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Das rote Adressbuch von Sofia Lundberg

Wenn ich mir die unglaublichen vielen supertollen Rezensionen für das Buch so anschaue, die man überall fndet, dann frage ich mich doch, was ich für ein Buch gelesen habe.

Gut: wie man etwas empfindet ist immer selekti, jeder nimmt in einem Buch, einem Film etc. etwas anderes wahr und hat eine andere Meinung. Trotzdem, wenn ich gefühlt die einzige weit und breit bin, die diese einhelligen Meinungen nicht teilt, hinterfrage ich das schon.

Ich habe das Buch direkt vom Verlag erhalten – eines Tages war es, gemeinsam mit einer Art Tagebuch in gleichen Stil – in meinem Briefkasten.

Der Klappentext klang interessant und so habe ich mich auf vergnügliche Lesestunden gefreut.

Kurz gefasst kann ich sagen, dass die Geschichte nett ist. Nicht mehr und nicht weniger. Einfach nur nett.

Aus der Geschichte hätte man viel mehr machen können. Die Figuren, allen voran Doris und Jenny, hatten viel mehr Tiefgang vertragen können. Sie blieben sie, was auch der Fülle an Nebenfiguren geschuldet ist, sehr oberflächlich. Ich konnte mich nicht auf sie einlassen, keine Beziehung zu ihnen aufbauen und daher hat mich auch die Erzählung der Lebensgeschichte und der Ereignisse drum herum recht kalt gelassen.

In einer Rezension habe ich etwas von einer „interessanten und gefühlvollen Geschichte“ gelesen, die hier erzählt werden soll. Aber: bei mir konnte diese Geschichte keine Gefühle hervorrufen.

Bei einer Geschichte, die zwischen zwei Weltkriegen spielt und dazu noch in verschiedenen Ländern, hatte ich mir auch mehr geschichtlichen Hintergrund gewünscht. Ja, der Roman ist eher ein Frauenschicksal als ein historischer Roman, aber auch das kann man in der Regel besser verknüpfen.

Was ich gut fand war, das auch das hohe Alter der Protagonistin thematisiert wird; durch die Unterstützung im Haus durch ausländische Pflegekräfte, die Frage nach einem Platz im Pflegeheim, der Umgang mit alten Patienten im Krankenhaus. Das „lockert“ den Rückblick in ihr altes Leben auf und waren eigentlich die Passagen, die mich noch am ehesten berühren und fesseln konnten.

Die Geschichte an sich, die Erlebnisse und die Familiensituation wirkten auf mich teilweise extrem konstruiert. Als ob man noch eine Schippe drauflegen musste, als ob noch unbedingt etwas passieren musste, um das Buch interessanter zu machen.

Ab der Hälfte etwa habe ich das Buch dann nur noch überflogen, um herauszufinden, ob sich daran noch etwas ändern wird oder nicht.

Ich kann hier dem Buch leider nur 2 ½ von 5 Sternen geben – mehr ist leider nicht drin.

Daten:
Autor: Sofia Lundberg
Titel: Das rote Adressbuch
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (August 2018)
ISBN-13: 978-3442314997
Originaltitel: Den röda Adressboken

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