Toyota Auris BJ 12/2017

Heute hat Markus einen ganz anderen Artikel für Euch. Entstanden ist die Idee, nachdem er ja bereits schön öfters Motorräder auf Ausflügen getestet hat. Er wollte nun mal, nach unser fahrbarer Untersatz nun bereits seit 2 Jahren bei uns ist, auch mal darüber schreiben. Die in seinen Augen vorhandenen Stärken und Schwächen des Autos aufzeigen. Hier könnt ihr nun nachlesen, was seine Meinung zu unserem Toyota Auris BJ 12/2017 ist.

Ich habe von der Marke Toyota eine sehr hohe Meinung. Das erste Auto meiner Mutter war ein Corolla, seitdem hat sie den inzwischen zweiten Yaris und alle ohne größere technische Probleme. Mein drittes Auto war eine Toyota Avensis der 1. Generation, mit dem ich 4 Jahre lange ohne jegliches Problem gefahren bin – erst als sich Nachwuchs ankündigte und der Kinderwagen nur schwer in die schmale Öffnung des geräumigen Kofferraums passte, habe ich ihn schweren Herzens abgegeben.

Danach folgten desaströse 3,5 Jahre mit einem Mazda 5, welcher nur Ärger machte und viel Geld für Reparaturen kostete.

Nun mehr auf Qualität schauend, kehrte ich zu Toyota zurück und hatte mich final sogar für einen (fast) Neuwagen entschieden: Einen titanbronzenen Toyota Auris Touring Sports 1,2 T Edition S+. Der Kombi kam mit etwas mehr als 3 Monaten seit Erstzulassung und gerade einmal 807km auf dem Tacho zu uns.

Nun hat er 15 Monate mehr und insgesamt bald 20.000km hinter sich – Zeit für ein Resümee.

Gut gefällt mir:

  • Der große Kofferraum (530 bis 1.658l) mit doppeltem Boden, Seitenfächern und herausnehmbarem Gepäckfangnetzträger. Dazu gibt es viele und recht durchdachte Ablagefächer im Fahrzeug, Platz ist in beiden Sitzreihen in Ordnung für normalgroße Menschen.
  • Die in den meisten Fällen ausreichende Leistung bei mäßigem Verbrauch, solange man das „Sport“ im Namen niemals beim Wort nimmt.
  • Die Optik, besonders von der Seite und von hinten sieht der Kombi sehr gut aus. Das Heck ist um Welten besser als bei kurzen Variante.
  • Der Preis, welcher für dieses Modell auf der Liste mit etwa 24.000€ stand, uns mit zweitem Satz Reifen circa 18.500€ kostet, drei Monate Zulassung auf den Händler sei Dank.
  • Die Ausstattung, die in den meisten Belangen vollkommen ausreichend und sinnvoll gewählt ist. Kaum Schnickschnack, gute Assistenzsysteme und viele für mich sehr wichtige Dinge wie zum Beispiel die Sitzheizung.

Mir gefällt nicht:

  • Dass der Abruf von mehr Leistung (zum Beispiel mit viel Ladung oder im Gebirge) den Verbrauch deutlich nach oben zieht. Höhere Drehzahl ist aber nötig, da das volle Drehmoment trotz Turbolader erst recht spät greift, was dem Auto eine gewisse Anfahrschwäche beschert.
  • Dass der Verbrauch selbst bei Tempomat 120km/h auf der Autobahn mit etwa 5,8 bis 6 l etwa 5-10% über dem Normverbrauch (5,5 l) liegt und dieser ohnehin praktisch unerreichbar ist. Im Schnitt 6,4 l nach 18.000 km sind mehr als 15% höher als angegeben.
  • Der Tempomat, der statt die Geschwindigkeit konstant zu halten, durch Steigung und Gefälle riesige Schwankungen erzeugt (eingestellte 120km/h führen zu einer Spanne von 112 bis 122km/h) und zudem direkt nach dem Einschalten die Geschwindigkeit um 1-2km/h abfallen lässt.
  • Der riesige Kasten vor dem Innenspiegel für die (mäßig zuverlässige) Verkehrszeichenerkennung, da er viel Sichtfläche nimmt. Das ist insbesondere an der Ampel eine unnötige Behinderung.

Unverständlich ist:

  • Die Rad-Reifen-Kombination welche mit 225/45R17 eher sportlich ausfällt, was aber nicht zum Charakter des Autos passt, den Verbrauch erhöht und den Wendekreis vergrößert.
  • Die beschränkte Konnektivität und ein träges, sowie veraltet wirkendes Multimediasystem – Android Auto und insbesondere Screen Mirroring werden nicht unterstützt, damit braucht man das mit 700€ recht teure Navi. Ab und zu hängen sich bestimmte Funktionen auf, nach dem Fahrzeugstart benötigt selbst die Rückfahrkamera eine gefühlte Ewigkeit.

Enttäuscht bin ich:

  • Von der mäßigen Lackqualität, da es an der Seite schon nach 1 Jahr mehrere stecknadelgroße Abplatzer gibt.
  • Vom Getriebe, welches sich zwar meist sehr gut schalten lässt, aber bei dem mehrere Gänge (vor allem zweiter und Rückwärtsgang) teils nur mit nachkuppeln reingehen.
  • Von der Armablage an der Fahrertür, die zu tief liegt. Dadurch kann man nur die Fläche an der Scheibe nutzen, welche schon nach kürzester Zeit hässlich Druckstellen bekommen hat.
  • Von vielen Kleinigkeiten, wie zum Beispiel dass die Uhr im Armaturenbrett nicht mit der internen Zeit des Multimediasystems zusammen hängt.

Druckstelle oberhalb der Armablage in der Fahrertür

Meine Wünsche wären daher:

  • Etwas mehr Drehmoment (20-30Nm) und Leistung (15-25 PS), ein besserer und vor allem erreichbarer Verbraucht (5,5 – 6 l wären toll).
  • Die Anbindung an Android Auto und ein flüssiger, sowie zuverlässig arbeitendes Multimediasystem.
  • Eine sinnvollere Rad-Reifen-Kombination, schmalere Reifen mit kleineren Felgen für geringeren Verbrauch und niedrigere Anschaffungskosten.
  • Einen besser regelnden Tempomaten mit Anzeige der Zielgeschwindigkeit (beim Speed Limiter geht es ja schließlich auch).
  • Eine bessere Ergonomie der Türverkleidung mit Armablage auf der richtigen Höhe.

Aber man kann nicht alles haben und Preis-Leistungsbereinigt bietet der Auris sehr viel, besonders auch hinsichtlich Garantie (100.000 km), Wartung und seine Hauptaufgabe: Eine bis zu vierköpfige Familie sicher, günstig und komfortabel durch den Alltag und mit ziemlich viel Gepäck auf längere Strecken zu bringen.

Da ich 4 Jahre Wartung inklusive habe und zumindest bisher die Qualität über jeden Zweifel erhaben ist, werde ich das Auto sicher noch eine ganze Weile fahren. Über einige Dinge werde ich mich ärgern, aber ich denke, das wäre bei praktisch jedem Wagen so.

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