Mila allein zu Hause

*mau* … Ich muss mich erstmal ganz ausgiebig strecken. Ich hab grad so schön geschlummert und geträumt. Und dann bin ich aufgewacht und war gleich ganz traurig.

Warum ich traurig bin? Das fragt ihr noch? Wisst ihr das denn nicht? Na gut *mauz* dann erzähl ich es euch.

Ihr kennt doch meine Menschen. Mein Frauchen Katja und mein Herrchen Markus. Und die beiden Welpen, Keks und Krümel? Die letzten 3 Jahre waren toll. Naja, zumindest meistens. Wenn die Menschen nicht grad im Urlaub waren.

Es war immer jemand da, mit dem ich spielen konnte. Keks und Krümel wollten immer „Fang die Mila“ spielen. Na gut, manchmal war das etwas nervig. Vor allem, wenn ich mich gerade zusammen gerollt hatte und schlafen wollte. Aber oft hat es auch Spaß gemacht. Ich hab sie ganz nah rankommen lassen, dann bin ich aufgestanden und davon geflitzt.

Es war immer jemand da, mit dem ich kuscheln und schmusen konnte. Nicht immer freiwillig – manchmal habe ich mein Frauchen oder mein Herrchen auch gestört, wenn ich mich auf den Schreibtisch gelegt habe. „Sabotagekatze“ haben die beiden mich dann genannt, weil sie eigentlich was machen wollten.

Es war immer jemand da, der mir ein Leckerli gegeben hat. Auch wenn Frauchen immer meinte, Leckerlis sind Schokolade für Katzen und da darf es nicht zu viel davon geben. Wenn ich ganz lieb oder herzzerreißend gemauzt habe oder mein Köpfchen an ihrer Schulter gerieben habe, ist sie immer weich geworden. *Schnurr* ich weiß doch wie man so was macht.

Aber jetzt … ich glaube die Menschen haben mich nicht mehr lieb. Erst waren das Herrchen und der Keks tagsüber nicht da. Aber dafür waren ja mein Frauchen da und das Krümel. Dann, auf einmal, war der Krümel auch immer mal wieder nicht da. Er ging und kam erst später wieder. Öfters und länger, immer mehr.

Ich meine, einen Tag ohne, oder auch mal ein Wochenende, das geht ja. *Mauz* dann kommt immer jemand anders, der mich streichelt und mir Leckerli gibt.

Mein Frauchen hat mich jetzt mal ganz lange und viel gestreichelt und gemeint, dass in den nächsten Tagen alles anders wird. Dann bin ich jeden Tag alleine, den ganzen Tag. Alle sind weg und dann sind alle auf einmal wieder da. Frauchen meinte, sie freut sich drauf. Und ganz besonders dann auf abends, wenn ich mit ihr kuscheln kann. Und ich bekomme ganz viele Leckerlis. … Na gut, das hat sie nicht gesagt, aber bestimmt gedacht. *Miau* Meint ihr nicht auch, dass sie das gedacht hat?

Frauchen nennt das „Arbeiten gehen“. Sie sagt, sie möchte das gerne und ich soll nicht traurig sein. Dafür können wir abends kuscheln.

*Mau* Wie wird das werden? Wenn ich den ganzen Tag alleine zu Hause bin? Was werde ich denn dann den ganzen Tag machen? Nur schlafen? Das wird doch langweilig. Wer spielt dann mit mir?

*Miau* Seht ihr, und deshalb bin ich jetzt ganz traurig. Ich werde mich jetzt ganz ausgiebig putzen und dann werde ich mein Frauchen suchen. Und wenn sie am Schreibtisch sitzt und etwas in diese Kiste eingibt, werde ich mich einfach auf das Ding drauflegen oder davor und dann muss sie mich streicheln. Dann kann sie nicht weitermachen sondern muss mich lieb haben.

Mauzige Grüße
Eure Mila

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