Auf diesem Blog dreht es sich rund um Bücher, Rezensionen, Buchvorstellungen, Interviews und das Kochen von leckeren Speisen aus Topf und Pfanne.

Auf Schusters Rappen durch den Harz: Unser sommerliches Wanderabenteuer (Teil 3)

Hallo ihr Lieben! Seid ihr bereit für die Fortsetzung unserer Harz-Reise? Nach fünf schönen Tagen im sonnigen Hohegeiß hieß es für uns: Koffer packen und weiterziehen! Da wir unser neues Quartier in einem anderen Teil des Harzes gebucht hatten, entschieden wir uns spontan für einen herrlich weiten Umweg. Unser Plan: Tief unter die Erde abzutauchen und dem sommerlichen Sonnenschein für kurze Zeit zu entfliehen.

🚂 Glück Auf! Abenteuer im Weltkulturerbe Rammelsberg

Erinnert ihr euch an unseren ersten Bergwerksausflug aus Teil 1, der leider ein kleiner Reinfall war? Das wollten wir so nicht stehen lassen! Deshalb steuerten wir das berühmte Museum & Besucherbergwerk Rammelsberg an.

Mein Tipp vorweg: Bucht eure Tickets für die Wunschführung unbedingt vorab online! Direkt vor Ort ist das zwar auch möglich, aber man muss dann flexibel nehmen, was an Plätzen noch frei ist.

Wir hatten vorab die Führung „Mit der Grubenbahn vor Ort – Auf zum Schichtbeginn“ gebucht. Schon vor dem Start wartete das erste Highlight auf uns Stempeljünger: Der Stempel HWN 91 wanderte feierlich in unser Heft!

Ausgestattet mit den typisch gelben Schutzhelmen nahm uns unser Grubenführer in Empfang. Mit der ratternden Grubenbahn ging es tief hinein in den kühlen Berg. Auf eine unglaublich sympathische Art erklärte uns der Führer den harten Alltag der Bergleute in den 1950er und 1960er Jahren. Nach dem „Anbeißen“ – so nennen die Bergleute ihr Frühstück – wurde gebohrt, gesprengt und geschuftet. Als er einige der gigantischen Bergbaumaschinen im Originalsound vorführte, wurde es richtig laut. Da zog man unter Tage symbolisch den Hut vor dieser Knochenarbeit!

Nach einer Stunde brachte uns die Bahn zurück ans Tageslicht. Nach einer leckeren Mittagspause im Casino Rammelsberg (tolle Auswahl und moderate Preise!) blieb uns für das Museum leider viel zu wenig Zeit. Die Ausstellung ist riesig und wahnsinnig interessant – wir müssen definitiv wiederkommen!

🏰 Blankenburg, Raubritter und der Zauber der Woodwalkers

Die Ankunft in unserer Ferienwohnung in Blankenburg war ein absoluter Traum. Direkt an der mystischen Teufelsmauer gelegen, idyllisch, geräumig und mit so viel Liebe eingerichtet! Ein kleiner Willkommensgruß auf dem Küchentisch und ein prall gefüllter Bücherschrank machten den perfekten ersten Eindruck rund. Hier haben wir uns von der ersten Sekunde an pudelwohl gefühlt.

Am nächsten Morgen hieß es: Schnürsenkel festziehen! Unsere erste große Wanderung startete direkt an der Haustür mit dem Ziel Burg und Festung Regenstein. Diese imposante, mittelalterliche Anlage wurde bereits 1162 urkundlich erwähnt und gehört heute zu den besonderen Sehenswürdigkeiten im Harz. Das Besondere: Es ist eine echte Felsenburg, bei der über 30 Räume und tiefe Kasematten direkt aus dem massiven, nackten Sandstein herausgehauen wurden.

