Mit Deana Zinßmeister im Gespräch

Auf der Leipziger Buchmesse, die ja immer näher rückt, werde ich mit Deana Zinßmeister und Daniel Wolf frühstücken dürfen – ich habe die Teilnahme an einem „historischen Autorenfrühstück“ gewonnen. Ich freue mich sehr darauf und darüber und war natürlich neugierig auf die beiden Autoren, die ich da kennenlernen werde. Und was liegt näher, als im Vorfeld zum Interview „einzuladen“? Das Besondere an dem Interview ist das Zusammenspiel von Sylvia und mir – wir beide haben uns Fragen ausgedacht – es ist eines der seltenen, gemeinsamen Interviews 🙂 Deana Zinßmeister ist dann auch gerne meiner – oder besser gesagt unserer – Einladung gefolgt und so hatten wir die Chance, im Vorfeld einiges über Sie zu erfahren.

Katja: Liebe Deana, vielen Dank das Du Dir trotz Lesereise und Messevorbereitungen die Zeit für ein kleines Interview nimmst. Wie geht es Dir?

Deana: Sehr gut! Danke der Nachfrage.

Katja: Erzähl uns erst einmal etwas über Dich. Was bringt Dich zur Weißglut und was macht Dir  besonders viel Freude?

Deana: Ich bin ein positiver und freundlicher Mensch, der zufrieden und glücklich mit seinem Leben ist. Respektlosigkeit, Ungerechtigkeit und Brutalität gegenüber Mitmenschen oder Tieren bringen mein sanftes Gemüt zur Weißglut. Ebenso Menschen, die Pelz an ihrer Kleidung tragen – auch wenn es nur eine Bommel an der Strickmütze ist! Dafür habe ich kein Verständnis!

Sylvia: Ich habe mal einen Blick auf deine tolle Homepage geworfen, sehr gelungen, vor allem die Begrüßung durch eine süße Eule. Betreust Du Deine Homepage selbst oder hast Du dafür jemanden, der Dir diese Arbeit abnimmt.

Deana: Teils, teils. Den Blog bearbeite ich natürlich selbst, alles andere – wie z.B. das Einstellen der Covers – macht die Firma, die mir auch die Homepage erstellt hat.

Katja: Bist Du regelmäßig im Internet unterwegs? Gibt es da Seiten, Blogs, die Du regelmäßig verfolgst? Wo sollte man unbedingt mal vorbei schauen?

Deana: Ich müsste viel öfters im Internet unterwegs sein und mich mehr mit Instagram und Twitter beschäftigen. Aber wie man weiß, ist das Internet ein gnadenloser Zeitfresser. Und Zeit ist bei mir Mangelware. Deshalb bin ich froh, dass ich Facebook geregelt bekomme.

Sylvia: Aktuell bist du auf Lesetour. Genießt du es, dadurch nah an deinen Lesern zu sein? Und somit den Kontakt zu Lesern zu halten?

Deana: Ich genieße es sehr, denn für die Leserinnen und die Leser habe ich meine Romane geschrieben. Wenn man die Begeisterung des Publikums bei den Lesungen spürt, trägt das einen durch die vielen Stunden, die man einsam am Schreibtisch sitzt und sich eine neue Geschichte ausdenkt.

Sylvia: Hattest du schon unangenehme Begegnung bei Lesungen? Ein Leser, der alles besser wusste oder Dir Brutalität vorgeworfen hat, die ja aber nachweislich in Zeiten des Dreißigjährigen Krieges vorherrschte?

Deana: Ich erinnere mich an eine sehr skurrile Begegnung: In der Romangeschichte meines Erstlingswerk FLIEGEN WIE EIN VOGEL sucht die junge Luise nach ihrem Bruder, der nach Australien deportiert wurde. Bei einer Lesung kam eine Frau auf mich zu, die meinte, sie wäre die Reinkarnation dieses Bruders…

Sylvia: Gestaltest Du Deine Lesungen in historischen Gewändern? Wie bereitest Du Dich auf Lesungen vor?

