Glücklichsein mit meiner Familie, meinem Mann, meinen Hunden und den Katzen.

Vergangenheit … Ich bin jemand, der nach vorne schaut und die Vergangenheit schnell abhakt.

Katja: Auf der LLC sind auch sehr viele Blogger unterwegs. Kennst Du welche persönlich und welche Blogs sollte man sich Deiner Meinung nach unbedingt anschauen?

Sandra: Ich kenne viele Blogger durch Facebook, generell das Internet und die LoveLetter-Convention. Aber ich habe leider keine Zeit, auf den Blogs reinzugucken. Ich würde es sehr gern machen, aber mir fehlt da absolut die Zeit.

Katja: Was meinst Du, könnte man bei der Veranstaltung noch verändern? Was könnte man besser machen und was fehlt aktuell?

Sandra: Eigentlich finde ich es gut so, wie es ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es noch eine andere Location gibt, die mehr Charakter hat. So wie die alte Location, die war zwar sehr klein und hatte Defizite, war aber charaktervoll. Ich fände es auch gut, wenn die Signierstunde nicht drei Stunden dauern würde. Das ist wirklich anstrengend für uns Autoren, zumal sie am Ende der zweitägigen Veranstaltung stattfindet und ich allein deshalb einen Tag länger in Berlin bleiben muss, da ich den Zug nicht mehr erreichen würde.

Katja: Gibt es etwas, was Du Deinen Lesern, Deinen Fans zum Abschluss sagen möchtest?

Sandra: Ich freue mich immer über Gespräche auf Facebook, Instagram und eMail@sandrahenke.de Es macht mir viel Spaß, mich mit Euch zu unterhalten. Sucht mich, sprecht mit mir und bitte duzt mich 🙂

In Vorbereitung auf das Interview habe ich Sandra Henke noch nach ihrem Lieblingsrezept für meinen Blog gefragt. Ihre Antwort »Liebe Katja, ein einziges Lieblingsrezept habe ich nicht, aber diesen Kuchen backe ich seit 1999. Das sagt schon alles, oder?« Ich muss gestehen, er klingt sehr lecker und natürlich möchte ich ihn Euch nicht vorenthalten.

Schoko-Birnen Kuchen

Zutaten: 50 g Zartbitter-Schokolade, 1 kg weiche Birnen, 125 g weiche Butter, 100 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 2 Eier, 50 g gemahlene Mandeln, 200 g Mehl, 2 EL Kakao, 2 TL Backpulver, 2 Tropfen Bittermandelaroma, 1 Prise Salz, 1/8 l Milch

Zubereitung. Die Schokolade grob hacken. Die Birnen schälen, das Kerngehäuse herausschneiden und das Fruchfleisch in Spalten schneiden. Die Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig schlagne. Die Einer nacheinander gut unterrühren. Mandeln, Mehl, Kakao und Backpulver mischen und mit gehackter Schokolade, Bittermandelaroma, Salz und Milch ebenfalls unterrühren.

Eine Springform (Ø 26 cm) fetten, den Teig einfüllen und glatt srteichen. Die Birnenspalten kreisförmig leich in den Teig drücken. Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad (Gas: Stufe 2) etwa 35 Minuten backen. Abkühlen lassen.

 

 

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