Für Kinder werden auf fünf kindgerechten Tafeln durch die Brockenbande mit dem Leben auf der Burg vertraut gemacht. Es werden kleine Aufgaben gestellt, die auf dem Weg zur Burg gelöst werden können und auch ein Foto mit der Brockenbande in Lebensgröße an einem Fotopoint möglich.

Von der Burg und Festung starteten wir vier eine App mit dem Namen Set Caching, mit deren Hilfe wir auf den Spuren der Woodwalkers weiter wandern wollten. Diese App ist eine Mixed-Reality App und verbindet laut eigener Aussage die Spannung von Geocaching mit der Magie von Kino & TV zu neuen Freizeiterlebnissen an den Drehorten von Filmen & Serien. Soweit so gut – wir haben es getestet und uns zu den Steinen der Woodwalkers lotsen lassen. Mit etlichen interaktiven Elementen, Videosequenzen und Quizzen verging dieser Teil der Wanderung wie im Flug und schneller als gedacht standen wir schließlich am Steinkreis. Jeder, der den ersten Teil der Serie gesehen hat, kennt dem Moment der ersten Verwandlung vom Carag, der Hauptfigur. Umgeben von Wald und Höhlen, auf Steinkreise, stellten sich die Schüler und Lehrer der Klasse auf die Steine. Und wir standen da jetzt auch. Gerade für Florentine, die ein großer Fan der Serie und der Autorin Katja Brandis ist, ein toller Moment.

Ein trauriger Wermutstropfen: Es hat uns echt schockiert, wie viele Besucher den Jahrhunderte alten, weichen Sandstein mit eingeritzten Botschaften mutwillig zerstören. Das hat uns die Stimmung etwas verhagelt, weshalb wir schnell zur historischen Regenstein-Mühle weitergezogen sind. Diese Mühle diente früher der Versorgung der Festung, und der Spaziergang dorthin durch den schattigen Kiefernwald war die perfekte Abkühlung. Nach stolzen 18 Kilometern in den Beinen kam wir wieder im Quartier an.

🔮 Magische Tiere, Flugzeuge und Schlosszauber in Wernigerode

Am nächsten Tag wartete die bunte Fachwerkstadt Wernigerode auf uns. Nach einem Bummel durch die wunderschöne Innenstadt – das historische Rathaus war leider eingerüstet, aber der Brunnen davor ist trotzdem prachtvoll – zog es uns zur alten Stadtmauer. Zeit für die nächste Runde Set Caching!

Diesmal drehte sich alles um „Die Schule der magischen Tiere“. Als Kulisse für die berühmte „Winterstein-Schule“ diente im Film nämlich das majestätische Schloss Wernigerode, das wie ein Märchenschloss über der Stadt thront. Ursprünglich im 12. Jahrhundert als mittelalterliche Höhenburg zur Absicherung der kaiserlichen Jagdausflüge erbaut, erlebte die Anlage eine wechselvolle Geschichte. Sie wurde zur Renaissancefestung umgebaut, im Dreißigjährigen Krieg verwüstet und Ende des 19. Jahrhunderts schließlich zu dem prachtvollen Prunkbau des Historismus vollendet, den wir heute bestaunen dürfen.

Noch ein Buchungstipp: Die speziellen Kinderführungen zum Film im Schloss sind oft Monate im Voraus restlos ausverkauft. Wir hatten leider kein Glück, aber das Erkunden des Museums auf eigene Faust hat genauso viel Spaß gemacht – inklusive magischer Tier-Fotos via Smartphone!

Vom Schloss aus ging es sportlich weiter – erst zum Agnesberg, wo uns neben einer spektakulären Aussicht auf das Schloss noch der Stempel 91 der Harzer Wandernadel erwartete. Und von da aus dann über den Tierpark Christianenthal (kostenfrei gegen Spende) mit süßen Wildschweinbabys zum Luftfahrtmuseum Wernigerode. Das war Markus‘ absoluter Wunschort – und ein Volltreffer für die ganze Familie! Über 50 Flugzeuge und Hubschrauber zum Staunen, eine echte TransAll auf dem Dach, die als Rutsche dient, und leckerer Kuchen im Café. Perfekt!