Deana: Ich bin die Autorin des Romans und keine Figur aus meinem Roman. Deshalb verkleide ich mich nicht. Ich finde es wichtig, dass die Zuhörerinnen und die Zuhörer Hintergrundinformationen erhalten, die ihnen die Geschichte, die Figuren, die Handlung und die Historie näherbringen. Zwar lese ich einzelne spannende Passagen aus dem Text vor, doch erzähle ich viel mehr über meine intensive Recherche, meine Reisen zu den Handlungsorten und zum allgemeinen Entstehung des Romans. Das ist das, was die Leserinnen und Lesern interessiert und was sie beim Lesen der Geschichte begleitet.

Katja: Wie sieht ein „Arbeitstag“ bei Dir aus? Schreibst Du in einem bestimmten Rhythmus? Setzt Du Dich an den Schreibtisch, neben Dir literweise Kaffee und schottest Dich ab? Oder brauchst Du eher Trubel um Dich rum, setzt Dich in ein Cafe und schreibst dort?

Deana: Ich habe das große Glück, überall schreiben zu können. Doch am liebsten schreibe ich natürlich an meinem Schreibtisch. Wenn man von zuhause aus arbeitet, hat das viele Vorteile – aber auch Nachteile. Ein großer Vorteil ist, dass ich nicht erst das Haus verlassen muss, um zu arbeiten. Ich kann mitten in der Nacht aufstehen und mich an meinen Schreibtisch setzen. Ein Nachteil ist, dass man ständig abgelenkt wird. Entweder klingelt das Telefon oder es läutet an der Tür. Oder man will noch schnell etwas im Haushalt erledigen oder muss noch zur Post oder einkaufen gehen. Deshalb sitze ich selten mehrere Stunden hintereinander am Schreibtisch.

 Sylvia: Das „Hexenmal“ habe ich vor ca. 2 Jahren verschlungen und gemerkt, dass ich leider keine Rezension dazu geschrieben habe. Mir ist aber noch gut in Erinnerung, dass du gekonnt die verschiedenen Charaktere gezeichnet hast und jeden Protagonisten somit auf seine Art besonders rüber kam. Wie gelingt es Dir, einen Protagonisten so zu gestalten, dass dieser dem Leser so vorkommt, als würde man diesen kennen? Legst Du Dir eine Art Mind-Map an?

Deana: Ich benutze nichts dergleichen. Führe auch kein Tagebuch für meine Figuren. Ich nehme ein leeres Blatt Papier und erzähle chronologisch meine Geschichte. Da ich meinen Roman wie einen Kinofilm vor mir sehe, beschreibe ich, was ich sehe. Dabei schwenke ich wie eine Kamerafrau hin und her und versuche alles einzufangen und für die Leserinnen und Leser anschaulich zu beschreiben. Jede Person in meinen Romanen ist irgendwie ein Teil von mir, denn ich denke, schmecke, leide und handle für sie.

P.S. Ach, das ist aber schade, liebe Sylvia, dass DAS HEXENMAL keine Rezension von Dir bekommen hat, zumal der Roman Dir anscheinend gefallen hat 😉

Sylvia: Wie viel Zeit steckst Du durchschnittlich in die Recherchen? Musst Du Dich da auch mit den unterschiedlichen Handschriften und der altdeutschen Schrift auseinandersetzen?

Deana: Da ich auch während des gesamten Schreibprozesses recherchiere, würde ich sagen, dass die Recherche ebenso viel Zeit in Anspruch nimmt wie das Schreiben.

Um das Recherchematerial aus den Archiven und den privaten Berichten, die man mir zur Verfügung stellt, entziffern zu können, musste ich die altdeutsche Schrift erlernen und meinen Blick für die unterschiedlichen Handschriften schulen. Mittlerweile kann ich alles recht flüssig lesen.

Katja: Dein Schreibtisch an dem Du arbeitest – ist der immer penibel aufgeräumt oder sieht man auch, dass da jemand dran sitzt und arbeitet? Steht oder liegt da ein Maskottchen oder ein Erinnerungsstück, dass Du gern anschaust wenn es mal nicht weiter gehen will? Zeigst Du uns Deinen Arbeitsplatz? Wo arbeitest Du am liebsten?

Deana: Während meiner Schreibphase ist mein Schreibtisch überfüllt mit Büchern, Landkarten, Briefen, Kopien und sonstigem Recherchematerial sowie meinen Notizen. Es herrscht das reine Chaos, weshalb ich Euch kein Bild zeigen möchte. Meistens arbeite ich in meinem Büro, weil ich da meine Ruhe habe. Wenn ich nachdenke, schaue ich gern aus dem Fenster ins Grüne oder gehe mit dem Hund spazieren.

