Morgen früh, wenn Gott will von Anita Konstandin

Heute kommt wieder eine Rezension von Sylvia, die uns wieder einen Krimi vorstellt. Der Einstieg in das Buch war etwas ungewöhlich, zeigt aber das man sich davon nicht abhalten lassen sollte, weiter zu lesen.

Der Einstieg in dieses Buch ist mir sehr schwer gefallen, es war ein zäher und langwieriger Beginn. Es gab noch nichts für die Ermittler, denn es ging nur um den späteren Täter. Im Nachhinein ist es gut, dass ich dran geblieben bin. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn es ist ein temporeicher spannender Kriminalroman.

Bei Krimis interessiert mich immer die Ermittlerarbeit und wie die Ermittler so ticken. Jeder hat seine Art und Weise sich in den Fall hineinzuversetzen und den Täter zu verstehen, um ihn auf die Spur zu kommen.

Und dann liebe ich die unterschiedlichen Charaktere, die ihre Ticks und Eigenarten haben. Wie zum Beispiel Fabios Eigenheit immer die Wörter/Fremdwörter zu. Verbessern, wenn man sie im falschen Kontext eingesetzt hat.

Fabio und Corry sind die Hauptermittler und vertrauen sich blind, sie wissen, dass sie sich auf einander verlassen können. Mir hat hier bisschen das persönliche zwischen beiden gefehlt, es wurde angedeutet, aber es war nur zu wenig. Sicher hat dies keinen Einfluss auf den Fortgang, rundet aber für mich das „Gesamtpaket“ ab.

Die Autorin schafft es gekonnt, die Ermittlerarbeit in ihrer Tiefe klar darzustellen, es werden die verschieden Stellen einbezogen und die Ermittler und die Staatsanwältin arbeiten harmonisch zusammen, um den Täter näher zu kommen. Interessant ist, dass ersichtlich ist, dass was für den Leser ja schon klar hat, ermittlungstechnisch zu beweisen.

Dieser Kriminalroman zeigt auf, wie sehr die Kindheit ein Leben prägt und beeinflusst. In der Kindheit erlebte Dinge in der Kindheit können sich auf das spätere Handeln auswirken. Der Täter, hatte eine schlechte, ja  erniedrigende Kindheit erlebt, geprägt von Vernachlässigung und Ausgrenzung durch andere Kinder. Da er als Kind nie Liebe erfahren hat, so hat er später versucht es an andere weiterzugeben, war hilfsbereit, ein Kümmerer, der sich immer solide verhalten hat. In seinem Umfeld konnte sich niemand vorstellen, dass er der Täter ist. In seiner eigenen (Wahn-) Welt hat er sich seine eigene Familie zusammen gestellt, Familie war ihm wichtig, dass zeigt auch das Zutat von Seite 498 „Familie ist das, worauf es im Leben ankommt“. Doch wehe, jemand kreuzt seinen Plan, verstößt dagegen. Dann  zeigt er seine andere schwarze Seite, da fällt mir passend folgendes Zitat von Seite 110 ein: „Du bist ein zutiefst verletzter Mensch und deshalb wirst du dein Leben lang andere verletzen.“

Nach der oben erwähnten Startschwierigkeit ist es gelungener Krimi, der an manchen Stellen ausbaufähig ist, aber sonst eine gute spannende Unterhaltung bietet. Mein Dank gilt dem Team von kriminetz.de und dem Silberburg-Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Daten:
Autor: Anita Konstandin
Titel: Morgen früh, wenn Gott will
Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Silberburg; (Juli 2016)
ISBN: 978-3842514799

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