🧹 Hexenflug, Wolfsblicke und ein königlicher Sprung in Thale

Unser letztes großes Highlight führte uns zwei Tage später in das sagenumwobene Thale. Vom gemütlichen Stadtpark aus bummelten wir direkt zu den Seilbahnen Thale.

Mit der Kabinenbahn – wir erwischten auch noch eine mit Glasboden – ging es hinauf zum Hexentanzplatz, der mit seinen Skulpturen, dem Hexendorf mit allerlei Einkaufs- und Essenmöglichkeiten und dem Spielplatz erst einmal ausgiebig erkundet werden wollte. Danach lockte das Haus der Hexe Watelinde. Hier ging ein Hexenspruch wohl gründlich schief und so fanden wir uns in einem verdrehten Haus wieder.

Von hier aus ging es zum Tierpark Hexentanzplatz, ein absolutes Must-Do. Wir lieben Tierparks, aber hier hatten wir Momente, die wir nie vergessen werden. Ein Wolf stand nur zwei Meter von uns entfernt und schaute uns tief in die Augen. Ein Stachelschwein ließ sich im Streichelgehege tatsächlich kraulen, und ein wunderschöner, stolzer Hirsch holte sich Futter direkt aus unserer Hand.

Transparenz-Check für die Urlaubskasse: Der Hexentanzplatz mit all seinen Attraktionen ist ein tolles, aber kein günstiges Vergnügen. Für eine Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder) zahlt man für die Bergfahrt mit der Bahn ca. 19,50 €, das Hexenhaus schlägt mit 13,00 € (Familienticket) zu Buche und der Tierpark kostet 29,00 € (Familienticket). Verpflegung und Souvenirs kommen noch obendrauf!

Wir verließen den Hexentanzplatz und wanderten zuerst zur LaViershöhe (nächster Stempel!). Weiter ging es vorbei an der idyllischen Jungfernbrücke und dem Gasthaus Königsruhe, über teilweise durch Felsstürze beschädigte Wege hinauf zur felsigen Rosstrappe.

Hier oben spürt man die pure Magie, denn die Rosstrappe verdankt ihren Namen einer weltberühmten Sage:

👑 Die Sage der Rosstrappe: Einst verfolgte der wilde Riesen-König Bodo von Böhmen die wunderschöne Königstochter Brunhilde, um sie gegen ihren Willen zu heiraten. Auf ihrer wilden Flucht auf einem weißen Schimmel stand Brunhilde plötzlich vor dem tiefen, tödlichen Abgrund des Bodetals. In ihrer Verzweiflung gab sie dem Pferd die Sporen und wagte den unmöglichen Sprung über die tiefe Schlucht! Sie rettete sich wie durch ein Wunder ans andere Ufer – wo der Hufschlag ihres Pferdes sich so tief in den Fels grub, dass man den Hufabdruck noch heute bestaunen kann. Verfolger Bodo stürzte samt Pferd in die Tiefe und bewacht seither als schwarzer Hund Brunhildes goldene Krone, die sie beim Sprung verlor, im Fluss unten im Tal – der seither nach ihm „Bode“ heißt!

Nachdem wir den sagenhaften Hufabdruck bestaunt und den phantastischen Ausblick ins Tal genossen hatten, brachte uns der Sessellift gemütlich wieder nach unten.

🎒 Abschied nehmen fällt schwer – Das große Finale mit Hefeklößen und Teufelswerk!

Und schwupps… war der Abreisetag auch schon da. Die Koffer wurden wehmütig im Auto verstaut. Aber wer uns kennt, weiß: Ohne ein letztes Abenteuer fahren wir nicht nach Hause! Drei kleine Mini-Touren standen noch auf unserem Programm, bevor es endgültig Richtung Heimat ging.