Sylvia: Hättest Du in den Zeiten leben wollen, über die Du schreibst? Wenn ja auf welcher Seite?

Deana: Ich bin froh in der jetzigen Zeit zu leben. Natürlich ist auch in unserem Zeitalter nicht alles toll und manches müsste geändert werden. Aber allein der Komfort wie fließendes Wasser, eine Heizung, einen Einkaufsmarkt, auch die Hygiene – all das möchte ich nicht missen.

Katja: Auf der Leipziger Buchmesse findet das „historische Autorenfrühstück“ statt, an dem Du Dich, zusammen mit Daniel Wolf und einigen Bloggern zusammenfindest. Was dürfen die Blogger dabei erwarten, was wir passieren?

Deana: Es ist das erste Mal, dass wir an einem solchen historischen Frühstück teilnehmen. Deshalb bin ich selbst sehr gespannt, was uns erwarten wird. Allerdings bin ich mir sicher, dass das Team des Goldmann Verlags alles bestens organisiert hat und uns kulinarisch verwöhnen wird.

Katja: Ist so ein Frühstück ein Highlight auf der Messe?

Deana: Es ist sicherlich eines der Highlights dieser Messe, da ich dabei Menschen treffen werde, mit denen ich sonst nur über Facebook oder durch Email kommuniziere. Aber auch meine Lesung im Ägyptischen Museum am Freitagabend um 19.30 Uhr ist ein Highlight, ebenso wie die Treffen mit meinen Kolleginnen und Kollegen und den Leserinnen und Lesern am Messestand des Goldmann Verlags.

Katja: Welche Termine hast Du sonst noch so auf der Leipziger Buchmesse? Hast Du auch Zeit – und Lust – selbst über die Messe zu laufen?

Deana: Freitagnachmittag wird ein großes Bloggertreffen am Messestand stattfinden. Außerdem haben sich schon einige Kolleginnen und Kollegen angekündigt, über die ich mich sehr freue. Zudem habe ich mehrere Interviewtermine und ich weiß, dass sich einige Leserinnen und Leser ihre Bücher von mir signieren lassen wollen. Wenn dann noch Zeit bleibt, werde ich auf jeden Fall über die Messe schlendern.

Katja: Was mich zu der Frage bringt: Liest du selbst gerne? Und welches Buch liegt im Moment auf deinem Nachttisch?

Deana: Ich lese jeden Tag. Momentan sind es wieder Recherchebücher über das historische Thema, das in meinem nächsten Roman eine Rolle spielen wird. Ansonsten lese ich querbeet und  bin auf kein festes Genre festgelegt.

Katja: Und zu guter Letzt eine Frage, die jeder Autor in meinen Interviews gestellt bekommt:

Auf meinem Blog geht es ja nicht nur um Bücher sondern auch um mein zweites Hobby, das Kochen und Backen. Hast Du ein Lieblingsrezept, welches Du mit mir und meinen Lesern teilen möchtest?

Deana: Ich liebe Karottenkuchen!

Zutaten für den Teig:

375 g geriebene Möhren, 250 g Mehl, 2 TL Backpulver, 250 g Zucker, 1 TL Zimtpulver, 250 g neutrales Öl, 4 Eier, 200 g gemahlene Mandeln, Fett für die Form

Zutaten für das Frosting:

300 g Frischkäse. 100 g Puderzucker, 1 Päckchen Vanillezucker. 1 Spritzer Zitronensaft

Zubereitung:

Eier, Zucker, Öl und Zimt mit dem Mixer verrühren. Die Karotten und Mandeln hinzugeben. Mehl und Backpulver mischen, ebenfalls unterrühren. Den Teig in eine gefettete Springform füllen, bei 180°C Ober-/Unterhitze 40 Minuten backen. (Je nach Backofen kann es auch etwas länger dauern – man sollte eine Stäbchenprobe machen.)

Für das Frosting Frischkäse und Zitronensaft mit dem Mixer glatt rühren. Puderzucker und Vanillezucker einrieseln lassen.

Nach dem Backen den Kuchen abkühlen lassen. Das Frosting mit der Streichpalette rundherum auftragen.

 

 

 

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