 

🍽️ Stopp 1: Der XXL-Hefekloß-Himmel auf dem Ziegenkopf

Zuerst wanderten wir hinauf zum Ziegenkopf. Warum? Weil dort in der gemütlichen Berggaststätte eine kulinarische Legende auf uns wartete: der wohl weltweit größte Hefekloß! Das Geniale ist, dass es diese fluffigen Riesen dort sowohl in klassischen süßen Varianten als auch in richtig herzhaften Versionen gibt. Die perfekte, gigantische Stärkung für den Heimweg!

📸 Stopp 2 & 3: Kamera raus an der Teufelsmauer!

Zum krönenden Abschluss steuerten wir das berühmte Hamburger Wappen und den markanten Königsstein an – zwei der spektakulärsten Teile der Teufelsmauer. Diese bizarren Felsformationen ragen im warmen Sommerlicht einfach majestätisch in den Himmel. Natürlich rankt sich auch um dieses Naturwunder eine urgewaltige Legende:

😈 Die Sage der Teufelsmauer: Vor langer Zeit stritten sich Gott und der Teufel um die Aufteilung der Erde. Gott schlug dem Teufel einen Handel vor: Er solle all das bergige Harzland bekommen, das er in einer einzigen Nacht bis zum ersten Hahnenschrei mit einer Mauer umfrieden könne. Der Teufel schuftete wie besessen und baute eine gewaltige Steinmauer. Doch kurz vor der Morgendämmerung stolperte eine Bäuerin aus Timmenrode, die auf dem Weg zum Markt war. Ihr Hahn im Korb erschrak und krähte laut los! Der Teufel glaubte, die Nacht sei vorbei und er habe den Handel verloren. Vor unbändiger Wut zerschlug er sein eigenes Werk mit einem mächtigen Getöse. Die Trümmer, die heute noch wie ein versteinerter Schutzwall in der Landschaft stehen, nennen wir die Teufelsmauer!

Ein perfekter, mystischer Ort für die letzten Traum-Fotomotive unseres Urlaubs.

🏆 Stolz, stolzer, Harz-Helden: Unser persönliches Gold-Wunder!

Am Ende dieses Roadtrips durften wir als Familie einfach nur unendlich stolz auf uns sein. Als wir abends die Zahlen zusammengezählt haben, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Gemeinsam mit unseren Kids (10 und 11 Jahre alt) sind wir in diesem Urlaub:

  • 👣 Über 273.000 Schritte gelaufen!
  • 👣 Über 161 Kilometer gewandert!
  • 🏅 30 reguläre Stempel und 18 Sonderstempel der Harzer Wandernadel erlaufen!

Das hieß für uns alle am Ende: GOLD!

Die Kinder waren mächtig stolz, als sie im Büro der Harzer Wandernadel in Blankenburg ihre wohlverdienten Abzeichen in Empfang nehmen durften. Ein kleiner Wermutstropfen blieb allerdings: Ich hätte mir gewünscht, dass der Moment dort gerade für die Kids ein bisschen mehr zelebriert wird, anstatt die Nadeln nur trocken über den Tresen zu reichen. Aber wisst ihr was? Davon haben wir uns die Laune nicht verderben lassen – wir haben unsere kleinen Wander-Helden danach einfach selbst gebührend gefeiert!

Eine Wanderurkunde für die Kids – mit KI erstellt 🙂

👋 Tschüss, wunderschöner Harz!

So, das war er nun, unser dreiteiliger Bericht „Auf Schusters Rappen durch den Harz“. Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß wie wir beim Erleben und ich beim Schreiben! Der Harz im Sommer ist einfach ein absolutes Paradies für Familien, Entdecker und Naturverliebte.

Wart ihr auch schon mal auf Stempeljagd im Harz? Was sind eure liebsten Ecken? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare – ich freue mich auf euer Feedback!

Bis zum nächsten Abenteuer,
Eure Katja und Familie

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